Grizzly Adams gewinnen KellerderbyHannover - Wolfsburg 1:2

Ivan Ciernik erzielte das einzige Tor der Scorpions. (Foto: Martin Hebgen - www.stock4press.de)Ivan Ciernik erzielte das einzige Tor der Scorpions. (Foto: Martin Hebgen - www.stock4press.de)
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Nach den ersten zwanzig Minuten war dem neutralen Beobachter klar, warum es das Kellerderby war und es immer noch 0:0 stand.  Harmlosigkeit war Trumpf, obwohl die Scorpions mit Engagement und Leidenschaft kämpften, aber an einem Mann permanent scheiterten: Daniar Dshunussow. Der Keeper der Gäste hielt seine Mannen alleine im Spiel und wenn es nach dem ersten Drittel 5:2 gestanden hätte, die Wolfsburger hätten sich nicht wundern dürfen. Wenn man schon defensiv steht und auf Konter lauern will, dann muss die Abwehr felsenfest stehen und nicht eine Schusschance nach der andern zulassen. Regan, Fauser, Daschner, Reiß, Goc und Richter, sie alle ließen beste Möglichkeiten aus oder sie scheiterten am Tausendsassa der Wolfsburger. Diese wiederum hatten lediglich in den ersten zehn Minuten ihrerseits durch Schopper, Blanchard und Hospelt Möglichkeiten, waren danach abgemeldet und zeigten lediglich am Drittelende kurz Gefährlichkeit. Ausgerechnet Blanchard hatte wenige Sekunden vor Schluss die beste Wolfsburger Chance, als er alleine vor Pätzold auftauchte, aber am Nationalkeeper scheiterte. Ein 0:1 zu diesem Zeitpunkt wäre allerdings auch unverdient gewesen.

Im zweiten Drittel das gleiche Bild. Die Scorpions versuchten Druck aufzubauen, die Wolfsburger, jetzt besser stehend, arbeiteten mit Kontern. Dabei blieb die Spielkultur auf Grund der weiterhin hohen Fehlerquote beider Mannschaften außen vor und erst in der Drittelmitte hatten die Gäste durch Bina und Furchner auch Chancen, aber noch stand ihnen Pätzold im Wege. Auf der Gegenseite scheiterten der eminent fleißige Blank sowie Goc und Ciernik. Erst im Schlussakkord wurde es dann richtig spannend. Nacheinander wanderten Stephan Wilhelm und Ivan Ciernik bei den Hausherren auf die Strafbank und beim 5:3-Powerplay war dann auch Dmitri Pätzold geschlagen, als Gästeverteidiger Aaron Brocklehurst (38.) den Puck zum 0:1 in die Maschen setzte.

Dieser Rückstand schockierte die Hausherren, die geschlagene zehn Minuten im Schlussdrittel brauchten, um wieder in Gang zu kommen. Die Wolfsburger wiederum schienen kein Interesse an einer vorzeitigen Entscheidung zu haben. Sie erspielten sich zwar Möglichkeiten, gingen aber recht fahrlässig mit ihnen um und angesichts der hannoverschen Unfähigkeit das Tor zu treffen, schien ihnen ein 0:1 zu reichen. Das wäre dann auch fast ins Auge gegangen, als in der 53. Minute nacheinander Sebastian Furchner und Matt Dzieduszycki auf die Strafbank mussten und die Scorpions das doppelte Überzahlspiel zum Ausgleich durch Ivan Ciernik nutzten. Es drohte eine Verlängerung, aber nur 24 Sekunden nach dem 1:1 gelang in Unterzahl Kai Hospelt (55.) die endgültige Entscheidung. Auch die Herausnahme von Dmitri Pätzold und ein 6:4-Überzahlspiel brachte nicht mehr das 2:2. Wolfsburgs Coach Pavel Groß jubelte nach dem Spiel leise: „Wir wollten heute den Sieg, mussten allerdings mächtig kämpfen.“ Scorpions-Coach Igor Pavlov: „Ich kann meiner Mannschaft im Engagement keinen Vorwurf machen. Wir haben einfach zu viele Chancen nicht genutzt.“

Fazit: Ein glücklicher Erfolg der VW-Städter, die sicher allerdings mächtig steigern müssen, wenn sie höhere Regionen erreichen wollen. Die Scorpions müssen dagegen an der Zielvisiereinrichtung arbeiten, denn was nutzen herausgespielte Chancen en masse, wenn sie derart fahrlässig versemmelt werden.


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