Finalkrimi: Eisbären vertagen EntscheidungMannheim - Berlin 5:6 n.V.

Tyson Mulock mit dem 5:5 - Foto: JRphotographie.deTyson Mulock mit dem 5:5 - Foto: JRphotographie.de
Lesedauer: ca. 2 Minuten

Bis zur 46. Minute sah es so aus, als ob die Adler Mannheim ihre sechste DEL-Meisterschaft feiern könnten, Spielstand zu diesem Zeitpunkt 5:2.

Christoph Ullmann erzielte bereits in der ersten Minute durch einen Alleingang über das halbe Spielfeld das erste Tor für die Adler, in der siebten Minute antwortete Eisbär James Sharrow mit dem Ausgleich, fünf Minuten später legte Mannheimerneut vor, Adam Mitchell erzielte das 2:1.

Im Mittelabschnitt nutzte wiederum Christoph Ullmann eine Überzahlsituation in der 32. Minute zum 3:1, Mads Christensen verkürzte in der 39. Minute auf 3:2. Im Schlussdrittel brauchten die Adler in Person von Kenneth Magowan (44.) und Craig MacDonald (46.) ganze sechs Minuten für oben erwähnten Spielstand.

13.600 in der ausverkauften SAP Arena hatten die Meisterschaft bereits vor Augen. Dann begannen jedoch 18 Minuten, die in Mannheim noch lange nachwirken werden. Innerhalb dieser Zeitspanne glichen James Sharrow (47.), Barry Tallackson (48.) und Tyson Mulock (54.) die Partie aus, in der fälligen Überzahl erzwang Travis James Mulock (64.) Spiel Fünf in Berlin.

Die Adler haben sich in diesem Spiel bis zur 46. Minute den Titel Meister der Effektivität verdient, den der Spielstand entsprach bis dahin nicht dem Spielverlauf. Die Eisbären aus Berlin waren offensiv die aktivere Mannschaft, hatten mehr Spielanteile, als Indiz neben der optischen Überlegenheit, was das Kombinationsspiel und Schnelligkeit der Abteilung Attacke angeht, sei hier die Schussstatistik angeführt. Die Adler benötigten für ihre fünf Tore 19 Schüsse, Berlin für zwei Tore 40 Schüsse.

Der Dauerbelagerungszustand des Adler Tors zeigte dann nach und nach Wirkung. War das dritte Tor der Eisbären noch ein Tor der Marke Glück, wenn man die Flugbahn des Pucks, die an einen auf Wasser auftreffenden Stein erinnerte, Revue passieren lässt, war es aber sicherlich der Startpunkt für eine bröckelnde Adler Defensive. Die Adler sorgten für zu wenig Entlastung, einen individuellen Fehler nutzten die Berliner zu ihrem vierten Tor. Spätestens jetzt kämpften einige Adler Akteure mit ihrem Nervenkostüm und den Zuschauern wurde vor Augen geführt, was Endspiel-Erfahrung ausmacht, die bei den Adlern bei weitem nicht so vorhanden ist, wie bei den Eisbären. Der Entwicklung dieser Situation und dem fortgeführten Sturmlauf der Eisbären (5:15 Schüsse in der Restpartie), hatten die Adler nichts mehr entgegenzusetzen, die Tore fünf und sechs waren die logische Folge.

„Diese Spiel kann man nur noch toppen, wenn wir das in Berlin zum Abschluss bringen“, meinte Peter John Lee nach dem Spiel, sicher zusätzlich im Hinterkopf, dass Sven Felski am Dienstag sein 1000. DEL Spiel mit der Meisterschaft krönen könnte.

„Manche Spiele lassen sich nur schwer dahingehend analysieren, warum sie so stattfanden“, darin waren sich beide Trainer nach dem Spiel einig. Harold Kreis meinte“ Berlin musste gewinnen, wir sind noch nicht ausgeschieden, wir dürfen uns jetzt nicht allzu lange damit beschäftigen, die Köpfe hängen lassen, wir werden am Dienstag sehen, was passiert“.

Fest steht, den positiven psychologischen Moment genießt Berlin, sollte diese Niederlage jedoch bei den Adlern eine Trotzreaktion inklusive der nötigen Umsetzung auslösen, ist der finale Ausgang am Dienstag in Berlin offen.


Du willst die wichtigsten DEL-News, Spielpläne und Live-Daten direkt auf Deinem Smartphone? Dann hole Dir die Hockeyweb-App mit Push-Nachrichten für die wichtigsten News Deiner Lieblings-Sportart. Erhältlich im App-Store für Apple​  und Android​.
1:4 gegen Dynamo Pardubice
Eisbären Berlin verlieren im Finale des Dolomitencups

​Zum ersten Mal in der Geschichte des Dolomitencups stemmt ein Team aus Tschechien die Turniertrophäe: Dynamo Pardubice gewann das Endspiel am Sonntagabend gegen den...

5:2 gegen den EHC Biel
Dolomitencup: Kleines Finale wird zur Augsburger Tor-Party

​Der Finaltag bei der 16. Auflage des Dolomitencups wurde am Sonntag mit einer Tor-Party eingeläutet: Im Spiel um Platz 3 fegten die Augsburger Panther den EHC Biel-...

3:2 gegen den EHC Biel
Eisbären Berlin stehen im Finale des Dolomitencups

​Die Eisbären Berlin brechen ihr „Tabu“: Erstmals zieht der aktuelle DEL-Meister ins Endspiel des Dolomitencups ein. In einem wahren Herzschlagfinale setzte sich der...

Neuzugang aus der ECHL
Nürnberg Ice Tigers verpflichten Verteidiger Hayden Shaw

​Die Nürnberg Ice Tigers haben den US-amerikanischen Verteidiger Hayden Shaw für die kommende DEL-Saison 2022/23 unter Vertrag genommen. Der 26-jährige Linksschütze ...

Dolomitencup in Neumarkt
Augsburger Panter unterliegen Dynamo Pardubice

​Besser hätte die erste Teilnahme am Dolomitencup in Neumarkt nicht laufen können: Dynamo Pardubice hat sich seine Premiere am Freitagabend in der mit knapp 1000 Zus...

Turnier in Südtirol geht zum 16. Mal über die Bühne
Eisbären Berlin und Augsburger Panther starten beim Dolomitencup

​Der Sommer hat zwar noch Hochkonjunktur, trotzdem ist die Eishockeyfreude im Südtiroler Unterland riesig. Grund dafür ist der Dolomitencup, der vom Freitag bis zum ...

Hockeyweb-Reporter Ronald Toplak zum Karriere-Ende von Jens Baxmann
Baxi, das war Jensationell!

Eine schwere Augenverletzung zwingt Jens Baxmann (37), der sieben Meisterschaften mit dem EHC Eisbären Berlin gewann, die Karriere vorzeitig zu beenden. Hockeyweb-Re...

Karriereende nach Verletzung
Ex-Nationalspieler Jens Baxmann muss seine aktive Laufbahn beenden

Der Verteidiger erlitt im Januar beim Training eine Augenverletzung. Zwar konnte das Schlimmste verhindert werden, doch macht die Verletzung eine Fortsetzung der Kar...