Freezers drehen Serie und schicken Lions in Urlaub

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­Als Hamburg am vergangenen Sonntag in Frankfurt nach fünf Minuten und 25 Sekunden im zweiten Drittel mit 0:1 zurück lag, hätte wohl selbst der größte Optimist keinen Cent mehr für das Team aus der Hafenstadt gegeben. Die Freezers hatten die ersten beiden Begegnungen in Hamburg auf eigenem Eis verloren, und der Urlaub schien immer näher zu rücken. Aber spätestens ab dieser Sekunde nahmen die Schützlinge von Paul Gardner den Kampf um den Einzug ins Playoff-Viertelfinale endgültig auf.  

Und nach zwei Siegen in Frankfurt ließen die chronischen Spätstarter jetzt auch endlich einen Heimsieg folgen. Mit 4:2 machten die Freezers im fünften und alles entscheiden Spiel gegen die Frankfurt Lions alles klar und treten nun am Freitag im Viertelfinale in Berlin gegen die Eisbären an.

Eines war schon vor der fünften Begegnung sicher: Es würde wieder einen Kampf auf Biegen und Brechen geben, bei dem spielerische Eleganz den geringsten Stellenwert hat. Genau so kam es auch. Und weil die Hamburger über die gesamten 60 Minuten mehr Einsatz und Biss in die Waagschale zu werfen hatten als die Lions, gingen sie am Ende auch als verdienter Sieger vom Eis.

Knapp fünf Minuten taten sich die Hausherren schwer, in die Partie zu kommen. Die Lions begannen schneller und agiler. Aber als Travis Brigley in der fünften Minute eine Riesenchance vergab, waren plötzlich auch die Freezers wach. Aufmerksam und geschickt überstanden sie ab der 10. Minute eine fast zwei Minuten lange doppelte Überzahl der Frankfurter. Als kurz darauf mit Muir und Armstrong zwei Frankfurter kurz nacheinander auf die Strafbank mussten, schlugen die Freezers durch Karalahtis Schuss aus der Halbdistanz eiskalt zu und zeigten den Gästen vom Main, wie man Überzahl spielt.

Die Norddeutschen in dieser Phase wesentlich präsenter und konsequenter als die zunehmend planloser werdenden Frankfurter. Die profitierten zu Beginn des zweiten Abschnitts vorübergehend von einer der großen Schwäche der Hausherren, die wie so oft in dieser Saison, unkonzentriert und schlafmützig aus der ersten Pause kamen. Aber nach Frankfurts 1:1 durch Heerema in der 26. Minuten wachten die Freezers wieder auf und hielten dagegen. Und kurz vor der zweiten Pause gingen sie erneut in Führung. Vitalij Aab „klaute“ dem verdutzten Lasse Kopitz den Puck vor dem Frankfurter Tor, spielte dem Lions-Verteidiger die Scheibe durch die Beine und haute sie durch die Beine von Ian Gordon in die lange Ecke.

Als derselbe Aab sich eine Minute nach der zweiten Pause in einen Schuss von Daniel Kunce warf, war klar: Diesmal wollten sich die Freezers das Spiel nicht mehr aus der Hand nehmen lassen. Die Lions verzweifelt bemüht, dem körperlich robusteren Spiel der Freezers etwas entgegen zu setzen, ließen sich von den Hamburger immer wieder unter Druck setzen.

Bezeichnend die Szene, die zum wichtigen 3:1 für die Hanseaten führte. Ehe auch nur ein Frankfurter die Situation erfasst hatte, war Francois Fortier quer über das Eis zur anderen Bandenecke gefahren, schnappte gleich zwei Lions die Scheibe weg und spielte einen klugen Pass auf den blitzschnell mitgelaufenen Richie Mueller, gegen dessen Flatterschuss Ian Gordon im Frankfurter Gehäuse nicht gerade gut aussah.

Die Lions kamen noch einmal zum Anschlusstreffer, aber kaum zu zwingenden Torchancen. Als John Tripp 70 Sekunden vor Schluss noch das 4:2 für die Hausherren markierte, stand endgültig fest: Die Hamburg Freezers hatten die Serie nach einem 0:2-Rückstand tatsächlich noch einmal gedreht. Eine Leistung, die seit dem EV Landshut 1994 in einer Best of 5-Serie noch keiner anderen DEL-Mannschaft gelungen war. (jp - Fotos: Falk Simon - www.actionzoom.de  )

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Hamburg Freezers – Frankfurt Lions 4:2 (1:0, 1:1, 2:1)

Tore:
1:0 (10:15) Karalahti (Delmore, Fortier) – PP2
1:1 (25:25) Heerema (Young, Kunce) – EQ
2:1 (38:40) Aab (Fortier, Delmore) – EQ­
3:1 (44:27) Mueller (Fortier, Manning) – EQ
3:2 (49:56) Hahn (Kavanagh, Slaney) – EQ
4:2 (58:52) Tripp (Blanchard) – EQ

Torschüsse: Hamburg 33 (11-15-7) – Frankfurt 40 (15-11-14)
Strafen: Hamburg 4 Minuten – Frankfurt 6 Minuten
Schiedsrichter: Piechaczek/Schimm (Gemeinhardt/Winnekens)
Zuschauer: 7.012

 

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