Fünf Überzahl-Tore reichen den Augsburger Panthern nicht gegen Bremerhaven DEL kompakt

Ehre, wem Ehre gebührt: Nürnberg feierte seine Silber-Helden Yasin Ehliz, Patrick Reimer und Leo Pföderl (vlnr).  (Philippe Lotz / hockeyweb)Ehre, wem Ehre gebührt: Nürnberg feierte seine Silber-Helden Yasin Ehliz, Patrick Reimer und Leo Pföderl (vlnr). (Philippe Lotz / hockeyweb)
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Eisbären Berlin – Red Bull München 3:1 (1:0, 2:1, 0:0)

Meister EHC Red Bull München schonte im ersten Spiel nach der Olympia-Pause alle Medaillengewinner - nachdem die Bullen als Hauptrunden-Erster quasi feststanden eine durchaus nachvollziehbare Maßnahme. Und das Fehlen von Danny aus den Birken, Yannic Seidenberg, Darryl Boyle, Frank Mauer, Brooks Macek, Patrick Hager und Dominik Kahun machte sich dann doch bemerkbar: James Sheppard brachte die Eisbären im ersten Drittel in Überzahl in Führung, die Derek Joslin nach 85 Sekunden im Mittelabschnitt ausglich. Mark Olver erzielte noch im zweiten Drittel die erneute Führung für die Gastgeber, die Sean Backman in doppelter Überzahl 50 Sekunden vor der zweiten Sirene ausbaute. Erst kurz vor Schluss schafften die Münchner, die an diesem Abend 47 Torschüsse abgaben, den Anschluss durch Ryan Button nach einer Traumkombination, in der Matsumoto und Ex-Eisbär Mads Christensen ihre ganze Klasse demonstrierten. Der kam jedoch zu spät – die Eisbären brachten den knappen Vorsprung ins Ziel.

ERC Ingolstadt – Krefeld Pinguine 5:1 (1:0, 4:0, 0:1)

Nach der Olympia-Pause bläst der ERC Ingolstadt zum Angriff auf das Heimrecht bis zum Halbfinale bei nur einem Punkt Rückstand auf Platz vier – und hatte dabei im ersten von drei Endspielen sozusagen ein Freilos: Die nach dem „Winterschlussverkauf“ arg dezimierten Krefelder konnten sich nur in den ersten dreißig Minuten einige gute Chancen erarbeiten, als die Schanzer ein bisschen zu sorglos vor Nationalspieler Timo Pielmeier in der Defensive waren. Nach der Führung ersten Abschnitt durch Tim Stapleton zogen die Gastgeber im Mitteldrittel standesgemäß davon, auch weil die Rheinländer einige sehr gute Chancen liegen ließen. Joachim Ramoser mit seinem zweiten Saisontor, Kael Mouillierat in Unterzahl, Greg Mauldin im Powerplay und nochmal Kael Mouillierat in numerischer Überlegenheit stellten auf 5:0 für die Oberbayern. Erst im Schlussdrittel kamen die Gäste durch Meister-Panther Christoph Gawlik zum Ehrentreffer. Ingolstadt rückt als Gewinner des Spieltags auf Platz vier vor.

Schwenninger Wild Wings – Adler Mannheim 1:4 (0:1, 1:3, 0:0)

Im Südwest-Derby wollte Schwenningen auf dem zehnten Platz liegend sich die DEG vom Leib halten, Mannheim hingegen nach einer durchwachsenen Saison die Play-offs fix machen und vielleicht sogar mit einem Sieg in Richtung direkte Qualifikation für die Endrunde schielen. Diesem Anspruch ließ das Team von Bill Stewart Taten folgen: 16 Sekunden vor der ersten Sirene erzielte Andrew Desjardins die Führung für die Gäste. Devin Setoguchi erhöhte für die Adler, bei denen alle sechs Silber-Helden zum Einsatz kamen, im Mittelabschnitt, doch nur eineinhalb Minuten später waren die Wild Wings durch den Treffer von Simon Danner wieder dran. Dann aber dauerte es nur 87 Sekunden, bis die Adler den alten Abstand wiederhergestellt hatten. Eine Sekunde vor Ende des zweiten Drittels traf erneut Desjardins auf Zuspiel von David Wolf und Matthias Plachta zum Endstand. Adler-Kapitän Marcus Kink steuerte zwei Assists zu diesem wichtigen Sieg für die Kurpfälzer bei.  

