Fasching bezwingt KarnevalNürnberg – Köln 4:2

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…,denn einer hatte genau dieses Resultat vorhergesagt: Tray Tuomie: „4:2 für die Ice Tigers“, tippte der Nürnberger Cheftrainer, der vor dem Bully hellseherische Fähigkeiten bewies. Eine Prognose zum möglichen Heimrecht und ersten Play-off-Gegner konnte beziehungsweise wollte er nach dem Match aber nicht abgeben.

51 Spiele, 88 Punkte, Platz drei – so lautet der aktuelle Stand der Franken, die abschließend zum Tabellenzweiten in die Seidenstadt reisen. Im Gepäck: drei Teams, die den Ice Tigers ihren Platz unter den Top vier abspenstig machen wollen. Nürnberg, Wolfsburg, Mannheim, Köln – wer darf im Viertelfinale mit Hamburg und Krefeld zuerst vor Heimpublikum ran? Nicht zu vergessen: Die Adler und Haie haben noch eine Partie mehr auf dem Plan. Zweimal gegen Hamburg geht es für die Rheinländer – einmal zu Hause, einmal auswärts. Ausgerechnet! Doch Uwe Krupp fürchtet den Spitzenreiter nicht, im Gegenteil: „Das ist eine gute Aufgabe“, kann sich der Kölner Coach keinen besseren Test für die anstehenden Play-offs vorstellen.

Sportliche Jecken

Schon am Karnevals-Dienstag sind die Freezers in der Domstadt zu Gast. „Der perfekte Abschluss“ vor dem Aschermittwoch, freut sich KEC-Fan Harald auf das Spiel in der Lanxess Arena. Das Auswärtswochenende dagegen fand er „ein bisschen unglücklich“. Statt mit den Jecken am Rhein zu feiern, unterstützte der 19-Jährige die Haie in Augsburg und Nürnberg. Doch halb so wild: „Schließlich gibt es ja noch den Rosenmontag!“ Und der wird für Fanbetreuer Thomas so richtig stressig. Der 49-jährige Kölner ist in den nächsten Tagen als Rettungsmediziner im Einsatz. Den Trip nach Franken hatte er dennoch auf sich genommen. Da ist es fast schon ein Jammer, dass es ohne Punkte zurück in die Heimat ging.

Play-offs haben bereits begonnen

2:4 – eine Niederlage, die für Uwe Krupp in Ordnung geht: „Wir saßen zu oft auf der Strafbank. Da ist es gegen eine Mannschaft wie Nürnberg schwer, zu gewinnen.“ Besonders dann, wenn der Gegner sein Powerplay nutzt und in Tore verwandelt. Dreimal netzten die Ice Tigers in Überzahl ein, was am Ende ausschlaggebend für den Sieg war. Dabei gingen die Haie zunächst durch Andreas Falk in Führung (6.), aber dann wurde den Domstädtern ihr Unterzahlspiel zum Verhängnis. Im zweiten Drittel machte der KEC zwar gehörig Druck, so dass nach Chris Minards 2:3-Anschlusstreffer (26.) sogar der Ausgleich in der Luft lag. Doch als der Torschütze im Schlussabschnitt wegen Behinderung in die Kühlbox musste, konnten die Gastgeber mit Patrick Reimer Goalie Danny aus den Birken zum vierten Mal überwinden (42.).

Langeweile kam in der von Beginn an emotionalen und hitzigen Partie aber auch ohne weiteren Treffer nicht auf. Köln attackierte erneut Ice-Tigers-Keeper Andreas Jenike, vier Minuten vor Spielende flogen die Fäuste: David Printz und Moritz Müller stimmten sich auf die Play-offs ein und „tanzten“ sich in die Kabine – ganz zur Freude des Nürnberger Publikums, das nach dem Krimi vom Freitag gegen Mannheim einen weiteren Leckerbissen auf Eis serviert bekam.

„Die Jungs haben heute gezeigt, dass sie unbedingt Play-offs spielen wollen. Das haben sie geschafft“, lobte Tuomie seine Truppe, die wusste, wie sie die Haie ins Netz bekommt: läuferisch und mit schnellem Eishockey, „damit der Gegner behindern muss und Strafen nimmt.“ Gewusst wie also – auch im Freitags-„Showdown“ bei den Pinguinen?

Die Tore im Überblick:

0:1 (6.) Andreas Falk (Marcel Müller)
1:1 (11.) Steven Reinprecht (Matt Hussey, Fredrik Eriksson), PP1
2:1 (17.) Jason Jaspers (Steven Reinprecht, Fredrik Eriksson), PP1
3:1 (24.) Patrick Buzas (Steven Rupprich, Patrick Reimer)
3:2 (26.) Chris Minard (Rob Collins, Andreas Holmqvist), PP1

4:2 (42.) Patrick Reimer (Steven Reinprecht, Matt Hussey), PP1

Strafen: Nürnberg 26, Köln 32

Schiedsrichter: Stephane Rochette, Willi Schimm

Zuschauer: 6.353