Freezers vs. Haie: Gelungener Einstand von Eurosport

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Wäre es nach dem Willen Einiger gegangen, dann hätte es am

Freitagabend beim Spiel der Hamburg Freezers gegen die Kölner Haie (3:2) erneut

heftige Fanproteste gegeben. Wie schon beim Spiel der Freezers gegen Mannheim sechs

Tage zuvor (ebenfalls 3:2) wollten die Fans durch eisiges Schweigen sowie

entsprechende Plakate ihr Missfallen an der Leistung ihres Teams und der in

ihren Augen erwiesenen Unfähigkeit des Managements erneut Ausdruck verleihen.

Rückkehrer Alex Barta sollte ebenso freundlich begrüßt

werden wie der Fernsehsender Eurosport, der die Partie der beiden Kellerkinder

im Free-TV übertrug (dazu weiter unten mehr), anschließend sollte wieder Ruhe

einkehren. Das war der Plan. Aber daraus wurde nichts. Eisern hämmerte eine

Gruppe von Trommlern gegen das Schweigen an und spätestens als Alex Barta

Sekunden vor der ersten Pause mit einem tollen Tor den Ausgleich für die

Freezers erzielte, war endgültig klar: Für den Großteil der Hamburger Zuschauer

ist die Welt trotz dürftiger Leistungen ihrer Kufencracks und trotz des miesen

Tabellenstands vollauf in Ordnung.

Während Freezers-Geschäftsführer Boris Capla nach dem ersten

Drittel im Fernseh-Interview wieder einmal darauf hinwies, dass die sportliche

Misere trotz der großen Mühe von Sportdirektor Bob Leslie (und des geschasstenTrainers Bill Stewart) eingetreten sei und er jetzt einmal abwarten wolle, was

denn Leslie für die kommende Saison auf die Beine stelle, zog sich ein Teil der

kritischen Fans frustriert in die Umläufe zurück.

Beinahe enttäuscht zeigten sich ob dieser Entwicklung die

beiden Eurosport-Kommentatoren Sebastian Schwele und Gerhard Leinauer. Hier

herrsche eisige Atmosphäre, hatten die beiden zu Beginn der Übertragung angekündigt.

Um kurz darauf erstaunt zu melden, dass die Fans längst wieder umgekippt seien

und die Feierlaune wieder Einzug in die Color Line Arena gehalten habe.

Und dann legte das Team von Eurosport einen Einstand bei der

DEL-Berichterstattung hin, der sich wahrlich sehen und hören lassen konnte. Fachlich

fundiert gelang es ihnen immer wieder mit ihren angemessenen Kommentaren auch

die nicht ganz eishockey-sattelfesten Zuschauer mitzunehmen.  Wohltuend, dass sie im Gegensatz zu ihren oft

selbstverliebt erscheinenden Kollegen von Premiere auch immer wieder Bild und Ton

aus der Halle wirken ließen und sich selbst auf Wichtiges und Interessantes

reduzierten. Angenehm, dass auch diese Beiden die kniffligen Szenen in den

Pausen selber auflösten und nicht irgendwelche Experten ihre leeren Worthülsen

ablassen durften. Weitestgehend frei von Phrasen auch die Pausen-Interviews. Wer

das ewige „First of all congrats“, „What was the key of the game?“ oder noch

schlimmer “Sie haben gewonnen, freuen Sie sich?” der Premiere-Frager nicht mehr

hören kann, durfte erleben, dass es auch anders geht.

Gut auch die Bildführung. Manchmal etwas zu dicht an Mann

und Puck und etwas zu hektisch im Bildschnitt waren die Eurosportler dennoch

fast immer auf der Höhe des Geschehens. Dabei musste man auch nie lange auf

erhellende Wiederholungen warten, sondern bekam die Auflösung undurchsichtiger

Szenen meist unmittelbar per Zeitlupe serviert. Dass Bildschnitt und

Großaufnahmen das Spiel etwas schneller und dramatischer erscheinen ließen als

in der Realität, war sicherlich gewollt und trug zur Spannung beim Zuschauer

bei.

Alles in allem eine rundum gelungene Eishockey-Übertragung,

die Appetit auf mehr macht. (jp)

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