„Gegen Krefeld kann man mal verlieren“Dritter Sieg in Folge

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„Gegen Krefeld kann man mal verlieren“, sangen die glücklichen Fans der Krefeld Pinguine, als diese am 45. Spieltag der DEL erstmalig in der Saison 2015/16 den dritten Sieg in Folge eingefahren hatten und damit ihren Trainer Franz Fritzmeier bestätigten, bei dessen Einstand am 16. November  „nur“ ein 3:2 nach Verlängerung gegen die Donaupanther herausgesprungen war und der am Vortag vorausgesagt hatte, dass es sehr schwer werden würde, die Niederrheiner zu bezwingen, da die Spieler top motiviert seien und die Mannschaft sich von Tag zu Tag verbessere. Am Ende stand ein 2:1 (1:0, 1:0, 0:1)-Erfolg gegen den ERC Ingolstadt.

Folgerichtig gehörte die Auftaktphase den Krefeldern, erst nach zwei Minuten konnte Tomás Duba erstmalig zugreifen. Danach gab es Chancen auf beiden Seiten, so dass beide Torhüter sich auszeichnen konnten. In Minute 10 geriet Ingolstadt in Unterzahl, aber in drei Minuten, davon einer in doppelter Überzahl, brachten die Pinguine nichts Zählbares zustande. Das besorgte kurz vor dem Drittelende Steve Hanusch: Er fing einen Aufbaupass der Bayern durch die Rundung an der rechten Bande ab, zog auf das Tor und bezwang Timo Pielmeier unten links. Mit 1:0 ging es in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel drängte zunächst Ingolstadt auf den Ausgleich und vergab in der 22. Minute eine ganz dicke Chance. Danach wurde Krefeld wieder stärker und erarbeitete sich in den folgenden zwei Minuten mehrere gute Chancen, doch kam das 2:0 fast überraschend zustande: bei angezeigter Strafzeit gegen Ingolstadt in Minute 24 ging ein Schuss von Mark Hurtubise durch drei bayerische Verteidiger vor Pielmeier hindurch und konnte von ihm nicht mehr festgehalten werden. Nur wenige Sekunden später verpassten die Krefelder das 3:0. Eine Strafzeit gegen Oliver Mebus überstanden sie ohne große Probleme und spielten weiter nach vorne. In der 31. Minute bejubelten die Zuschauer das vermeintliche 3:0 durch Vasiljevs, das die Schiedsrichter jedoch wegen angeblichen Torraumabseits nicht anerkannten. Danach herrschte Hochbetrieb rund um das Panther-Tor und Pielmeier konnte sich bei Fortuna bedanken, dass er nicht hinter sich greifen musste. Auch die zweite Hälfte des Mitteldrittels dominierten die Pinguine, die Schussbilanz von 11:5 (26:13 total nach 40 Minuten) belegt dies klar.

Im Schlussdrittel bemühten sich die Bayern etwas mehr, die von ihnen so dringend benötigten Punkte mit nach Hause zu nehmen: das Glück des Tüchtigen stand Tomás Duba in Minute 44 zur Seite, als John Laliberte allein auf ihn zulief, dessen Schuss Duba abwehrte. Laliberte nahm seinen eigenen Rebound wieder auf, setzte die Scheibe mit der Rückhand allerdings an den Pfosten. In Minute 53 gab es eine weitere brenzlige Situation vor dem Krefelder Tor, weil der Puck  sehr unglücklich von der Bande abgesprungen war. Als Scott Valentine nach genau 53 Minuten in die Kühlbox geschickt wurde, brauchten die Panther exakt 100 Sekunden, um den 1:2-Anschlusstreffer zu erzielen. Nun schwamm die Pinguinabwehr ein wenig, weil man mit dem einfachen Hinausschlagen der Scheibe aus der kritischen Zone nicht zufrieden war. Obwohl die Bayern eine Minute vor Schluss Pielmeier auf die Bank schickten, brachten die Niederrheiner den knappen Vorsprung über die Zeit.

Torschütze Steve Hanusch kommentierte das Spiel wie folgt: „Heute hat sich jeder für den anderen den Allerwertesten aufgerissen und dann – wenn jeder für den anderen kämpft – sieht man, was wir herausholen können in einer Saison, die für uns eigentlich schon gelaufen ist. Wir waren über weite Strecken die bessere Mannschaft und haben das Spiel verdient gewonnen.“

Geburtstagskind David Fischer sagte: „Nach der Unterbrechung war es heute von allen eine starke Leistung. Unser Torwart war sehr gut. Ich denke, die letzten Monate haben wir wirklich besser gespielt.“  Ingolstadts Trainer Kurt Kleinendorst schloss sich in der Pressekonferenz diesen Beurteilungen an, als er Krefeld gratulierte und sagte: „Krefeld hat engagiert gespielt, und wir wussten, dass sie es tun würden. Sie haben sich in Schüsse geworfen und sie blockiert, sie haben sehr hart gearbeitet, sie haben die drei Punkte verdient gewonnen.“ Pinguin-Trainer Franz Fritzmeier lobte seine Mannschaft und ging auf die 31. Minute ein, in der das Spiel schon hätte entschieden sein können: „Wir haben wieder mit viel Einsatz und Stolz gespielt und waren taktisch sehr diszipliniert. Ich denke, nach dem 3:0 war die Messe eigentlich gelesen. Es ist sensationell, was es im deutschen Eishockey für Regeln gibt. Ich möchte da niemand persönlich kritisieren. Es ist Wahnsinn: auch wenn es bei uns im Regelbuch steht, dass, wenn man mit seinem Gesäß in der Luft im Torraum ist, dass das dann Torraumabseits ist. Vielleicht hätte ich das Regelbuch besser lesen müssen, da ist wieder ein Riesenfingerspitzengefühl bewiesen worden, dann so ein Tor nicht zu geben. Sensationell! Aber wir wollen darüber nicht so viel reden. Wir wussten, Ingolstadt muss heute gewinnen, wir mussten 100 Prozent aufs Eis bringen. Das haben wir getan, und damit haben wir verdient gewonnen.“

Torfolge:  1:0 (20.) Hanusch – 2:0 (24.) Hurtubise (Supis, Kretschmann) – 2:1 (55.) Buck (Laliberte, McNeill) PP1. Strafen: Krefeld  8, Ingolstadt  6. Schiedsrichter: Aicher / Aumüller. Zuschauer: 4337.

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