Franz Fritzmeier: „Wir greifen an“Sogar Vorgänger Rick Adduono empfahl den neuen KEV-Coach

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Nun ist es offiziell, was schon vermutet wurde: Der Nachfolger von Rick Adduono als Trainer der Krefeld Pinguine heißt Franz Fritzmeier. Und in der Seidenstadt muss man entweder ein „junior“ hinzufügen oder aber den zweiten Vornamen David. Denn Fritzmeiers Vater, der auch Franz heißt, war früher ebenfalls für die Pinguine tätig – als Sportlicher Leiter.

„Ich habe sofort alle Wege wiedererkannt und ich habe mich gefreut, viele bekannte Gesichter wiederzusehen“, sagte Fritzmeier im Rahmen der Pressekonferenz, bei der die Pinguine ihren neuen Coach präsentiert haben. Schließlich stand er schon als Spieler für die Pinguine auf dem Eis. „Ich bedanke mich für das Vertrauen, das mir entgegengebracht wird. Es ist eine große Ehre, für diesen Club als Trainer zu arbeiten.“ Das Vertrauen geht weit. Denn ungewöhnlich ist wohl, dass der Vorgängertrainer seinen Nachfolger empfiehlt. „Rick sagte zu uns: Wenn ihr einen deutschen Trainer holt, dann nur Franz Fritzmeier“, erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende der Pinguine, Wolfgang Schulz.

Franz Fritzmeier junior weiß also, was ihn erwartet. Er kennt das Umfeld. Nicht nur durch seinen Vater, nicht nur weil er selbst von 2005 bis 2007 für Krefeld gespielt hat – sondern auch durch seine Arbeit als Trainer. Mit dem 35-Jährigen bekommen die Pinguinen den aktuell jüngsten DEL-Trainer, allerdings auch einen Trainer, der in Deutschland als vielversprechend gelten darf. Nachdem er seine Schlittschuhe an den Nagel gehängt hatte, stieg der Tölzer, der von 2006 bis 2008 sowie von 2009 bis 2011 für den EV Duisburg auflief, an der Wedau ins Trainergeschäft ein. An sich war er für die Saison 2011/12 als Co-Trainer vorgesehen. Weil sich die Füchse aber im Laufe der Saisonvorbereitung von Andreas Lupzig getrennt hatten, rückte Fritzmeier zum Cheftrainer auf. Eine Entscheidung, die die Füchse nie bereut haben. Und das nicht nur, weil Fritzmeier sein Team gleich in seinem ersten Jahr ins Oberliga-Finale gegen die Tölzer Löwen führte, wo damals übrigens Franz senior als Sportlicher Leiter tätig war.

Was Fritzmeiers Arbeit in Duisburg ausmachte, war das bemerkenswerte Konzept der Füchse in dieser Zeit, das der Coach maßgeblich leitete. Der EVD kooperierte zunächst mit allen NRW-DEL-Clubs, beschränkte sich danach auf Krefeld, Köln und Iserlohn sowie deren DNL-Teams. Das bedeutete ein Höchstmaß an Aufwand für Fritzmeier, um Woche für Woche Trainingsteilnahmen zu organisieren und auch zu klären, wer wann wo aufläuft. Die Erfolgsbilanz in der Ausbildung kann sich mehr als nur sehen lassen: Oliver Mebus, Norman Hauner, Patrick Klein (alle Krefeld), Kevin Orendorz (Krefeld, jetzt Bremerhaven), Daniel Fischbuch, Alexander Preibisch, Manuel Strodel, Felix Bick (alle Düsseldorf), Philip Riefers (Köln, nun Mannheim), Marcel Ohmann, Pascal Zerressen (beide Köln), Daniel Schmölz (Köln, nun Schwennningen), Thomas Ziolkowski (Frankfurt, jetzt Neuwied), Patrick Klöpper (Bremerhaven), Joel Keussen (Bad Nauheim), Fabio Pfohl (Wolfsburg) – all das sind Spieler, die es im Zuge der Förderung geschafft, den Sprung in die DEL oder DEL2 zu schaffen. „Wir haben auf DEL-Niveau trainiert“, blickte er 2014 auf seine erfolgreiche Arbeit in Duisburg zurück, die ihm 2012 die Auszeichnung als Duisburgs Trainer des Jahres einbrachte – eine Entscheidung, die mit Hilfe der lokalen Medien zum Teil durch die Öffentlichkeit, zum Teil durch eine Fachjury gefällt wird. Was die Grundlage für eine solche Arbeit ist? „Leidenschaft“, erklärte Fritzmeier damals.

Urlaub gönnte sich Fritzmeier kaum. Eine Woche vielleicht. Denn an der Wedau bat er mitunter schon im Mai zum Sommertraining für die jeweils neue Spielzeit. Im Oktober 2014 bekam er das Angebot, als Co-Trainer zu den Kölner Haien in die DEL zu wechseln. Nun, gut ein Jahr später, bekommt er die Gelegenheit, sich mit nur 35 Jahren und doch schon einer Menge Erfahrung, als Cheftrainer bei den Krefeld Pinguinen zu beweisen.

Gleich zu Beginn stellte Fritzmeier seine akribische Arbeit unter Beweis. „Ich habe sieben, acht Spiele der Pinguine analysiert. Man sieht viel Positives, aber 57 Gegentore in 16 Spielen sprechen eine deutliche Sprache“, so der neue Pinguine-Coach. Die Defensive muss sich also verbessern. „Aber Defensive beginnt, wenn wir den Puck verlieren. Ich will, dass wir mit Spaß Eishockey spielen, aber jeder muss sich an die Vorgaben halten.“ Rüdiger Noack, der Sportliche Leiter, übersetzt es so: „So viel Individualität wie möglich, so viel Kollektiv wie nötig.“ Fritzmeier ergänzt: „Ich erwarte von meinen Spielern, dass sie sich auf dem Eis, aber auch außerhalb des König-Palastes professionell verhalten.“ Ähnliches hat auch schon seine Arbeit in Duisburg ausgemacht – und es war Teil des Erfolgs. „Das 4:0 in Berlin hat gezeigt, was möglich ist. Darauf wollen wir aufbauen“, sagt Fritzmeier. „Wir greifen an.“

Das ist bei Tabellenplatz 13 freilich nötig. Gut für Fritzmeier und die Pinguine: Er kennt viele Spieler – durch seine Arbeit in Duisburg. Mit Herberts Vasiljevs und Daniel Pietta hat er noch zusammen gespielt. Dennoch ist die Distanz groß genug.

Die Haie nahmen ebenfalls Stellung zum Wechsel: „Franz Fritzmeier hat bei uns sehr gute Arbeit geleistet. Wir waren daher gerne bereit, ihm die Möglichkeit zu geben, die Chance auf einen Cheftrainer-Posten in der DEL ergreifen zu können“, erklärte Haie-Geschäftsführer Peter Schönberger.

Der Vertrag von Franz Fritzmeier bei den Krefeld Pinguinen gilt bis zum 30. April 2017. Reemt Pyka bleibt auch weiterhin Co-Trainer.


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