Gut gebrüllt, TigersStraubing Tigers – Adler Mannheim 5:4 n.V.

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Für Straubings Stürmer Sandro Schönberger und Mannheims Verteidiger Steven Wagner war bereits nach 39 Sekunden Dienstschluss. „Check gegen Kopf und Nacken“ war das Urteil, Matchstrafe das Strafmaß. Mannheims Verteidiger musste minutenlang auf dem Eis behandelt, und im Anschluss mit einer Halskrause und auf einer Trage abtransportiert, werden. Ein Aufatmen ging durchs Publikum, als er seinen Arm den Fans zum Gruß entgegen streckte. Aktuell ist noch nicht klar, wie und wo sich Wagner genau verletzt hat. Adler-Coach Harold Kreis: „Ich weiß überhaupt nicht, was er hat. Jemand hat mir gesagt, er war bewusstlos. Aber ich kann das nicht bestätigen. Ich habe keine Diagnose. Ich weiß nur, dass er hier in Straubing übernachten wird, und dann wird man morgen sehen ob er transportfähig ist.“ Somit standen Kreis nur noch vier etatmäßige Verteidiger zur Verfügung.

Während der folgenden fünfminütigen Überzahl konnten die Kurpfälzer zwar immer Druck aufbauen und die Positionen schnell besetzten, jedoch nur ein Tor durch Chris Lee erzielen. Die Niederbayern setzten immer wieder gefährliche Konter, die jedoch spätestens bei Fred Brathwaite endeten.

Im zweiten Drittel nahm der Wahnsinn seinen Lauf. Sechs Tore wurden dem Publikum am Pulvertum geboten. Vier für die Tigers und zwei für die Adler. Die Stimmung im Stadion schwappte regelrecht hin und her, und als neutraler Beobachter hatte man seine helle Freude an der Werbung fürs Eishockey. Kreis: „Das war heute ein spannendes Eishockeyspiel vor einer unglaublichen Kulisse in unglaublicher Stimmung. Mein erster Dank geht an die Fans von Straubing und Mannheim, die für eine tolle Atmosphäre gesorgt haben. Für mich war das ein Klasse-Eishockeyabend.“ „Das ist unglaublich, das war die beste Stimmung, die ich je erlebt habe. Ich glaube, dass hier sind die besten Fans in der Welt. Das war echt aufregend“, kommentierte der spätere Siegtorschütze Carsen Germyn seine Eindrücke. Und Verteidigerkollege Bruno St. Jacques meinte: „Wow, so macht das richtig Spaß. Mannheim hatte auch jede Menge Fans hier. Das war echt cool.“ St. Jacques war nach dem Spiel davon so angetan, dass er seinen berühmten Moonwalk zum zweiten Mal in Straubing zeigte.

Tore vorn Straubings Andy Canzanello und Matt Hussey veranlassten Harold Kreis, bereits in der 29. Minute seine Auszeit zu nehmen. Zeitweise spielten die Niederbayern die Kurpfälzer in deren Drittel schwindelig und zogen bei fünf gegen fünf ein kleines Powerplay auf. „Es ging weniger um meine Mannschaft, ich wollte Straubing etwas den Schwung nehmen, die haben in dieser Phase unglaublich Druck gemacht“, so der Gästecoach nach dem Spiel. Doch nur wenige Sekunden nach dem Time-out vollendete Ryan Ramasy erneut für die Hausherren. Dass die Adler nicht zu Unrecht seit Monaten an der Tabellenspitze kreisen, zeigte sich kurz darauf. Bruno St. Jacques: „Mannheim ist ein sehr offensives Team mit einem sehr guten Goalie. Wir wussten, dass sie jederzeit zurückkommen können und das gar nichts entschieden ist, bevor das Spiel zu Ende ist.“ Durch die Tore von Christoph Ullmann und Mike Glumac war die Partie wieder ausgeglichen. Nur Daniel Sparre war das zu wenig, und er brachte die Tigers kurz vor Drittelende erneut in Front.

Im letzten Drittel kämpften beide Teams nach wie vor mit viel Leidenschaft, so dass nach Spielende jeder Trainer Lob für die jeweils andere Mannschaft fand. Straubings Dan Ratushny: „Mannheim hat sehr gut und mit viel Charakter gespielt.“ Mannheims Harold Kreis: „Beide Mannschaften haben alles gegeben, unglaublich gekämpft und für ein spannendes Spiel gesorgt.“ Den Ausgleich und die dadurch nötige Verlängerung besorgte Yannic Seidenberg.

In dieser war es wieder Carsen Germyn, der wie schon in Augsburg das Spiel für die Tigers entschied. Schaut so aus, als ob der Knoten beim Kanadier geplatzt ist. Germyn: „Ich hoffe es. Man darf einfach nie aufgeben und den Kopf hängen lassen. Einfach weiter arbeiten.“

Tore:

0:1 (01:46) Chris Lee (Adam Mitchell, Yanick Lehoux) PP1
1:1 (21:19) Andy Canzanello (Laurent Meunier, Carsen Germyn)
2:1 (25:36) Matt Hussey (Andy Canzanello, Bruno St.Jacques)
3:1 (28:28) Ryan Ramsay (Carsen Germyn, Sebastian Osterloh)
3:2 (29:54) Christoph Ullmann (Adam Mitchell, Yanick Lehoux) PP1
3:3 (31:14) Mike Glumac (James Sifers)
4:3 (39:36) Daniel Sparre (Jean-Michel Daoust, Michael Bakos)
4:4 (42:42) Yannic Seidenberg (Mike Glumac, Craig MacDonald) PP1
5:4 (61:31) Carsen Germyn (Ryan Ramsay, Bruno St.Jacques)

Strafmninuten: Straubing 6 + Matchstrafe (Schönberger) - Mannheim 8
SR: Georg Jablukov; LR: Markku Büse, Stefan Velokoski

Zuschauer 5.666

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