Fliegauf war kein Nethery - Wer wird sein Nachfolger?

Markus Jocher bleibt ein "Löwe"Markus Jocher bleibt ein "Löwe"
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Charly Fliegauf ist nicht mehr Manager der Frankfurt Lions. Mit dieser

Meldung überraschte der DEL-Verein am Dienstag die Öffentlichkeit. „Es

gab verschiedene Vorstellungen darüber, welchen Weg die Frankfurt Lions

künftig beschreiten wollen“, begründete die Vereinsführung

(Aufsichtsratvorsitzender Gerd Schröder und Geschäftsführer Bernd

Kress) der Frankfurt Lions die Entscheidung. „Da wir diese nicht

miteinander vereinbaren konnten, ist es besser, sich zu trennen und

dies rechtzeitig kund zu tun“, hieß es in der offiziellen Mitteilung

der Lions.


Mit verschiedenen Vorstellungen ist nicht der sportliche Bereich

gemeint, sondern vielmehr kritisiert die Vereinsführung den Stil der

Teamführung von Charly Fliegauf. Hier soll er den Spielern nicht hart

genug die Grenzen aufgezeigt haben. Auch eine klare Linie vermissten

die Vorgesetzen bei Fliegauf. Konkrete Beispiele wurden am Dienstag

nicht benannt. Auffällig bei den Vorwürfen ist, dass bei allen

Gesprächen immer wieder der Name Lance Nethery fällt. Mit Nethery

wurden die Lions 2004 Deutscher Meister und noch heute loben Schröder

und Kress den heutigen Manager der DEG Metro Stars. "Ein Lance Nethery

hat die Mischung zwischen professionellem Abstand und einer

angebrachten Nähe zu den Spielern optimal gefunden", sagte Bernd Kress.

Bedeutet im Umkehrschluss, dass dies Fliegauf nicht geschafft hat. So

wuchs, vor allem bei den älteren und erfahrenen (ausländischen)

Spielern, der Unmut und intern wurden die kritischen Stimmen immer

lauter.


Nach vielen Gesprächen entschieden sich die Lions den am Saisonende

auslaufenden Vertrag mit Fliegauf nicht zu verlängern. Am Montag teilte

die Vereinsführung Fliegauf die Entscheidung mit, woraufhin man sich im

laufe des Gesprächs einigte, die Trennung sofort zu vollziehen. Trainer

Rich Chernomaz wird sich am Mittwoch zu den Ereignissen äußern. Und was

sagt Charly Fliegauf? "Später, in ein paar Tagen werde ich darüber

sprechen", bat Fliegauf um ein wenig Geduld.


Verständlicherweise wollte kein Spieler öffentlich etwas dazu sagen.

Bei genauem hinsehen im Training sah man aber schon deutlich, wer mit

einem lachenden und wer mit einem weinenden Auge übers Eis lief. Über

die Managernachfolge soll demnächst entschieden werden. „Einen

Schnellschuss wird es nicht geben, wir haben keinen Zeitdruck“, sagte

Geschäftsführer Bernd Kress. Genügend Bewerbungen dürften in der

Geschäftsstelle angekommen sein. Nur bei der hohen Quantität die

richtige Qualität zu filtern, damit hat die Vereinsführung nun eine

ehrgeizige Aufgabe. (Frank Meinhardt)   

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