Glücksschuss entscheidet TigerduellStraubing – Nürnberg 1:2

Lesedauer: ca. 2 Minuten

Solche Tore sieht man nicht alle Tage, und dazu braucht es wohl auch ein stimmungsvolles Derby. Es war die 46. Minute, als Ryan Bayda der Scheibe hinterher jagte. Gegenspieler hatte er, bis auf Goalie Jason Bacashihua, keine mehr. Bacashihua sah nur eine Möglichkeit, raus aus dem Tor und den Abstand und Winkel zum Puck verringern. Es war die richtige Entscheidung, doch Bayda kommt vor „Cash“ in Scheibenbesitz, muss aber fast bis an die Torlinie ausweichen. Bayda scheint das wenig zu stören – und schießt. Niemand reagiert. Bis auf Bayda und den Schiedsrichter, der ein Tor anzeigt. Denn Nürnbergs Nummer 11 hat getroffen. Es dauerte Sekunden, bis nicht nur Nürnbergs Spieler und Fans realisiert hatten, dass ein Tor gefallen ist, doch dann war die Freude doppelt groß. „Dieser Glücksschuss war heute der Unterschied“, sagte Ice-Tiger-Stürmer Eric Chouinard nach dem Spiel. Auch Straubings Daniel Sparre sah das so: „Das war ein ziemlich schlechter Winkel und ein echter Glückstreffer.“ Zudem war es dieses verrückte Tor auch das Tor, das unter dem Strich den Gästesieg sicherte.

Nicht nur über den Siegtreffer, auch über den Rest des Spieles herrsche große Einigkeit. Chouinard  meinte: „Ich denke, wir haben gut gespielt. In den letzten Spielen haben wir nicht punkten können, aber dieser Auswärtssieg heute ist hoffentlich der Start in eine Siegserie.“ Sein Coach Jeff Tomllinson sah sogar „einen sehr wichtigen Sieg für uns“. Und weiter: „Das Spiel war ein Pflichtsieg, wir mussten unbedingt drei Punkte holen, um dran zu bleiben.“ Tomlinson lobte beide Teams und ergänzte: „Ich bin sehr stolz, wie die Jungs gekämpft hat.“ Besonderen Gefallen hatte er auch an den beiden Torleuten und sagt weiter: „Es war ein sehr ausgeglichenes Spiel. Wir hoffen, dass wir nach diesem Charaktersieg eine Serie starten können.“

Enttäuscht über die Niederlage war man natürlich im Straubinger Lager. Stürmer Sparre erzählt: „Wir hatten heute wirklich kein Glück. Wir Stürmer hätten heute vier oder fünf Tore machen müssen, die Chancen dafür waren da. Im Überzahlspiel ist die Scheibe auch gut gelaufen und wir brachten die Scheibe immer wieder vors Tor. Das Ergebnis ist wirklich frustrierend, aber mit nur einem Tor ist es schwer zu gewinnen.“ Hätten die Straubing Tigers gewonnen, wäre das jedoch ein mindestens genauso glücklicher Sieg gewesen, denn Nürnberg hatte nur unwesentlich weniger Schüsse aufs Straubinger Gehäuse und hatte auch einige weitere Großchancen. Bei wenigen Toren und vielen Schüssen stehen zwangsläufig die Goalies immer wieder im Mittelpunkt. Beide gehörten zu den besten Spieler auf dem Eis.

Straubings Coach Dan Ratushny kommentierte das Spiel mit den Worten: „Nürnberg hat ein komplettes Spiel gespielt. Sie waren gefährlich im Angriff und sehr solide in der Verteidigung. Für uns ist das Ergebnis eine Enttäuschung.“

Tore:
0:1 07:26 Casey Borer (Patrick Reimer, Jason Jaspers)
0:2 45:44 Ryan Bayda
1:2 48:23 Carsen Germyn (Dustin Whitecotton, Sandro Schönberger)

Strafen: Straubing 8; Nürnberg 10
SR: Gordon Schukies; Florian Zehetleitner LR: Markku Büse; Stefan Velkoski
Zuschauer: 5.213


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