Gebrauchtes Wochenende für die AdlerMannheim verliert auch gegen Nürnberg

Endstation Tyler Beskorowany: Die Adler Mannheim konnten den Nürnberger Goalie nur einmal überwinden. (Foto: Imago)Endstation Tyler Beskorowany: Die Adler Mannheim konnten den Nürnberger Goalie nur einmal überwinden. (Foto: Imago)
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Das auswärts stärkste Team der DEL, die Ice Tigers aus Nürnberg, bestätigten diesen Trend und entführten aus Mannheim drei Punkte. Die Adler mussten sich am Sonntag den Franken mit 1:3 (0:0, 0:2, 1:1) geschlagen geben.

11.496 Zuschauer kamen am Nikolaus-Tag in die SAP-Arena, um zu sehen, wie die Reaktion der Mannschaft auf die 2:6-Niederlage vom Freitag gegen Berlin ausfallen würde. Und das sah nur im ersten Drittel gut aus. Mit der quirligen, schnellen und raumgreifenden Spielweise der Adler hatten die manchmal statisch wirkenden Nürnberger so ihre Probleme. Die Adler nutzten ihre Feldvorteile jedoch nicht, der finale Pass vor dem generischen Tor war entweder der Pass zu viel oder nicht exakt genug. Was dann an Schüssen auf Nürnbergs neuen Torhüter Tyler Beskorowany abgegeben wurde, war entweder zu unplatziert oder er hatte freie Sicht auf die Situation und somit kein Problem, die Schüsse zu halten. Dabei müssten es die Adler wissen (aus seiner Zeit bei der Düsseldorfer EG), dass man einen Tyler Beskorowany eher überwinden kann, wenn man ihn durch entsprechendes Passspiel zu schnellen Positionswechseln zwingt. Das Potenzial dazu haben die Adler ja, versucht wurde es gestern Abend jedoch gefühlt zweimal. In der ersten Situation benötigten die Schiedsrichter den Videobeweis, um zu erkennen, dass der Puck bei Christoph Ullmanns Aktion die Torlinie nicht im ganzen Umfang „überglitten“ hatte, in der zweiten fiel Mannheims „Kosmetiktor“ durch Brandon Yip (57.) zum 1:3.

Dazwischen lagen drei Tore für die Ice Tigers. In einem durchaus guten und spannenden Spiel brachten die Nürnberger mit ihrer geradlinigen körperbetonten Spielweise den Puck schnell ins gegnerische Drittel, ohne sich dort jedoch richtig Zwingendes zu erarbeiten. Dafür nutzten sie die Gastgeschenke, der immer weniger homogen wirkenden Mannheimer aus, konsequent und gekonnt. David Steckel ließ sich in der 21. Minute die Führung nicht entgehen, nach einer unglücklichen Abwehr eines Querpasses durch Dennis Endras, hatte Steckels Gegenspieler zwar den Mann aber nicht dessen Stock unter Kontrolle. So etwas lässt sich ein Spieler dieses Formats selten entgehen.

In der 40. Minute fühlte sich niemand für Steven Reinprecht zuständig, die Adler ließen ihn unbedrängt bis ins Halbfeld vorstoßen, sein harter und platzierter Schuss rutschte Dennis Endras durch die Hosenträger. Neun Minuten später verlor Adler Ryan MacMurchy nach einem durch Nürnbergs Abwehr unterbrochenen Angriffsversuch der Adler im eigenen Drittel bei einem Zweikampf den Puck. Hilfe bekam nur der Ice Tiger Patrick Buzas. Der heranstürmende Marius Möchel verwertete seinen Pass vors Tor freistehend zum 3:0 (49.).

Bei den Adlern lief gestern Abend wie schon gegen Berlin in entscheidenden Momenten vieles nicht zusammen. Solche Phasen gibt es, fehlendes Scheibenglück kommt meist dazu, wenn es nicht läuft, so auch gestern Abend. Zeit zur Rückbesinnung und drehen an den berühmten Stellschräubchen ist angesagt bei den Adlern, damit diese beiden Ausrutscher nicht zum Tief werden.

Tore: 0:1 (20:51) David Steckel (Leonhard Pföderl, Patrick Buzas), 0:2 (39:17) Steven Reinprecht (Patrick Reimer, Kyle Klubertanz/5-4), 0:3 (48:39) Marius Möchel (Patrick Buzas, Derek Joslin), 1:3 (56:09) Brandon Yip (Marcus Kink, Steven Wagner). Strafen: Mannheim 16, Nürnberg 14. Zuschauer: 11.496.

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