Freude und Leid in Mannheim

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Für viele war es das vorweggenommen Finale in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Letztendlich ist aber der Gewinner dieser Halbfinalserie zwischen den Eisbären Berlin und den Adler Mannheim „nur“ erst einmal für das Finale qualifiziert. Nach dem 6:4-Erfolg in Mannheim stehen die Eisbären nun zum fünften Mal innerhalb der letzten sechs Spielzeiten im Finale und nehmen nun Anlauf auf ihre vierte Deutsche Eishockey-Meisterschaft.

Freud und Leid gab es an diesem Sonntagnachmittag in der Mannheimer SAP-Arena, welche sich schon vor dem ersten Bully an diesem frühsommerlich milden Frühlingstag in der Kurpfalz in einen Hexenkessel verwandelte. Nach dem sechsten Treffer der Berliner durch Sven Felski, nur wenige Sekunden vor dem Schlusspfiff konnte aber auch das schöne Wetter die Herzen der über 13 000 Mannheimer Fans nicht erweichen. Sie waren konsterniert. Mussten sie doch gerade erleben, wie ihre Adler aus dem Rennen um die Deutsche Meisterschaft ausgeschieden sind.

Entsprechend enttäuscht klang auch der Mannheimer Chefcoach Teal Fowler, für den die Saison nach eigener Aussage eine lange Reise war. Kurz vor dem Start der Play-offs übernahm er den Posten des Cheftrainers,  nachdem Dave King wegen diverser Diskrepanzen entlassen wurde. Fowler sagte nach dem Spiel: „Wir haben gut gespielt. Wir hatten gute Chancen in Überzahl. Wäre die eine Chance statt an den Pfosten ins Tor gegangen, hätte es 5:2 gestanden. Leider hat das nicht geklappt. Und ab da hatte Berlin das Spiel im Griff.“

­Für René Corbet war diese Niederlage doppelt bitter. Für den langjährigen Kapitän der Mannheimer war dieses Spiel die letzte Partie im Dress der Adler. „Es ist traurig, dass wir nicht weitergekommen sind. Aber ich glaube, wir haben hier zuhause gute Spiele gezeigt.“ Wohin Corbet allerdings in der nächsten Saison wechseln wird, steht nach seinen Aussagen allerdings noch nicht fest. Gerüchten nach soll wohl DEL-Konkurrent Iserlohn Roosters Interesse an dem 35-jährigen Kanadier haben.

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Für die Eisbären Berlin war dieser Sieg auch ein großer Triumph. Nicht nur das mit den Kurpfälzern so etwas wie ein Play-off-Erzrivale geschlagen wurde, auch die Tatsache das die Berliner einen 2:4-Rückstand noch drehen konnten, zeigte die Moral dieses Teams und unterstrich erneut die Titelambitionen.

So war auch Eisbären-Macher Peter John Lee nach dieser Partie erleichtert. „Was wir heute hier gesehen haben war sehr gutes Eishockey. Es war ein Mannschaftssieg. Wir waren diszipliniert und auf die Arbeit fokussiert. Deshalb haben wir auch den Glauben nach dem 2:4-Rückstand nicht verloren. Trotzdem waren die Mannheimer ein sehr guter Gegner. Aber wir sind jetzt im Finale!“

Ähnlich sieht es Co-Trainer und Eisbären-Urgestein Hartmut Nickel: „Heute war die Moral entscheidend. Trotz des Rückstandes hatten wir ja nicht viel schlechter als die Adler gespielt. Es war aber eine harte Angelegenheit, den Rückstand wieder aufzuholen. Da waren wir hingefallen, sind aber alle wieder aufgestanden. Alle haben mitgezogen, als es darauf ankam. Die ganze Mannschaft, inklusive Rob Zepp hat sich gesteigert. Jeder wusste, was zu tun war.

Eisbären-Stürmer Florian Busch zog als Fazit: „Wie hatten heute Probleme in der Verteidigung und nach dem 2:4 den Faden etwas verloren. Dadurch bekamen wir zu viele Strafzeiten. Darüber haben wir auch in der Kabine geredet, dass wir uns konzentrieren müssen, defensiv besser arbeiten und letztendlich auch noch die nötigen Tore schießen müssen. Wir haben heute für den Finaleinzug hart arbeiten müssen. Ich glaube, dass ist ganz gut.“

Auch Sven Felski war nicht nur nach seinem Tor, sondern auch nach der Partie glücklich. „Das sind Spiele, die machen richtig Spaß. Mein Respekt geht an die Mannheimer. Die haben uns alles abgefordert!“­

Für die Eisbären beginnt nun am Donnerstag die Finalserie mit einem Heimspiel in der o2-World.

(ovk/mac - Fotos by City-Press)

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Trauriger als der Abschied der Adler Mannheim aus der diesjährigen Saison fällt der gesamten Hockeyweb-Redaktion der Abschied von unserer langjährigen Mannheimer Mitarbeiterin Angelika von Bülow.

Angelika starb Anfang dieses Jahres nach einer langen, schweren Krankheit  und hinterlässt bei uns eine Lücke, die wir redaktionell nur schwer und menschlich schon gar nicht schließen können.

Es ist sicher auch in ihrem Sinne, wenn wir nach dieser Saison mit unserer Berichterstattung von und über die Adler Mannheim einen Neuanfang wagen.

Vorher möchten wir uns auf diesem Wege noch einmal von ihr verabschieden, ihren Hinterbliebenen viel Kraft wünschen und DANKE sagen.

Vielen Dank, Angelika! Wir werden Dich nie vergessen!

Deine Hockeyweb-Familie