Fehlstart im Endspurt um die Play-Off-PlätzePanther bleiben tor- und punktlos

André Rankel traf in Unterzahl zum 1:0 für Berlin. (Foto: Imago)André Rankel traf in Unterzahl zum 1:0 für Berlin. (Foto: Imago)
Lesedauer: ca. 2 Minuten

Nach der deutlichen 0:6-Niederlage am Freitag in Iserlohn zeigten die Augsburger Panther insbesondere im ersten Drittel ein begeisterndes Spiel gegen den Rekordmeister Eisbären Berlin, wurden aber für eine kleine Unaufmerksamkeit bitter bestraft – die Gastgeber verloren mit 0:1 (0:0, 0:1, 0:0).

Die Panther waren sofort hellwach: T.J. Trevelyan checkte nach drei Sekunden den baumlangen Berliner Neuzugang Jurcina um (die ebenso faire Revanche folgte nach gut vier Minuten), nach 15 Sekunden ging Hanowski alleine auf den Eisbären-Keeper Vehanen zu – und Jon Matsumoto ließ noch einen weiteren Check folgen. Dies war der Auftakt zu einem rassigen ersten Drittel, in dem beide Teams mit hohem Tempo und viel Einsatz spielten, und die beiden nachverpflichteten Verteidiger – Jurcina bei den Eisbären und Blake Kessel bei den Augsburgern – im Blickpunkt standen. Erst versprang Kessel völlig freistehend vor Vehanen die Scheibe, dann musste Jurcina wegen Bandenchecks auf die Strafbank. Im folgenden Powerplay der Augsburger leisteten sich die Berliner eine weitere Strafzeit, so dass die Panther in doppelter Überzahl sich in der Folge einige sehr gute Chancen erarbeiteten, scheiterten jedoch am exzellent haltenden Eisbären-Keeper Vehanen. So ging es trotz einer 10:4-Torschussbilanz zugunsten der Panther torlos in die erste Pause.

Auch im zweiten Abschnitt starteten beide Teams mit Vollgas. Nach dreieinhalb Minuten hatte Ciernik die bis dahin klarste Möglichkeit, als er alleine vor Vehanen stand, aber einen Hauch zu lange überlegte. Nach einer etwas zweifelhaften Strafe gegen Holzmann zur Spielmitte vergab Jurcina die Chance zur Führung für die Eisbären, kurz darauf traf Hanowski auf Augsburger Seite in eigenem Powerplay nur den Pfosten. Und warum die Eisbären an der Spitze stehen, zeigten sie nach 32 Minuten: In Unterzahl nutzten sie eine ihrer wenigen Gelegenheiten eiskalt, als Rankel alleine auf Meisner zulief und dem AEV-Keeper keine Chance ließ. Damit war der Spielverlauf zwar nicht auf den Kopf gestellt, aber sicher nicht entsprechend der Spielanteile und Torchancen wiedergegeben. Die frühzeitige Entscheidung verhinderte Meisner kurz vor Ende des zweiten Drittels, als er nach er einem 3:1-Konter Mark Olvers Schuss parierte – und vom Schützen für seinen tollen Save beglückwünscht wurde.

Im Schlussdrittel bekamen die Berliner das Spiel langsam in den Griff und hatten noch Pech, als Jurcina nach sehenswertem Alleingang nur den Pfosten traf. Fünf Minuten vor Schluss rettete Meisner nochmal in höchster Not gegen Talbot. Als Eisbären-Verteidiger „Tine“ Braun 180 Sekunden vor der Schlusssirene auf die Strafbank musste, warf Augsburg alles nach vorne, erspielte und erarbeitete sich beste Gelegenheiten, nahm natürlich auch Torhüter Meisner vom Eis – konnte aber den verdienten Ausgleich nicht mehr erzwingen. Damit war der Fehlstart der Augsburger in den Endspurt um die Play-off-Plätze mit einem punkt- und torlosen Wochenende besiegelt.

So konnte AEV-Headcoach Mike Stewart nach Spielschluss nur den Einsatz und das Engagement seiner Spieler – und insbesondere den schnell integrierten Neuzugang Blake Kessel – loben: „Das ist unser Fundament und wenn wir das machen, dann werden wir wieder belohnt werden. Im Moment ist es aber offensiv wie verhext: Wir arbeiten hart und hatten auch in Iserlohn sehr viele Torchancen. Aber wir müssen jetzt einfach Spiele gewinnen.“ Uwe Krupp lobte insbesondere seinen Torhüter Vehanen, der einige sehr gute Chancen der Augsburger vereitelt hatte, und seinen Neuzugang Jurcina, der mit seiner Erfahrung von 451 NHL-Spielen spielerisch wie auch charakterlich eine Bereicherung für die Berliner sei.

Tore: 0:1 (32:40) André Rankel (Mark Olver/4-5). Strafen: Augsburg 8, Berlin 8. Zuschauer: 5433.