Greger Hansons erste Tore ebnen Krefeld den Weg zum SiegPinguine besiegen die Grizzlys Wolfsburg nach Verlängerung

Greger Hanson erzielte seine ersten Treffer für die Krefeld Pinguine. (Foto: dpa/picture alliance)Greger Hanson erzielte seine ersten Treffer für die Krefeld Pinguine. (Foto: dpa/picture alliance)
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Der augenblickliche Tabellenfünfte hatte seit seiner Heimniederlage nach Penaltyschießen  gegen die Pinguine am 26. Dezember alles verloren (neunmal)  außer zwei Partien gegen die Haie und dem Auswärtssieg in Düsseldorf am Sonntag. Von daher mussten die Pinguine gewarnt sein, besonders weil der ehemalige Tabellendritte sich angesichts der sehr engen Tabellensituation auf den Plätzen vier bis zehn (vier Punkte Unterschied) keine Ausrutscher mehr leisten konnte. Die Pinguine mussten ohne den verletzten Top-Torschützen Marcel Müller antreten, der das Spiel gegen München angeschlagen beendet hatte. Statt seiner bot Coach Rick Adduono das Nachwuchstalent Darren Mieszkowski, Bruder des langzeitverletzten Mike Mieszkowski auf, der seine DEL-Premiere vor einem leider sehr schwach besetzten König-Palast absolvieren musste. Die Grizzlys traten ohne Tyler Haskins an.

Nach einer etwas holprigem Anfangsphase, in der die Grizzlys einmal übers Tor zielten und Felix Brückmann einen  Schuss von Alex Trivellato abwehren musste, gab es nach sechs Minuten eine exakte Kopie des 0:1 vom Sonntag gegen München: ein Zuordnungsfehler im Mitteldrittel erlaubte Alex Weiß, ungehindert auf Patrick Klein zu zu laufen und einzunetzen. In der achten Minute geriet Krefeld in Unterzahl, die beste Torszene erarbeiteten sich jedoch Markus Nordlund und Daniel Pietta, aber ohne Erfolg. Auf dem Eis sah man keinen Unterschied zwischen dem Fünften und dem Vorletzten, Patrick Seifert, Justin Feser, Martin Schymainski und Kevin Orendorz hatten ihre Chancen zum Ausgleich. Die Grizzlys kamen nur in Minute 17 einmal gefährlich vors Krefelder Tor. Die Pinguine waren zwar überlegen, konnten die Scheibe aber nicht im Tor unterbringen.

Im Mitteldrittel taten sich beide Teams zunächst nicht weh, Halb-Chancen von Dragan Umicevic, Daniel Pietta und Nick St. Pierre standen solche von Sebastian Furchner und Torsten Ankert entgegen. In Minute 32 fiel mit dem 0:2 die vermeintliche Vorentscheidung: Philip Riefers zog mit der Scheibe ums Tor herum und hatte die ungeteilte Aufmerksamkeit der verteidigenden Pinguine, von denen keiner auf den freistehenden Weiß achtete, der die quergepasste Scheibe nur einzuschieben brauchte. Als in der 34. Minute Mikko Vainonen in der Kühlbox saß, fing Nordlund einen Pass der Grizzlys ab und schickte Schymainski auf die Reise, der die Scheibe aus halblinker Position hoch in den linken Winkel hämmerte. Damit waren die Pinguine zurück im Spiel.

