Freezers nach 2-Punkte-Sieg in Hannover weiter an der Spitze

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Es hätte auch alles ganz anders kommen können. Hätten zum

Beispiel die Scorpions ihre starke Phase zu Beginn des letzten Drittels in Tore

ummünzen können  - was ein höchst

aufmerksamer Boris Rousson im Freezers-Tor ein ums andere Mal aber verhinderte

– dann wären sicherlich drei Punkte an der Leine geblieben (Für

Nicht-Niedersachsen zur Erinnerung: Die Leine ist der Fluss, der durch Hannover

fließt). Andererseits: Hätten die Freezers nach ihrer 3:0-Führung nicht so

plötzlich und unerklärlich den Faden verloren und durch katastrophale

individuelle Fehler (Boileau) den Scorpions zumindest die beiden

Anschlusstreffer geschenkt, dann wären statt der zwei satte drei Punkte an die

Elbe gewandert.

So oder so: Es war ein spannendes Eishockey-Match auf gutem

Niveau. Hannover hatte den besseren Start mit einer Riesenchance durch Bekar

gleich nach 40 Sekunden und einer weiteren durch Robitaille in der 56. Sekunde.

Nach einem hässlichen Stockschlag gegen den Hamburger Goalie Rousson in der

zweiten Minute – den Schiri Oswald großzügig übersah, obwohl er nur knapp drei

Meter daneben stand – wendete sich langsam das Blatt zugunsten der Gäste. Erst

ein Warnschuss des immer stärker werdenden Christoph Brandner, den Scorp-Keeper

Jung abwehren konnte, dann die Führung der Gäste durch eine feine

Einzelleistung von Jacek Plachta, der sich durchgespielt und dann ins lange Eck

abgezogen hatte.

 

Stellten sich zu diesem Zeitpunkt zwei Fragen: Hätte Alex

Jung den Schuss halten können und warum saß zu diesem Zeitpunkt der Hamburger

Cory Cross auf der Strafbank? Um Frage 1 beantworten zu können, hätte man

sicherlich hinter dem Hannoveraner Tor sitzen müssen (was der Autor nicht tat)

und die Antwort auf Frage 2 kennt bestenfalls Schiedsrichter Oswald. Obwohl man

sich da nicht so ganz sicher sein kann, nach dieser ziemlich diffusen und

eigenwillig-kleinlichen Regelauslegung des Unparteiischen. Dabei hatte

Scorpions-Coach Zach den Mann im gestreiften Jersey doch extra frühzeitig zu

sich an die Bande gerufen, um ihm ein paar Worte mit auf den Weg zu geben…

Wie auch immer. Diesem Tor in Unterzahl ließen die Freezer

in 15. Minute das 2:0 durch Brandner folgen als mit Hlinka und Goc gleich zwei

Hannoveraner auf der Strafbank saßen. 48 Sekunden nach der ersten Pause nutzten

die Hamburger durch Francois Fortier gleich noch eine Überzahl aus (Ex-Freezer Dan

Lambert durfte „einsitzen).

Wer jetzt geglaubt hatte, der Tabellenführer aus der

Hansestadt würde das deutliche 3:0 in bekannter Manier nach Hause bringen, rieb

sich in der Folgezeit verwundert die Augen. Aus war’s mit der Ordnung in der

Hamburger Abwehr. Mutete das 1:3 für die Scorpions durch den Ex-Hamburger Dolak

noch wie ein Ausrutscher an, war spätestens nach dem zweiten Hannoveraner

Treffer durch Eric Nickulas klar, dass die Zach-Truppe wieder im Spiel war. Und

wie! Der Ausgleich in der 34. Minute durch Derek Bekar war beinahe logisch und

zu diesem Zeitpunkt auch verdient.

Die starke Hannover-Phase hielt über die zweite Pause hinweg

bis etwa zur Mitte des letzten Spielabschnitts – mit teilweise turbulenten

Szenen vor dem Freezers-Gehäuse. Mit Glück, viel Einsatz und einem Boris

Rousson, der sich wieder seiner Bestform nähert, überstanden die Gäste alle

kritischen Situationen und tasteten sich dann ihrerseits langsam wieder in die

Nähe eines möglichen Siegtores, das exakt 55 Sekunden vor dem Ende auch fast

gefallen wäre, als Alan Letang nach einem schönen Pass von Cory Cross nur knapp

verzog.

In der Overtime standen dann plötzlich wieder die Freezers

des ersten Drittels auf dem Eis. Ruck-zuck lief der Puck ins Hannoveraner

Drittel zu Brad Smyth. Der Neu-Freezer tat das, was er am besten kann: Er

fackelte nicht lange und haut das Ding 

in die Maschen. So trocken wie sein Schuss auch der Kommentar des derzeit

zweitbesten Scorers der Liga: „Genau dafür werde ich bezahlt“.

Ein Zwei-Punkte-Sieg für die Hamburg Freezers, die damit

auch nach dem dritten Spieltag die Spitze der Liga behaupten. Eine Ein-Punkt-Niederlage

für die Scorpions. Ein gerechter Spielausgang? Na ja, es hätte auch alles ganz

anders kommen können. Aber das haben wir ja schon eingangs besprochen… (jay)

Foto by MendaxPress

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DEL Hauptrunde Gruppe

Montag 12.04.2021
Nürnberg Ice Tigers Nürnberg
6 : 5
Düsseldorfer EG Düsseldorf
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6 : 3
ERC Ingolstadt Ingolstadt
Krefeld Pinguine Krefeld
1 : 2
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Fischtown Pinguins Bremerhaven
1 : 6
EHC Red Bull München München
Dienstag 13.04.2021
Augsburger Panther Augsburg
1 : 7
Düsseldorfer EG Düsseldorf
Krefeld Pinguine Krefeld
- : -
Adler Mannheim Mannheim
Fischtown Pinguins Bremerhaven
- : -
ERC Ingolstadt Ingolstadt
Grizzlys Wolfsburg Wolfsburg
- : -
EHC Red Bull München München
Iserlohn Roosters Iserlohn
- : -
Schwenninger Wild Wings Schwenningen
Mittwoch 14.04.2021
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Nürnberg Ice Tigers Nürnberg
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Straubing Tigers Straubing