Freezers weiter auf Erfolgskurs

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Sie kommen gerne nach Augsburg, die Hamburg Freezers, obwohl es für sie die weiteste Auswärtsreise ist. Zum einen nehmen die Hanseaten regelmäßig zwei oder drei Punkte mit, zum anderen bedeutet der Trip für die meisten eine Rückkehr in die Heimat. Alleine neun Spieler aus dem aktuellen Kader der Hamburger stammen aus Bayern, und auch viele Kanadier haben vor dem Umzug der Barons nach Hamburg jahrelang in München gespielt. Selbst Boris Capla, Manager der Freezers und lange Jahre in Augsburg zu Hause, hat man selten so herzhaft lachen sehen wie gestern in der alten Heimat, wo er viele frühere Bekannte wieder traf. Und dabei behaupten böse Zungen, der Manager gehe zum Lachen vorzugsweise in den Keller.



Mit ausschlaggebend für die gute Laune der Hamburger am gestrigen Sonntag war natürlich der 5:3 – Sieg bei den Augsburger Panthern. Mit diesem Erfolg, dem vierten in Folge, etablierten sich die Freezers weiter auf den Playoff-Plätzen, die sie kurzzeitig sogar verlassen mussten. Wenn man die Spieler nach den Gründen für den Absturz vom ersten Platz (Ende Oktober) bis auf den neunten (Mitte Dezember) fragt, so rückt keiner so richtig mit der Sprache heraus. Von nicht immer hundertprozentiger Einstellung ist da die Rede und vom vielen Pech, das man in manchen Spielen gehabt hatte. Doch wahrscheinlich war es eine Vielzahl von Gründen, die für die unerklärliche Niederlagenserie verantwortlich waren.

Zur Freude der vielen Fans ist das Team jetzt wieder auf Erfolgskurs, und ein Nichterreichen der Playoffs erscheint immer unwahrscheinlicher. Alles andere wäre sowohl für das Management als auch für die Anhänger, die die heimische Color-Line-Arena wieder regelmäßig bis auf den letzten Platz füllen, eine Katastrophe. Selbst in Augsburg wurden die Freezers gestern von ca. 200 Fans begleitet, die sich mitunter lautstark bemerkbar machten.



Nachdem es anfänglich nicht gerade nach einem Hamburger Erfolg ausgesehen hatte, kam die spielerische Überlegenheit der Freezers im Laufe des Spieles dann doch zur Geltung. Die Panther, angefeuert von 6500 fanatischen Zuschauern, versuchten es mehr mit der Brechstange, während die Gäste aus einer soliden Abwehr mit einem überragenden Christian Künast im Tor immer wieder gefährliche Konter fuhren. Alle drei Augsburger Tore fielen in Überzahl, die die Panther nahezu perfekt ausnutzten. Knackpunkt des Spieles war wohl beim Stand von 3:3 der brutale Check von Rick Girard gegen den Hamburger Dan Lambert, den Schiedsrichter Rademaker mit 5 Minuten plus Spieldauerdisziplinarstrafe ahndete. Obwohl Lambert regungslos liegen blieb und mit der Trage abtransportiert werden musste, waren die Fans mit dieser Bestrafung nicht einverstanden und warfen die üblichen Gegenstände auf das Eis. Die Freezers blieben jedoch eiskalt und erzielten im Powerplay das vorentscheidende 4:3 durch Tomlinson. Als Augsburg in der Schlussphase den Torhüter vom Eis nahmen, schafften die beiden neben Künast noch herausragenden Spieler der Freezers, Peacock und Schneider, in Koproduktion das entscheidende 5:3.



Und nach dem Spiel sah man dann bei den Hamburgern, außer beim verletzen Dan Lambert, wieder lachende Gesichter. Man traf sich mit Bekannten und Verwandten, die sich auf den Weg nach Augsburg gemacht hatten. Selbst Shane Peacock, ansonsten nicht gerade ein Freund großer Worte, plauderte ganz entspannt mit seinem Fanclub, der ihn bei den Spielen in der bayerischen Diaspora regelmäßig besucht. Und als er ein verspätetes Weihnachtsgeschenk erhielt, grinste er sogar über beide Ohren, was wohl seltener vorkommt als ein Panthersieg gegen Hamburg. Mit seiner Leistung war er zu recht sehr zufrieden. Er spielt schließlich auch um einen Vertrag für die nächste Saison, und da kann eine Steigerung nicht schaden. Was das Augsburger Publikum betrifft, so meinte der „Chief“, dass die Spieler von solch fanatischen Fans eher noch angestachelt werden und unbedingt versuchen zu gewinnen.

Übrigens: Am 18. Januar kann man die Freeezers wieder in der alten Heimat sehen, diesmal in Ingolstadt.


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