Greger Hansons Super-Tor entscheidet das Niederrhein-DerbyKrefeld Pinguine besiegen die Düsseldorfer EG

Greger Hanson (links) erzielte den Siegtreffer für die Krefeld Pinguine gegen die Düsseldorfer EG. (Foto: dpa/picture alliance/Revierfoto)Greger Hanson (links) erzielte den Siegtreffer für die Krefeld Pinguine gegen die Düsseldorfer EG. (Foto: dpa/picture alliance/Revierfoto)
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In einem seit langem erstmals wieder fast ausverkauften König-Palast empfingen die Krefeld Pinguine den Tabellenfünften aus der Nachbarstadt. Pinguin-Trainer Brandon Reid konnte dabei auf seinen kompletten Kader mit Ausnahme von Patrick Klein (verletzt) und Jordan Caron (abwanderungswillig) zurückgreifen und baute auf Dimitri Pätzold im Tor, der eine sehr solide Leistung zeigte. Sein Pendant im Team von Harold Kreis war Mathias Niederberger, der die Pinguine fast den Sieg gekostet hätte.

Beide Mannschaften spielten mit offenem Visier, die Krefelder mit ihrem Overtime-Sieg in Düsseldorf und dem Auswärtserfolg in Köln im Gepäck, aber auch mit dem Wissen um Düsseldorfs solide Defensivleistungen und Tabellenplatz im Hinterkopf. Die Pinguine hatten besonders ab der zehnten Minute, als beide Teams nur vier Feldspieler auf dem Eis hatten, klare Vorteile und schnürten die Landeshauptstädter in ihrem Drittel förmlich ein, scheiterten aber ein ums andere Mal an Mathias Niederberger. Auch mit 5:5 ging die Belagerung des Düsseldorfer Tores weiter. In Minute 14 kamen die Düsseldorfer mal ins Krefelder Drittel, und nach einem Bully landete die abgefälschte Scheibe nach einem Schuss von der blauen Linie im Tor der Pinguine, womit der Spielverlauf völlig auf den Kopf gestellt wurde, aber es gelang den Pinguinen nicht, das Ergebnis vor der Drittelsirene zu korrigieren.

Natürlich drängten die Pinguine auf den Ausgleich, mussten aber zunächst in Minute 30 in Unterzahl den zweiten Düsseldorfer Treffer verhindern, was ihnen nicht nur überzeugend gelang, sondern Torsten Ankert konnte am Ende der Unterzahl einen Schuss der Düssel-dorfer so abblocken, dass Tim Miller dem gerade von der Strafbank zurückkehrenden Jacob Berglund den Puck zentimetergenau auf den Schläger passen konnte, so dass dieser Nieder-berger endlich zum mehr als verdienten 1:1 überwinden konnte. Die schwächsten Minuten der Pinguine waren zwei Überzahlphasen, in denen sie kaum Gefahr für das Düsseldorfer Tor generieren konnten. So ging es mit dem Unentschieden in die zweite Pause.

Als die Krefelder ihrerseits in Unterzahl gerieten, brauchten die Landeshauptstädter nur 21 Sekunden, um durch Braden Pimm wiederum in Führung zu gehen. Aber auch die Pinguine zeigten, dass sie Überzahl spielen können, und glichen durch Martin Schymainski in Minute 53 aus. Die Spannung nahm in der 59. Minute noch einmal zu, als Greger Hanson auf die Strafbank musste, doch die Pinguine retteten zunächst einmal den einen Punkt fürs Unentschieden in die Verlängerung, überstanden ihre Unterzahl und erkämpften sich in Minute 64 auch den zweiten Punkt durch Greger Hanson, der allein auf Niederberger zulief und nach einem herrlichen Spinorama á la Patrick Kane die Scheibe in die Düsseldorfer Maschen beförderte und damit sein erstes Saisontor für die Pinguine erzielte.

Siegtorschütze Greger Hanson kommentierte sein Tor so: „Das hat sich großartig angefühlt. Ich habe diese Saison – statistisch gesehen – einen schweren Start gehabt, deshalb hat sich das Siegtor umso besser angefühlt. Düsseldorf ist defensiv sehr stark, und ich habe eine Menge Respekt für diese Mannschaft, aber wir haben gezeigt, dass wir auch mit starken Gegnern fertig werden. Wir hätten im ersten Drittel Tore schießen müssen, aber der Spielverlauf hat gezeigt, dass wir eine sehr starke Mannschaft haben, die zurückgekommen ist und letztlich gewonnen hat.“

Martin Schymainski, der schon einige Jahre für die Pinguine auf dem Buckel hat und bessere Zeiten im König-Palast erlebt hat als die beiden letzten Meisterschaftsrunden, war schon am Nachmittag in Kenntnis der erwarteten Zuschauerzahl ein wenig nervös. „Wir haben uns die beiden Punkte verdient erkämpft, es war ein hart umkämpftes Spiel, das viel Spaß gemacht hat. Düsseldorf war defensiv stark, und wir haben alles gegeben, um diese letzte Unterzahl zu überstehen.“

Jacob Berglund meinte zu seinem wichtigen Ausgleichstor und dem vorhergehenden Traumpass von T. Miller: „Das war fast zu schön, um wahr zu sein. Die meiste Zeit haben wir wirklich gutes Eishockey gespielt, und vor meinem Tor hatten wir eine Menge guter Wechsel und guter Chancen. Unser Überzahlspiel muss besser werden.“

Neu-Pinguin Torsten Ankert, der (wieder) eine sehr solide Abwehrleistung zeigte, bedankte sich zuerst einmal bei den Krefelder Fans für die großartige Unterstützung. „ Die Fans haben für eine tolle Atmosphäre gesorgt. Ich mache hier in der Abwehr das, was ich schon während meiner ganzen Karriere getan habe: der Abwehr Substanz verleihen. Dafür bin ich geholt worden, das ist meine Rolle, die ich so gerne annehme.“

Beide Trainer waren sich darin einig, dass es ein enges Spiel war, wobei es Harold Kreis anzusehen war, dass ihm die zweite Niederlage gegen die Pinguine wenig schmeckte.

Tore: 0:1 (14.) McKiernan (Barta), 1:1 (32.) Berglund (Miller), 1:2 (43.) Pimm (Barta, McKiernan) PP1, 2:2 (53.) Schymainski (Saponari, Pietta) PP1, 3:2 (64.) Hanson (Lefebvre). Strafen: Krefeld  10, Düsseldorf 8. Schiedsrichter: Hoppe – Hunnius. Zuschauer: 7729.