Grant Lewis: Ein „Model“ mit zwei Calder-Cup-TitelnNeu in der DEL

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Für die Straubinger Damenwelt gleich die schlechte Nachricht vorab: Lewis ist in festen Händen. „Ja, ich habe eine Freundin. Aber sie ist leider nicht hier, sondern lebt in Amerika.“

Letzte Saison spielte er für das slowakische KHL-Team Lev Poprad. Im Sommer war Lewis auch beim ERC Ingolstadt und bei den Grizzly Adams Wolfsburg im Gespräch. In einem Interview mit der Wolfsburger Allgemeinen Zeitung meinte Charly Fliegauf jedoch: „Für uns nicht gut genug.“

Den Zuschlag für den Verteidiger, der in 194-AHL Spielen eine Plus-Minus Bilanz von +52 hat, haben letztendlich die Straubing Tigers bekommen. „In meinem alten Team gab es einige finanzielle Probleme und eigentlich wollte ich wieder in Nordamerika spielen. Aber mit der unsicheren Situation zwischen NHL und NHLPA und dem möglichen Lockout war das nicht einfach. Ich hatte viele Angebote, aber Dan Ratushny, Jason Dunham und das ganze Management der Tigers haben sich wirklich um mich bemüht und waren von Anfang an offen. Und hier bin ich.“ Coach Ratushny meint über Lewis: „Er hat Offensiv- und Defensivqualitäten, er kann in jeder Spielsituation eingesetzt werden.“

Er kam spät zum Team und hatte nur zwei Eiseinheiten vor dem ersten Vorbereitungsspiel, doch was er auf dem Eis machte, hatte Hand und Fuß. Ein echter Traumeinstand. Doch nicht wegen eines Tores und einer Vorbereitung – er bewegte sich auf dem Eis, als ob er seit Jahren in diesem Team spielt. Offenbar hat er den gewissen Riecher, um zu wissen, wo er gerade stehen muss. „Ich denke, das geht schon noch besser, und es wird mit jedem Training auch besser. Ich hoffe, ich spiele in unserer Zone gut und will noch mehr Offensivakzente setzten.“ Damit hat er eigentlich auch schon seine persönlichen Ziele für die Saison beschrieben. „Ich will gut spielen und dem Team helfen, so gut ich kann. In der Defensive will ich in jedem Wechsel eine stabile Leistung bringen, möchte einen guten Aufbaupass spielen. Wenn dann ein paar Punkte herausspringen, wäre das toll.“

Das große europäische Eis kennt er schon ein Jahr aus der KHL und hat damit also sicher keine Probleme. „Na ja, nach dem Sommer braucht man immer ein paar Spiele, um sich wieder auf dem Eis zurechtzufinden.“ Aber die Unterschiede zwischen KHL und DEL hat Lewis schon erkannt. „Die KHL ist für einen Verteidiger etwas ganz anderes. Du hast mehr Zeit am Puck, du hast mehr Zeit, dich neu zu ordnen, es wird mit etwas weniger Forecheck gespielt. Dafür wird mehr zusammen gearbeitet. Es war ein interessantes und lehrreiches Jahr für mich.“

Grant Lewis wurde 2004 in der zweiten Runde von den Atlanta Thrashers gedraftet, spielte aber nur ein Spiel für die Thrashers. Vor seinen KHL-Jahr beim HC Lev Poprad spielte er in der AHL für die Chicago Wolves, die Hershey Bears und die Milwaukee Admirals. In seiner Vita stehen zwei AHL-Titelgewinne. 2007/08 gewann er mit den Chicago Wolves, 2009/10 mit den Hershey Bears jeweils den Calder Cup.