Gelungener Auftakt in der SAP-Arena in Mannheim – für WolfsburgMannheim - Wolfsburg 2:3 n.V.

Greg Moore erzielte den Siegtreffer. (Foto: Roland Schicho)Greg Moore erzielte den Siegtreffer. (Foto: Roland Schicho)
Lesedauer: ca. 2 Minuten

Play-off-Auftakt, Erster gegen Zehnter, Adler Mannheim gegen Grizzly Adams Wolfsburg heißt die Paarung. Die üblichen Vorbemerkungen, wie die Wolfsburger sind durch die Pre-Play-offs im Spielrhythmus, die Adler müssen nach zehn Tagen Pause erst in den selbigen finden, sind alle Makulatur. Die Defensive der Adler hatte Wolfsburg 50 Minuten im Griff, blockte Schüsse, drängte die Stürmer der Grizzlies wie aus dem Lehrbuch in die Außenpositionen, hielt konzentriert die Positionen, was an Schüssen durchkam, war sichere Beute des von der DEL als Torhüter des Jahres bestimmten Dennis Endras.

Für die nötigen Tore sorgten Frank Mauer im Power Play von der blauen Linie (19.) und Matthias Plachta (24.) bei fünf gegen fünf, der einen Schuss von Frank Mauer ins Tor abfälschte. War das Spiel bis dahin mit der Würze von Play-off-Intensität angereichert, ließ diese nach der 2:0-Führung deutlich nach, seltsamer Weise auf beiden Seiten. Die Adler fingen an zu verwalten, wurden zusehends emotionslos, aber auch bei Wolfsburg hatte man nicht den Eindruck, sie würden für mehr auf dem Eis stehen oder anders ausgedrückt, beiden Mannschaften fehlte der inspirierende Moment, um richtig ins Rollen zu kommen.

Bei den Grizzlies sorgte dafür spätestens zu Beginn des dritten Drittels dann der Trainer der Wolfsburger Pavel Gross, sowohl durch diverse Diskussionen mit den Schiedsrichtern als auch durch sein emotionales Coaching gegenüber seinen Spielern. Höhepunkt war die 54. Minute. Innerhalb von 16 Sekunden sprachen die Schiedsrichter zwei Strafen gegen die Adler aus, Pavel Gross nahm seinen Torhüter Dshunussow vom Eis, um mit sechs Feldspielern gegen verbleibende drei Adler zu spielen, wechselte dann Ersatz Keeper Vogl ein und wieder zurück für einen sechsten Spieler, Ziel war Zeit gewinnen ohne Auszeit, mit der entstehenden Hektik den Spielfluss des Gegners stören, die Konzentration seiner Spieler hoch zu halten. Mit Erfolg, denn in der 56. Minute erzielte Norman Milley den 1:2-Anschlusstreffer, die Grizzlies waren danach am Drücker, die Adler durch die Hektik von der Rolle und sie fanden danach auch nicht mehr ins Spiel. Logische Konsequenz war der Ausgleich in der 58. Minute (Robert Bina) sowie der Siegtreffer in der Overtime durch Gregory Moore.

Fazit ist, im Gegensatz zu den Adlerfans sind die Big Guys der Adler noch nicht in den Play-offs angekommen, die Schiedsrichter kämpfen auch noch mit ihrer Play-off-Form, ließen sie sich doch vom Coaching von Pavel Gross beeindrucken, waren aber trotz einiger seltsamer Entscheidungen nicht der Grund für die Niederlage. Geschlagen haben sich die Adler selbst, sie waren zu schnell zufrieden mit ihrer Führung und konnten im entscheidenden Moment nicht den Schalter umlegen, um ins Rollen gekommene Grizzlies in Schach zu halten. Hoffentlich ein Hallo Wach zur rechten Zeit für die Adler, Play-off-Stand 0:1 für Wolfsburg, nicht mehr aber auch nicht weniger.