Frankfurt: Der Boss fehlt

Markus Jocher bleibt ein "Löwe"Markus Jocher bleibt ein "Löwe"
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Vier Spiele müssen die Frankfurt Lions binnen der nächsten sieben Tage

absolvieren, drei davon zu Hause. Eigentlich eine optimale Voraussetzung, sich

mit vielen Punktgewinnen in den Top Acht der Tabelle zu etablieren. Vor dieser

einmal mehr Richtungsweisenden Woche haben die Verantwortlichen der Lions

versucht, nach außen ein wenig Druck von der Mannschaft zu nehmen. Nachdem

Manager Fliegauf am Tag nach der schwachen Vorstellung in Ingolstadt noch enttäuscht

ankündigte, dass vielleicht erst Konsequenzen das Team aufrütteln könnte, hieß

es vor dem heutigen Spiel gegen die Nürnberg Ice Tigers, dass dies vorläufig

nicht der Fall sein wird. Auch im Fall Dan Corso wurde zurückgerudert und

gesagt, dass er wirklich ernster am Knöchel verletzt sei, wie zuvor angedeutet

und deswegen auch nicht spielen könnte.


So fehlen Trainer Chernomaz erneut fünf Spieler am heutigen Abend. Neben Corso

ist Sulkovsky zwar wieder im Training, aber für einen Einsatz noch nicht 100%ig

fit. Simon Danner ist nach seiner Spieldauerdisziplinarstrafe gegen Ingolstadt

gegen Nürnberg gesperrt, darf aber in der 2. Bundesliga für Freiburg spielen,

da die Sperre nur die DEL betrifft. Dazu kommen die Langzeitverletzten Young und

Jocher. Vor allem das Fehlen dieser beiden Spieler ist derzeit hart für die

Lions. „Es fehlt unser Boss auf und neben dem Eis“, sagte Chernomaz. Gemeint

ist damit Kapitän Jason Young. „Gerade in kritischen Situationen schieben die

Spieler die Verantwortung zum nächsten. Es fehlt einer, der die anderen mitreißt,

und wenn es nötig ist, auch mal einen Tritt in den Allerwertesten verteilt“,

so Chernomaz weiter. Seitdem Young verletzungsbedingt fehlt, übt Martin Reichel

das Kapitänsamt aus und macht seine Sache sehr gut. Reichel spielt seit dem

deutlich stärker und geht vorbildlich ran, den „Boss“ kann aber in dieser

Mannschaft keiner ersetzen.


Jocher fehlt den Lions aufgrund seiner positiven Einstellung und seiner

Lockerheit. Er bringt Stimmung ins Team, und er ist wegen seines unermüdlichen

Einsatzes sehr anerkannt. Aber leider ist auch Jocher verletzt. So müssen es

weiterhin die anderen richten, und die haben genug Talent, um die anstehenden

Spiele zu gewinnen. „Aber auch die talentiertesten müssen hart arbeiten, um

Erfolg zu haben“, ergänzt Fliegauf. Jetzt, wo sich die Runde mehr und mehr

dem Ende neigt, werden die Spiele von den Mannschaften gewonnen, die den größten

Willen haben. In den letzten beiden Jahren ein Vorteil und Markenzeichen der

Lions. Vielleicht hat der Erfolg aber auch bequem gemacht. Diese Aussage gilt es

zu widerlegen.


Am Sonntag spielen die Lions wohl zum letzten Mal, es sei denn man trifft sich

in den Play-offs, an der Düsseldorfer Brehmstraße. Obwohl mit deutlich mehr

Punkten auf der Habenseite für DEG Manager Lance Nethery kein einfaches Spiel.

„Wir haben zwei Mal gegeneinander gespielt und dabei ging es immer ins

Penaltyschießen. Ich denke, es wird wieder ganz knapp ausgehen“, erwartet der

Ex-Manager der Lions ein enges Spiel. (Frank Meinhardt)

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