Grizzlys Wolfsburg – Straubing Tigers 1:4 (0:2, 1:1, 0:1)

Einen klaren Fehlstart nach der Pause legten die Wolfsburger hin: Gegen das Schlusslicht aus Straubing verloren sie sang- und klanglos mit 1:4. Oblinger mit einem Schuss aus der Drehung und Dylan Yeo per Nachschuss nach einem Abpraller von Torwart Gerald Kuhn schossen die Niederbayern bereits im ersten Drittel in Führung. Im Mitteldrittel erhöhte Thomas Brandl sogar auf 3:0 aus Sicht der Gäste. Etwas Hoffnung keimte auf, als Brent Aubin in Überzahl das erste Tor für die Gastgeber schoss. Aber Zählbares gelang den Grizzlys nicht mehr – im Gegenteil: Exakt drei Minuten vor dem Ende erzielte Steven Zalewski ebenfalls im Powerplay den Endstand. Wolfsburg rutscht damit auf Rang sechs ab. Die Straubing Tigers dagegen sind durch diesen Erfolg zum ersten Mal seit November nicht mehr Tabellenletzter der DEL. Die rote Laterne leuchtet nun in Krefeld.

Iserlohn Roosters – Kölner Haie 3:1 (1:1, 1:0, 1:0)

Die Iserlohn Roosters können noch in Richtung direkte Play-off-Qualifikation angreifen, Köln sich noch das Heimrecht bis ins Halbfinale sichern. Deswegen hatten die Rheinländer bis auf Moritz Müller auch alle Qlympia-Heimkehrer mit an Bord. Bereits nach zwei Minuten mussten sie jedoch einem Rückstand hinterherlaufen: Jake Weidner hatte für die Sauerländer getroffen. Ex-Nationalspieler Philipp Gogulla glich auf Zuspiel des Final-Torschützen Felix Schütz noch im ersten Drittel aus. Kurz vor und kurz nach der zweiten Drittelpause sorgte dann Iserlohns Jason Jaspers mit zwei Treffern für die Entscheidung. Mehr als zwei Minuten spielten die Haie in der Schlussphase ohne ihren Torwart Wesslau, konnten aber mit dem Extra-Angreifer nicht einmal mehr den Anschluss erzwingen. Die Roosters belegen damit punktgleich mit ihrem heutigen Gegner Rang sieben und acht mit jeweils 74 Punkten.

Nürnberg Ice Tigers – Düsseldorfer EG 2:1 (1:0, 1:1, 0:0)

Die Franken wollten nach der langen Pause Platz zwei sichern, die DEG suchte ihre letzte Play-off-Chance mit drei Punkten Rückstand auf Platz zehn. Diese Hoffnung erhielt nach 149 Sekunden einen herben Dämpfer, als Dane Fox in Überzahl zur Führung für die Gastgeber traf. Jeremy Welsh konnte diese im Mitteldrittel ausgleichen, aber fünf Sekunden vor der zweiten Sirene stellte Olympionike Leo Pföderl wieder die Führung für die Franken her. Die Nürnberger, die mit allen Medaillengewinnern angetreten waren, verwalteten diesen Vorsprung und kamen so zu einem knappen Heimsieg.

Augsburger Panther – Fischtown Pinguins 5:6 (2:2, 2:4, 1:0)

Eine bittere Niederlage kassierten die Augsburger Panther, die ebenfalls ihre letzte Chance bei fünf Punkten Rückstand auf Rang zehn auf den Einzug in die Endrunde nutzen wollten. Bremerhaven hat hingegen im zweiten Jahr Ligenzugehörigkeit die zweite Qualifikation geschafft und sogar noch Chancen auf Platz vier. Es stand viel auf dem Spiel, was sich auch in 81 Strafminuten zeigte. Doch selbst fünf Powerplay-Tore reichten den Panthern nicht, denn auch die Pinguins trafen dreimal mit einem Mann mehr auf dem Eis. Entscheidend war letztlich die erste Phase des zweiten Drittels, als die Gäste aus dem hohen Norden innerhalb von 165 Sekunden von 2:2 auf 5:2 davonzogen durch Treffer von Jordan Owens sowie die Powerplay-Tore von Wade Bergman und Kris Newbury. Zwar konnten die Panther nochmals auf 4:5 verkürzen, doch ein sehr zweifelhaftes, mit dem Schlittschuh erzieltes Tor von Bremerhavens Jason Bast (35.) brachte schließlich die Entscheidung. Jaroslav Hafenrichter brachte die Panther im Schlussdrittel nochmals auf nur ein Tor heran, aber diesen knappen Vorsprung brachten die cleveren Gäste über die Zeit.

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