EVD: Starke Leistung - auf dem Eis und den Rängen

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Didi Hegen verteilte kein Sonderlob. „Warum sollte ich das tun? Alle Spieler waren wirklich gut.“ Und dann verteilte er doch eins. Aber eben nicht an einen Spieler, sondern an die Fans. „Das war ganz große Klasse. Erst durch diese Unterstützung konnten wir so über uns hinauswachsen, wie wir es getan haben. Ein ganz dickes Lob!“ Tatsächlich taugte die Vorstellung des EV Duisburg und der Adler Mannheim auf dem Eis sowie die Stimmung auf den Rängen, wie es sie schon lange nicht mehr in Duisburg gegeben hat“, für einen schönen Eishockeyabend. EVD-Marketingleiter Bülent Aksen hatte sogar die passende Statistik dazu. „17 Minuten und 38 Sekunden haben die Fans im letzten Drittel durchgesungen.“ Das verdient zwei Anmerkungen. Sie taten das gerechnet in Spielminuten – und vor allen Dingen laut.

Aus Duisburger Sicht wurde der 26 Sekunden vor Ende der Overtime noch gekrönt, denn die Füchse gewannen mit 2:1 (0:0, 1:1, 0:0, 1:0) nach Verlängerung. Das ist nun schon der dritte Sieg in Folge für den EVD.

Hegen und Teal Fowler – der Co-Trainer der Adler vertrat seinen Chef Dave King in der Pressekonferenz – waren einer Meinung: „Das Spiel hatte sehr viel Tempo. Es war ausgeglichen; wir haben allerdings zu wenig aus unseren Chance gemacht“, so Fowler. „Duisburg hat für diese zwei Punkt gekämpft – aber auch sehr gut gespielt. Sie haben das verdient.“ Da widersprach Hegen freilich nicht. „Gerade im ersten und letzten Drittel war das Tempo ungeheuer hoch. Stark war, dass wir tatsächlich mitgespielt haben. Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft.“

Tatsächlich ist die Mannschaft im Vergleich zum zu gräuslichen September nicht wiederzuerkennen. Das Tempo ist ungemein höher; Torhüter Lukas Lang, der bereit vorher gut, wird immer stärker. Und selbst Spieler, die zuvor nur negativ auffielen, werden plötzlich zu Leistungsträgern. Ein Beispiel: Rick Berry. Oft gescholten war er eine der wichtigen Stützen in der Defensive. Gerade im Schlussabschnitt packte er einmal einen unglaublich harten, jedoch fairen Check aus. „Die Geburt seiner Tochter scheint ihn wirklich befreit zu haben“, sagte Hegen. „Er spielt knallhartes und einfaches Eishockey. Wenn er damit weitermacht, wird er uns noch sehr weiterhelfen.“

Neuzugang Grant Potulny, der am Morgen erst aus dem Flieger stieg, mittag mit dem Team trainiert und abends auf dem Eis stand, hatte in der zweiten Minute gar die frühe Chance zu Führung, überzeugte ansonsten durch starken Einsatz. Erst gegen Ende des Spiels schwanden – verständlicherweise – die Kräfte. „Wir geben ihm die Zeit, die er braucht. Aber die Ansätze waren schon sehr gut“, sagte Hegen über den Amerikaner.

Der Rest war Coast-to-Coast-Eishockey. Schnell und intensiv ging es zur Sache, weil beide Mannschaften offensiv spielten – obwohl insgesamt nur drei Tore fielen. Die ersten beiden Treffer markierten Duisburg und Mannheim gar innerhalb weniger Sekunden. 34 Sekunden waren im Mittelabschnitt gespielt, da fischte Alexander Selivanov den Puck aus der Luft; Jan Alinc nutzte die Vorlage zur Führung. Nur 18 Sekunden später landete ein sehenswerter Adler-Spielzug, den René Corbet vollendete, im Duisburg Netz. Gefährliche Chancen gab es auch danach, Treffer gab es zunächst aber keine mehr. Auch weil mit Fred Brathwaite und Lukas Lang zwei starke Goalies ihre Arbeit verrichteten. In den Schlussminuten des Spiels war den Adlern anzumerken, dass sie das Ganze nun doch gerne zu ihren Gunsten entscheiden wollten. Doch die Duisburger hielten dagegen. Auch in der Overtime, als sie eine Unterzahl überstehen mussten.

Ein Konter brachte die Entscheidung. Morten Ask kam über die linke Seite ins Drittel, ein scharfer Querpass vors Tor – und der heranrauschende Justin Cox (Foto) stach den Puck ins Tor.

Tore: 1:0 (20:38) Alinc (Selivanov/5-4), 1:1 (20:56) Corbet (King, Methot), 2:1 (64:34) Cox (Ask, Berry). Strafen: Duisburg 10 + 10 (Sup), Mannheim 6. Zuschauer: 2060. (the / Foto: City-Press)

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