Geht Skandalserie weiter? - Ein Kommentar

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Lesedauer: ca. 3 Minuten

Ein Kommentar von Werner Nieleck

Geht die Skandalserie heute Abend

eigentlich weiter? Dies werden sich nicht wenige Fans angesichts der chaotischen

und nicht mehr mit dem Wort „emotionell“ zu beschreibenden Vorkommnisse in den

jeweils ersten drei Spielen der diesjährigen Viertelfinalserie fragen. Fast

überall gab es Zoff, egal,

ob es nun eine wüste Beschimpfung

war, die ein Crack mit französischer Muttersprache (warum eigentlich auf

englisch ?) seinem Landsmann an den Kopf geworfen haben sollte,

- ob die Ingolstädter im ersten

Match gegen Köln so richtig die Sau herausließen,

- ob die Ligenleitung keine

zusätzliche Sperre für Ingolstadts Yannic Seidenberg aussprach, der den Kölner

Crack Bryan Adams so schwer verletzte, dass dieser die nächsten zwei Partien

nicht mitmachen konnte,
- ob „Heimschiedsrichter“ Aumüller

einen Treffer nicht gab, weil er vorher bereits abgepfiffen haben sollte, obwohl

diese Aktion keinesfalls auf dem Video ersichtlich war,

ob, ob, ob.

 

Daher war es überhaupt kein

Wunder, dass beispielsweise Kölns Manager Thomas Eichin („was da abläuft, ist

Slapstick“) und Chefcoach Doug Mason (mit dem Satz „Aumüller hat immer einen von

uns rausgestellt, weil er Ingolstadt helfen wollte“, wurde er in einer

Tageszeitung zitiert) gifteten, was das Zeug hielt. Eichin entschuldigte sich

zwar in einer Pressemeldung wegen des Tons, blieb in der Sache

selbst aber hart.

 

Und was sollten eigentlich die

Hamburger sagen? Schon beim ersten Match gebärdete sich Hauptschiedsrichter

Richard Schütz derart, dass ihm zu seinen Entscheidungen ein rot-gelber Dress

wesentlich besser gestanden hätte als ein schwarz-weißer. Schon in der

Anfangsphase übersah der gebürtige Krefelder großzügig zwei Fouls von

Düsseldorfer Spielern, verhalf auf der anderen Seite, nachdem er erneut bei

diversen DEG-Fouls nicht hinschaute, dem Heimverein zu einer 5:3-Überzahl (die

dieser zum 1:1 nutzte). Da wunderten sich sogar einige Düsseldorfer

Pressevertreter.

 

Im zweiten Spiel der Serie

Ingolstadt gegen Köln verbrachte Hauptschiedsrichter Martin Reichert unnötig

viel Zeit damit, sich mit seinen Linienrichtern zu beraten. Als er nach 16;10

Minuten einem Kölner Spieler wegen Halten des Stockes eine Strafe aufbrummte,

dauert es fast fünf Minuten, bis das Spiel weiterging.

 

Den Vogel schoss derselbe

Unparteiische ein paar Tage später in Düsseldorf ab. Neunmal(!) hintereinander

bestrafte er Hamburger Akteure, bevor er endlich auch einem Düsseldorfer Spieler

den Weg zur Strafbank wies. Gut, ein Schiedsrichter sollte weiß Gott kein

Buchhalter sein und nicht auf seine persönliche Bilanz achten (wobei die Strafen

sich nach 60 Minuten ungefähr die Waage halten). Aber wenn derart einseitig

entschieden wird, hat das nichts mehr mit dem Wort „unparteiisch“ zu tun.

 

Quasseleien mit allen möglichen

Spielern (auch wenn sie weder das „C“ noch das „A“ auf dem Trikot tragen), den

schwarz-weißen Kollegen und anderen Offiziellen, Dösen der Linienrichter (sie

haben nach Aufhebung des Zwei-Linien-Abseits sowieso noch kaum etwas zu tun) bei

Abseitsentscheidungen, „Wunschpfeifen“ bei entsprechenden Dezibelzahlen des

(Heim)-Publikums, all das nimmt immer mehr in unseren Stadien überhand. Wir

haben viel zu wenig Typen auf dem Eis, die sich einen Dreck darum kümmern, ob

zwölf oder 12.000 Zuschauer ihren Unmut bei einer vermeintlichen

Fehlentscheidung äußern. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, verfügen wir nur noch

austauschbare „Unparteiische“, die nicht mehr mit dem Wort „Persönlichkeiten“

bezeichnet werden können.

 

Zu Zeiten eines Josef Kompalla

hat man dem Kattowitzer oft vorgehalten, dass er seine Lieblinge habe, die

dementsprechend oft berücksichtigt werden. Besser ist es sicherlich nicht

geworden, wie mir einige Schiedsrichter glaubhaft versichern. Und Vorbilder

fehlen ohnehin für den Nachwuchs, unabhängig von allen möglichen Posten und

Pöstchen, die die Herrschaften einnehmen.  





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