Haie beißen sich an der Spitze festNürnberg – Köln 3:5

Lesedauer: ca. 3 Minuten

„Das war ein richtig gutes Eishockeyspiel“, schwärmte Haie-Coach Uwe Krupp von dem Spitzen-Match und der Super-Stimmung in der Halle. Über 60 Minuten tobten die 5.571 Zuschauer. Sowohl die Anhänger der Ice Tigers als auch die Fans im gut gefüllten Gästeblock feuerten ihre Jungs auf dem Eis an.

Dass es ein heißes und temporeiches Spiel werden sollte, deutete sich bereits gleich nach dem Anfangs-Bully an. Zunächst machte Nürnberg Druck auf Kölns Torhüter Danny aus den Birken, doch spätestens mit ihrem Führungstreffer gewannen die Haie die Oberhand: Nachdem Leo Pföderls und Marco Pflegers Alleingänge fehlgeschlagen waren, fuhr Rok Tičar auf der anderen Seite frei auf Tyler Weiman zu und netzte zum 1:0 ein (8.). Insgesamt 19 Mal musste der Ice-Tigers-Keeper im ersten Drittel ran, doch trotz der vielen Möglichkeiten des Vizemeisters und einem Pfostenschuss von Nürnbergs Jame Pollock blieb es zur ersten Pause bei der knappen Führung der Gäste.

„Knackpunkt“ Unterzahltor

Im Mittelabschnitt sorgte dann Yasin Ehliz mit seiner Riesenchance in Unterzahl für einen Aufschrei unter den Ice-Tigers-Fans, die dem Ausgleich entgegenfieberten. Als Hai Yared Hagos dann wegen eines Stockchecks die Strafbank hüten musste, war es schließlich so weit: Jame Pollock erzielte das von den Nürnbergern ersehnte 1:1 (30.). Die Franken hatten nun Blut geleckt und waren heiß auf ihren zweiten Treffer. Da kam die Strafe für die Gäste genau richtig. Trainer Uwe Krupp hatte sich mit dem Unparteiischen angelegt, Philip Riefers saß die zwei Minuten in der Kühlbox ab. Doch unverhofft kommt im Eishockey eben doch recht oft: Und so trafen nicht die Ice Tigers im Powerplay, sondern Kölns Yared Hagos in Unterzahl: 2:1 für die Domstädter! „Das war der Knackpunkt“, erklärte Nürnbergs Coach Tray Tuomie. Denn von nun an lief es für die Kölner wie am Schnürchen. Chris Minard erhöhte, diesmal in Überzahl, auf 3:1 (37.), bevor Alexander Weiß nur eine Minute später mit dem vierten Haie-Treffer in Zeitlupe nachlegte (38.). „Das war’s“, seufzten einige fränkische Fans – nicht ahnend, welches Schlussdrittel auf sie wartete.

„Enge Sache“ trotz 4:1-Führung

[AD_MRECT]Der Nürnberger Wahlspruch, „Ice Tigers geben niemals auf“, sollte sich nämlich wieder einmal bewahrheiten. Trotz des eindeutigen Rückstands kämpfte sich die Heimmannschaft zurück ins Match. „Die Jungs hatten noch die Chance, das Spiel zu drehen. Leider ist es auch diesmal, wie schon in den letzten Spielen, nicht gelungen“, bedauerte TrayTuomie. Jason Jaspers Treffer (46.) und Yan Stastnys Powerplay-Tor (55.) ließen die Ice Tigers und deren Fans zwar wieder hoffen. Als die Franken jedoch gerade am Zug waren und der Ausgleich zum 4:4 in der Luft lag, musste Jame Pollock aufgrund eines Stockschlags in die Kühlbox – das perfekte Timing für die Gäste und John Tripp, der das Überzahlspiel nutzte und den Sack endgültig zumachte (58.).

„Das Tor im Powerplay war wichtig, um das Spiel doch noch zu gewinnen“, zeigte sich Uwe Krupp erleichtert, „denn es war eine enge Sache“, gestand der Haie-Coch, freute sich aber über seine derzeit unschlagbare Truppe. Siebzehn von achtzehn möglichen Punkten sammelte der Spitzenreiter in den letzten sechs Spielen. Die Nürnberger nahmen aus ihren vier Niederlagen in Folge immerhin zwei Zähler mit, wollen am Donnerstag gegen Ingolstadt aber endlich wieder triumphieren. „Was dich nicht tötet, macht dich stärker“, sagt Tray Tuomie an und hofft, dass mit einem baldigen Erfolg wieder die Wende kommt. Keine Veränderung braucht es dagegen bei den Haien. Mit 34 Punkten thronen die Rheinländer über der Liga-Konkurrenz. Geht die Siegesserie am Freitag vor Heimpublikum gegen Aufsteiger Schwenningen weiter?


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