Ein schöner Schuss von Vainonen, den Pietta abfälschte, eröffnete das Schlussdrittel. Die nächste gute Chance hatte Nordlund in Minute 45 von der Blauen Linie, danach verpassten Greger Hanson, Kurt Davis und Mathias Trettenes den Ausgleich. Demgegenüber stand eine glasklare Chance der Grizzlys, die Klein souverän entschärfte. In Minute 48 war es endlich soweit: für die unverdrossen kämpfenden Pinguine erzielte Hanson seinen ersten DEL-Treffer und damit das verdiente 2:2. Aber die Freude währte nur kurz: zwei Minuten später nahmen Christoph Höhenleitner und St. Pierre Klein die Sicht, der einen Schuss der Grizzlys nur abprallen lassen konnte und Höhenleitner drückte den Puck über die Linie. Doch die Pinguine spielten weiter nach vorne und belohnten sich in Minute 56 durch Hansons zweiten Treffer. Danach vergab Martin Ness zweimal das 4:3. Stehende Ovationen für den KEV begleiteten die Pinguine in der Endphase, die zum 16. Mal in dieser Saison in die Verlängerung gingen, in der St. Pierre die erste Chance hatte und  Kurt  Davis in Minute 63 die zweite, aber Dragan Umicevic machte noch in der gleichen Minute den Deckel drauf und sicherte mit einem schönen Schuss den zweiten Punkt für Krefeld.

Nach dem Spiel sagte er: „Ich denke, wir haben ein ordentliches Spiel abgeliefert. Es ist immer schwer, sich selbst zu motivieren, wenn man weiß, dass man die Play-offs nicht erreicht, aber die Jungs haben wirklich ziemlich gut gespielt und waren das ganze Spiel voll fokussiert. Der Sieg war ein wenig  glücklich, weil Wolfsburg die besseren Chancen hatte.“ Mathias Trettenes konnte sich zwar heute nicht in die Scorerliste eintragen, überzeugte aber durch seinen nicht nachlassenden Kampfgeist. Er urteilte: „Wir hatten stärkere und schwächere Phasen, aber wir geben nie auf. Ich denke, wir haben auch heute wieder bis zum Schluss Charakter bewiesen. Wir haben verdient gewonnen.“

Doppeltorschütze Greger Hanson: „Wir haben ganz gut gespielt. Einige unserer Fehler haben die Wolfsburger zu Toren genutzt, aber wir haben uns zurückgekämpft. Es war schön für mich, die Tore zu erzielen, denn ich war ziemlich enttäuscht darüber, dass ich bislang nicht getroffen habe, obwohl ich – wie ich glaube – ganz gut gespielt habe. Ich denke, wir haben das ganze Spiel hart gekämpft, nie aufgegeben wie es manchmal passiert, wenn man zurückliegt, und  verdient gewonnen.“

Nachwuchs-Star Darren Mieszkowski bewertete seine ersten Minuten DEL-Luft wie folgt: „Ich habe erst gestern erfahren, dass ich heute hier mitspielen würde. Ich habe mich sehr gut gefühlt, da die Jungs mich gut aufgenommen und auf mich aufgepasst haben. Natürlich ist das Spiel hier viel schneller, ich hoffe, ich habe meinen Job gut gemacht und auf einen weiteren Einsatz.“

Grizzlys-Coach Pavel Gross betonte, dass seine Spieler sich mehr vorgenommen hatten, vermisste aber den Killerinstinkt seiner Spieler. „Niemand hat Verantwortung übernommen, so dass wir unsere Führung aus der Hand gegeben haben. Wir müssen einen besseren Job machen.“ Rick Adduono sagte, dass der Sieg für die Fans erspielt worden sei: „Beide Torhüter waren sehr gut, unsere 21 Spieler haben gut gekämpft,  ich bin besonders stolz auf Darren Mieszkowski, der sehr gut gespielt hat und sogar zwei Torchancen hatte.“

Tore: 0:1 (6.) Weiß (Pfohl, Wurm), 0:2 (32.) Weiß (Riefers), 1:2 (36.) Schymainski (Nordlund) SH1, 2:2 (48.) Hanson (Feser, Davis), 2:3 (50.) Höhenleitner (Furchner, Likens), 3:3 (56.) Hanson (Davis), 4:3 (63.) Umicevic (Pietta, St. Pierre). Strafen: Krefeld 4, Wolfsburg 2. Schiedsrichter: Kopitz – Schukies. Zuschauer: 2828.


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