Frankfurt nach fragwürdigem Treffer im Halbfinale

Hamburg Freezers „frieren Pinguine ein“Hamburg Freezers „frieren Pinguine ein“
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Mit einem 1:0-Sieg in der Verlängerung bei den Hamburg Freezers konnte Vorjahresmeister Frankfurt in das Halbfinale der DEL-Playoffs einziehen und einen ersten Schritt in Richtung Titelverteidigung machen. Wie in den Spielen zuvor hielten die Hamburg Freezers aber vor allem kämpferisch dagegen und das ohne fünf Leistungsträger. Der in Frankfurt vom Puck getroffene Alan Letang musste noch gestern an der Augenhöhle operiert werden und konnte folglich ebenso wie van Impe, Johnson, Rumrich und Plachta (gesperrt) nicht auflaufen. Lediglich Shane Peacock kehrte auf das Eis zurück, spielte aber fast nur im Powerplay und verbrachte das komplette dritte Drittel auf der Bank. Seinen ersten Einsatz auf dem Eis hatte Peacock gleich nach 53 Sekunden, als Hamburg nach einer Strafe gegen Frankfurt wegen zu vieler Spieler auf dem Eis zum ersten Mal im Powerplay ran durfte. Dort gelang den Freezers jedoch äußerst wenig und diese ersten Minuten ließen auf wenig Gutes in der Folgespielzeit hoffen. Doch auch Frankfurt konnte sich nach überstandener Unterzahl kaum Chancen erspielen und war nur in eigener Überzahl gefährlich. Boris Rousson hielt auch heute wieder herausragend und fing alles was auf seinen Kasten kam.



Im zweiten Spielabschnitt kamen die Hamburger dann etwas stärker aus der Kabine, blieben aber weiter harmlos. Beide Teams egalisierten sich über die meiste Zeit und so wurde Spiel sechs zum unattraktivsten Spiel der Serie, auch wenn Frankfurt sich wenigstens ab und zu größere Chancen erspielte, die Rousson dann aber, teilweise durch Glanzparaden, abwehrte. Dies setzte sich auch im letzten Drittel fort. Schiedsrichter Harald Deubert gab nun keine Strafen mehr, obwohl ein ums andere Mal deutliche Fouls auf beiden Seiten begangen wurden, so dass auch keine Powerplays für Tore und Torchancen sorgen konnten. Wenige Sekunden vor Schluss hatte Kay Hurbanek die beste Chance des Spiels, nachdem Brandon Reid mehrere Frankfurter wie Slalomstangen umkurvte und mustergültig auflegte. Das Tor war für Hurbanek völlig offen, jedoch traf er den Puck nicht richtig und so ging es in die Overtime. Auch dort erspielten die Lions sich ein leichtes Chancenplus, kamen aber zu wenig gefährlichen Möglichkeiten. In der 74. Minute folgte dann die Szene des Spiels, die gleichzeitig die Serie entscheiden sollte. Doug Weight schoss den Puck über den am Boden liegenden Boris Rousson in das Tor der Freezers, seine Teamkollegen sprangen von der Bank auf das Spielfeld und bejubelten das Tor. Harald Deubert, der durch eine unverständliche Geste zuerst für Verwunderung sorgte, entschied dann auf Videobeweis. Was war passiert?

Hamburgs Goalie Boris Rousson bekam einen Schuss von Dwayne Norris an die Maske und von dort sprang der Puck vor den Schläger von Weight. Warum nun Videobeweis? Der Schuss von Norris ging zuerst zurück in das Spielfeld und wurde dann von Weight in das Tor geschossen, der Videorichter darf diese Aktion nicht bewerten und kann nun lediglich überprüfen ob der Puck die Torlinie überquerte und dabei kein Frankfurter im Torraum-Abseits stand, was nicht der Fall war. Also entschied dieser (Heiko Dahle) für sich korrekterweise auf Tor, die Frage bleibt warum hat Deubert nicht abgepfiffen, nachdem der Puck an die Maske von Rousson ging? Das Regelbuch sagt hier, der Schiri müsse nur Abpfeifen, wenn der Puck hart an die Maske von Rousson geflogen wäre. Ob man den Schuss von Norris nun als hart bewerten kann ist schwer zu sagen, jedoch sollte man in solch einer entscheidenden Situation nicht allein aus Fairnessgründen abpfeifen?



Harald Deubert ließ sich natürlich nicht mehr von den aufgebrachten Hamburger Spielern umstimmen und so war es Doug Weight, der die Serie für Frankfurt entschied. Trotzdem muss man hier die Leistung der Hamburg Freezers und deren Coach Mike Schmidt bewundern. Mit einem Rumpfteam und großem Kampfgeist konnten sie den Meister aus Frankfurt wenigstens zwei Spiele abnehmen und das auch vollkommen verdient. Man könnte sich zu Recht fragen, was wohl in Top-Besetzung für die Freezers möglich gewesen wäre. Nichts desto trotz muss man den Frankfurter gratulieren, die am Ende verdient durch ihre spielerische Klasse in das Halbfinale eingezogen sind.(dp)

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