Freezers verlieren gegen „Filiale" - 2:3 n.P. im Nordderby gegen Hannover

Hamburg Freezers „frieren Pinguine ein“Hamburg Freezers „frieren Pinguine ein“
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Allein sechs ehemalige Freezers-Spieler stehen bei den Hannover Scorpions unter Vertrag und so gab es ein Wiedersehen an alter Wirkungsstelle. Die „kleine Filiale“ der Hamburg Freezers wurde freundlich begrüßt vom Hamburger Publikum, vermisst doch der eine oder andere die jugendliche Frische eines Rene Röthke oder Peter Abstreiter.

Und die „kleine Filiale“ der großen Hamburg Freezers versteckte sich nicht in der Color Line Arena, die wieder mir 12.803 Zuschauern bis auf den letzten Platz gefüllt war. Es war für den neutralen Zuschauer nicht zu erkennen, wer hier Tabellenletzter war. Mutig und mit Herz gingen die Gäste zu Werk und brachten die vielgelobte Freezers Abwehr ein ums andere Mal in arge Bedrängnis.

Doch gerade ein ehemaliger Hamburger sorgte für den Führungstreffer der Heimmannschaft in der 9. Min. Keeper Christian Künast war es, der beim ersten Überzahlspiel der Freezers weit aus seinem Tor heraus gelaufen war, um den Puck schnell nach vorn zu spielen. Doch dabei erreichte sein Pass den im Mitteldrittel agierenden Jacek Plachta, der sofort und ohne zu zögern direkt schoss und ins leere Tor traf. 1:0 für die Freezers, Überzahltor mit Assistenten von den Hannover Scorpions, das gibt es auch nicht alle Tage. Die Fans der Freezers nahmen es dankbar auf und skandierten: „Künast ist ein Hamburger!“

Die Hannover Scorpions waren allerdings keineswegs beeindruckt und erspielten sich Chancen in Hülle und Fülle, doch Boris Rousson im Tor der Freezers hielt seinen Kasten mit Glück und Geschick sauber. So endete das erste Drittel etwas glücklich mit der knappen Führung der Hamburger.

Das zweite Drittel wurde temporeicher, doch filigranes Eishockey und schöne Kombinationen gab es in diesem Derby nicht zu sehen. Es wurde vielmehr Eishockey gearbeitet, denn gespielt. Die Scorpions erzielten in der 22. Min. den verdienten Ausgleich, als Len Soccio mit einem platzierten Schuss in die lange Ecke traf. Jubel im Lager der zahlreichen Fans aus Hannover, die eine ihr engagiertes Team anfeuerten.

Doch die Freezers schlugen zurück und nutzten wieder ein Überzahlspiel. In der 25. Min. (Teljukin saß auf der Strafbank) war es der Hamburger Wirbelwind Brandon Reid, der eine gelungene Kombination mit einem fulminanten Schuss in den Winkel abschloss. 2:1 Führung für die Freezers, die sie nur eine Minute später hätten ausbauen müssen, doch Craig Johnson scheitert bei einem Alleingang an Christian Künast.

So gingen die Hamburger mit einer knappen Führung ins Schlussdrittel und sahen sich wiederum heftigen Attacken der Gäste ausgesetzt. In der 50. Min. gelang Patrik Augusta der verdiente Ausgleich zum 2:2, als er kurz vor dem Tor von Hock freigespielt wurde und Boris Rousson mit einem Schlenzer über die Stockhand überwand.

Es gab noch einige Chancen auf beiden Seiten, doch die Goalies Künast und Rousson ließen sich nicht mehr bezwingen. Endstand 2:2, Penalty-Schießen musste das Derby entscheiden.

Es passte irgendwie zu diesem Nachmittag, dass auch hierbei den Freezers nichts gelang und die Scorpions durch Augusta und Hock erfolgreich waren.

O-Ton Marco Stichnoth, Geschäftsführer der Hannover Scorpions: „Künast hat uns erst auf die Verliererstraße gebracht, danach allerdings mit einer großartigen Leistung im Spiel gehalten. Unsere Mannschaft hat ein leidenschaftliches Spiel gemacht, bei den Hamburgern hatte ich das Gefühl, dass sie nicht gewinnen wollten.“ Dicke Luft gab es bei den Freezers nach dem Spiel, als der Hamburger Geschäftsführer Boris Capla in der Pressekonferenz anmahnte, dass es an der Zeit sei damit aufzuhören, mit Ausreden und Ausflüchten solche Spiele schön zu reden. Das Team ist jetzt in der Pflicht, endlich konstant gute Leistungen abzuliefern.

Ergebnis: 2:3 n.P. (1:0, 1:1, 0:1, 0:1)

Tore:
1:0 08:38 J. Plachta (5:4)

1:1 21:56 L. Soccio (J. Cipolla, T. Hlushko)

2:1 24:03 B. Reid (S. Peacock, A. Letang) (5:4)

2:2 49:02 P. Augusta (R. Hock)

2:3 60:00 P. Augusta (Penalty)

Strafzeiten: Hamburg Freezers 14 Min., Hannover Scorpions 12 Min.

HS: Schurr, Thomas

Zuschauer: 12.803


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