Frankfurt drehte unbeeindruckt das Match

Trikotversteigerung bei den PinguinenTrikotversteigerung bei den Pinguinen
Lesedauer: ca. 3 Minuten

„Nach diesem Wochenende werden wir sehen, wo wir sind“,

prophezeite Pinguin-Chefcoach Martin Jiranek in der wöchentlichen

Pressekonferenz vor den Spielen in Köln und gegen Frankfurt. In der Kölnarena

reichte  e i n  gutes Krefelder Drittel nicht zu einem Retten

in die Verlängerung, geschweige denn zu einem Dreier, auf heimischem Eis

präsentierte sich die Truppe zunächst stark verbessert und knüpfte quasi an den

guten Schlussabschnitt des Kölner Spiels an. Doch die Kräfte ließen immer mehr

nach, und so stand am Ende nur ein Pünktchen auf der Habenseite.

Zwar hatten die Mainstädter die erste Chance durch Jeff

Ulmer, aber dann beherrschten die Pinguine Gegner und Scheibe. Geschickt

verwertete Kapitän Herberts Vasiljevs ein Zuspiel von Boris Blank, die beide

rund zwei Minuten später Verteidiger Jim Fahey einsetzten. Der US-Boy stand an

der blauen Linie mutterseelenallein und schloss im Stil eines Torjägers die

Aktion ab. Dass Roland Verwey aus Nahdistanz kurze Zeit später nicht

erfolgreich war und in einer weiteren Szene nur Metall traf, schadete den

Hausherren kaum. Denn Rob Globke stand goldrichtig und schob zum 3:0 ein.

Frankfurt erwachte sehr spät und kam im einzigen Powerplay der Gäste mit einem

spektakulären Abfälscher zur Ergebnisverbesserung. Zu erwähnen ist noch, dass

Lynn Loyns wenige Sekunden vor Ertönen der ersten Pausensirene in

aussichtsreicher Position vergab.

David Cespiva, der am Freitag ein unglückliches Debüt im

Pinguin-Frack gab, lieferte am heutigen Abend eine  bessere Vorstellung ab. Der 22-Jährige

erhielt übrigens einen Vertrag mit einer Laufzeit bis Ende der Saison  einschließlich einjähriger Option und nicht,

wie Manager Jiri Ehrenberger in besagter Pressekonferenz behauptete, einen

Zwei-Jahres-Kontrakt. Apropos Ehrenberger… Mitunter ist es angebracht, die

Ohren auf Durchzug zu stellen, wenn der gebürtige Mährer etwas verlauten lässt.

Zumindest sollte man seine Antworten bisweilen relativieren. So bejahte er die

Frage eines Journalisten, ob das Team nach Cespivas Verpflichtung komplett sei

und äußerte im gleichen Atemzug, dass die Pinguine ein, zwei Spieler in der

anstehenden Woche zum Probetraining eingeladen haben. Es bleibt dem Leser

überlassen, hieraus die entsprechenden Schlüsse zu ziehen.

In einer Krefelder Wochenzeitung war heute zu lesen, dass

beide Mannschaftsärzte nach dem Spiel gegen Kassel vor zwei Wochen die Papiere

bekommen hätten. „Das Handling zweier Verletzungen hat offenbar den Ausschlag

gegeben“, so Dr. Martin Wazinski, einer der beiden Betroffenen. Gemeint sind

hierbei die Blessuren der Verteidiger Dusan Milo und Benedikt Schopper. „Ich

muss mich wundern, dass ein Laie so etwas behauptet“, äußert sich der beliebte

Mediziner, der seit 18 Jahren für den Klub unentgeltlich tätig ist und beim

Team einen ausgezeichneten Ruf genießt. Das letzte Wort dürfte hier ohnehin

noch nicht gesprochen sein, weil besagte Zeitung vermutet, dass es sich bei

dieser Aktion um einen Alleingang des Aufsichtsratsvorsitzenden Wolfgang Schulz

und Manager Jiri Ehrenbergers handelte.

Doch zurück zum Spiel, das im Mitteldrittel mit dem

Frankfurter Anschlusstreffer, erneut in Überzahl, begann. In der Folge vergaben

die Krefelder hochkarätige Torchancen en masse, ob Globke, Michael Endraß,

Vasiljevs und Richard Pavlikovsky. Dann war es an den Hessen, Möglichkeiten zu

vergeben. Scott Langkow im Kasten der Hausherren stoppte in der 27. Minute

glänzend eine hervorragende Kombination der Hahn-Reihe, als die Krefelder

Verteidigung schwindlig gespielt wurde. Ab der zweiten Hälfte übernahmen wieder

die Gastgeber das Kommando. Nach guter Vorarbeit von Verwey schob Daniel Pietta

die Scheibe am leeren Tor vorbei. Und als der gerade von der Strafbank kommende

Michel Périard eine Chance vergab, war der zweite Abschnitt gelaufen.

Frankfurt wurde immer besser, Krefeld ließ immer mehr nach

und kam nur noch sporadisch zu seinen Chancen. Pech für den ansonsten recht

guten Langkow, dass er sich vom überragenden Jeff Ulmer düpieren ließ. Simon

Danner war sechs Minuten in Centerposition völlig frei und hatte keine

Probleme, für die Führung zu sorgen. Riesenglück für Krefeld, dass bei

5:4-Überzahl der Unparteiische eine mehr als zweifelhafte Strafe gegen

Frankfurt gab, dadurch ein doppeltes Powerplay den Hausherren ermöglichte, die

sich in die Verlängerung schossen. In der Verlängerung hatte Lions-Außen Joey

Tenute Pech, dass er völlig frei vor Langkow vorbeizielte. Beim anschließenden

Penaltyschießen versagten mit Vasiljevs, Stephens und Pavlikovsky alle drei

Pinguin-Akteur.

Tore: 1:0 (3;55) Vasiljevs (Blank), 2:0 (6;46) Fahey (Vasiljevs,

Blank), 3:0 (8;06) Globke, 3:1 (11;39) Gawlik (Ulmer, Periard), 3:2 (21;51)

Ulmer (Periard, Hahn), 3:3 (44;03) Ulmer (Tenute, Slaney), 3:4 (50;34) Danner

(Gawlik, Slaney), 4:4 (58;04) Stephens (Fahey, Pavlikovsky), 4:5 (65;00) Slaney

(Penalty). – Zuschauer: 2.704. – Schiedsrichter: Looker (Neuss). -

Strafminuten: Krefeld 8, Frankfurt 16 + 10 Schneider.

 


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