Freezers: Mit Gehirnwäsche zurück in die Erfolgsspur

Lesedauer: ca. 2 Minuten

In Hamburg weiß man wieder einmal nicht, was man von den

Freezers halten soll. Verpatzter Einstieg in die Saison mit zwei

Start-Niederlagen. Dann ein Hoch, das mit sechs Siegen in Folge die Sonne über

dem Planet Ice zum Strahlen brachte. Nun, nach einem Null-Punkte-Wochenende und

vor allen Dingen nach dem katastrophalen 0:6 in Straubing, ist der

Freezers-Himmel wieder grau verhangen.

Von einer Krise will Sportdirektor Bob Leslie allerdings

nichts wissen: „Das ist nur eine Momentaufnahme.“ Für Bill Stewart stand die

Analyse bereits unmittelbar nach der Straubing-Pleite fest: „Selbst Schuld. Wir

haben unsere Chancen nicht genutzt und haben dann völlig die Ordnung verloren.“

Ausreden, wie den Hinweis auf den überaus kleinlichen

Schiedsrichter Ulpi Sicorschi (verhängte insgesamt 116 Strafminuten) ließ der

kanadische Übungsleiter nicht gelten: „Die Strafen waren verdient. Wir haben

jegliche Disziplin vermissen lassen und uns schlecht verhalten.“ Worte, die bei

seinen Spielern auf keinen Widerspruch stießen. Jere Karalahti, der nach zwei

10-Minuten-Strafen gegen Straubing vorzeitig duschen gehen durfte, zerknirscht:

„Das war dumm von mir“.

Darauf, dass die Mannschaft sich mit Selbsterkenntnis allein

wieder aus dem Sumpf zieht, will Stewart aber nicht vertrauen. Hatte er das Team

am Montag noch im Training so hart ran genommen wie schon lange nicht mehr,

schaltete er anschließend auf „Gehirnwäsche“ um. In Einzelgesprächen will

Stewart vor allen Dingen seinen glücklosen Stürmern bis zu den Spielen in

Frankfurt (Freitag) und zuhause gegen Berlin den Weg zum gegnerischen Tor

aufzeigen. Peter Sarno, John Tripp, Brad Smyth und Travis Brigley stehen dabei

besonders im Fokus.

Sarno, in der vergangenen Saison mit 87 Punkten (30 Tore, 57

Assists) noch der Topscorer der Freezers, hat es bislang lediglich auf drei

Treffer und 9 Vorlagen gebracht. „Viel zu wenig“, findet der 29-jährige Kanadier

selbst und gelobt Besserung. Sein besonderer „Push“: Am Freitag winkt der 100.

Scorerpunkt im Trikot der Hamburger.

Während Brad Smyth den Schlüssel zum Erfolg im

Schönheitssalon suchte und zum Staunen und zur Belustigung seiner

Mannschaftskameraden mit einer Einzelkämpfer-Frisur beim Training auflief, hat

Außenstürmer Richard Mueller einen besonderen Anreiz bekommen: Bundestrainer Uwe

Krupp lud den 26-jährigen Deutsch-Kanadier erstmals zur Nationalmannschaft ein.

Mueller: „Ich werde in den Spielen gegen Frankfurt und Berlin so hart arbeiten,

wie nie zuvor. Ich werde für meine Chance kämpfen.“

Für Freitag muss Bill Stewart noch ein wenig an seinen Reihen

basteln. Jere Karalahti und Travis Brigley sind gesperrt, die beiden

Rekonvaleszenten Barta und Pinizotto sind immer noch nicht so weit. Dabei sein

wird dagegen wieder Verteidiger Paul Manning (Foto by City-Press), der in Straubing wegen der Geburt

seines Sohnes Ewan gefehlt hatte. Am Freitag gegen die Lions steht dem langen

Kanadier (1,93 m) eine besondere Ehrung ins Haus. Mit 277 Einsätzen wird er dann

der dienstälteste Freezer sein.

Für Kapitän Alexander Barta neigt sich die lange Leidenszeit

nach seinem Oberschenkelbruch im März dieses Jahres endlich dem Ende entgegen.

Nach der Länderspielpause soll der Kapitän wieder ins Team zurück kehren.

Entgegen anders lautenden Berichten will Bill Stewart den Nationalstürmer aber

bereits am 14.11. in Ingolstadt einsetzen und nicht erst im darauf folgenden

Heimspiel gegen Krefeld. (jp)


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