„Gu-Gu-Guryca“Straubing Tigers - Thomas Sabo Ice Tigers 3:2 n.V.

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Denkbar ungünstig verlief das Zusammentreffen der Straubinger Mannschaft vor dem Spiel. Keiner wusste, dass Stargoalie Barry Brust auf dem Heimweg vom Mittagstraining in einen Autounfall verwickelt war. Kapitän Michael Bakos: Wir wussten nichts, bis alle in der Kabine waren.“ Wilde Gerüchte von Gehirnerschütterung bis ausgekugelter Schulter machten im Stadion die Runde. Wie beim Spiel „stille Post“ wurde es mit jeder Runde schlimmer.

Nach dem Spiel sorge Andy Canzanello für die erste Erleichterung: „Ich habe mit ihm telefoniert. Er ist zu Hause und es scheint nicht so schlimm zu sein.“ Noch etwas später äußerte sich Trainer Bernhard Englbrecht: „Er war im Krankenhaus und hat sich wegen einer Gehirnerschütterung untersuchen lassen, die hat er nach Auskunft der Ärzte aber nicht. Er hat vom Aufprall `nur´ eine Stauchung im Genick. Ich hoffe das es bis übermorgen wieder vorbei ist und er in Augsburg wieder im Tor steht.“

Jan Gurycas Leistung sahen die Teamkollegen durchweg positiv. Michael Bakos: „Jan hat heute gezeigt das er auch mental was drauf hat. Es war erst sein zweites Spiel diese Saison, wobei das Spiel in Berlin recht unglücklich war. Jan war heute super. Ich freue mich sehr für ihn.“

„Das war sicher nicht einfach für ihn nach so langer Zeit wieder ins Tor zu kommen. Jan hat uns bei manchen Situationen im Spiel gehalten. Man hat gesehen dass er da ist, wenn man ihn baucht.“ lobt ihn auch Berny Englbrecht. Und Andy Canzanello fand das Torwartspiel mehr als gut: „Für Jan war das heute nicht einfach, aber er hat das wahnsinnig gut gemacht und hat heute mit ein paar tollen Paraden seine Klasse bewiesen.“ Chefcoach Dan Ratushny meint knapp, aber auf den Punkt gebracht: „Jan hat sehr gut gespielt. Er arbeitet so hart, es ist großartig ihn zu haben.“

Das Spiel an sich war über sechzig Minuten geprägt von vielen Nickligkeiten, die der großzügig leitende Schweizer Schiedsrichter Danny Kurmann hüben wie drüben laufen ließ. Das Eric Chouinard in Straubing immer trifft, hat sich wieder einmal bewahrheitet. Denn er war es, der die Nürnberger Führung erzielte.

Im Zweiten Abschnitt war Jan Guryca nahezu beschäftigungslos. Es war ein Spiel auf ein Tor. Das erkannte auch Gästecoach Peter Draisaitl: „Das zweite Drittel war schlecht. Wir waren fast durchgehen in unserem eigenen Drittel beschäftigt.“ Die Niederbayern feuerten ihre Schüsse nicht im Minuten- sondern im Sekundentakt ab. Lohn der Mühen war der Ausgleich durch Andy Canzanello. Insgesamt jedoch eine schwach Chancenverwertung. Dustin Whitecotton: „Ja, das ist die Geschichte der Saison. Wir erspielen uns so viele Chancen, aber bringen sie nicht rein. Wir müssen einfach weiter arbeiten.“ Erkannt hat das natürlich auch Coach Dan Ratushny: „Wir hatten etwas Probleme mit dem Abschluss.“

Wieder auf Augenhöhe verlief der Schlussabschnitt. Draisaitl: „Das Positive ist, dass wir uns wieder gefangen haben und einen Punkt mitnehmen. So viele Punkte haben wir Auswärts ja noch nicht gemacht, und gegen Straubing gelingt das ja auch nicht allen Mannschaften. Im Großen und Ganzen geht das in Ordnung.“

Jetzt zeigte Guryca auch das wofür er sich das Lob verdient hat. Chancen hatten beide Teams. Die Größte hatte Straubings Jean-Michel Daoust der einen Penalty vergab und daraufhin, wutentbrannt über die eigene Leistung, seinen Schläger auf der Bank kurz und kein schlug. Die Tore des Abschnitts fielen spät. Ratushny über den Schlussabschnitt: „Wir haben einfach mit Geduld weitergespielt.“ Erst war es Sebastian Osterloh der aus spitzem Winkel Patrick Ehelechner überwinden konnte und 22 Sekunden vor dem planmäßigen Ende führte Chris Collins doch noch die Verlängerung herbei. Dustin Whitecotton: „Das Tor nehme ich auf meine Kappe. Mein Job ist es das Bully zu gewinnen und das habe ich nicht. Wir hätten die Scheibe nur noch einmal rausbringen müssen.“

Genau diesem Whitecotton war es dann aber vergönnt, den Zusatzpunkt an der Donau zu behalten. Ratushny: „Wir sind glücklich mit den zwei Punkten, drei sind besser, aber zwei sind gut. Es war ein gutes Spiel“

Ein weiterer sehr bitterer Wehrmutstropfen für die Franken ist die Verletzung von Dusan Frosch. Er wird, nach einem Check von Michael Bakos im Schlussdrittel, die Heimreise heute noch nicht antreten können. „Er hat wohl eine sehr schwere Gehirnerschütterung. Er übergibt sich, ist jetzt im Krankenhaus und wird die Nacht hier bleiben müssen“, so die Auskunft von Peter Draisaitl.

Tore:

0:1 (10:42) Eric Chouinard (Dusan Frosch, Tim Schüle)

1:1 (37:57) Andy Canzanello (Matt Hussey, Karl Stewart) PP1

2:1 (54:48) Sebastian Osterloh (Ryan Ramsay, Markus Hundhammer)

2:2 (59:38) Chris Collins (Eric Chouinard, Rob Leask)

3:2 (63:58) Dustin Whitecotton (Daniel Sparre)

Strafminuten: Straubing 6 - Nürnberg 10

Schiedsrichter: Danny Kurmann (SUI)

Zuschauer: 4.551


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