European Trophy: Eisbären wollen Spaß

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Der Startschuss in die European Trophy fällt für die Eisbären Berlin bereits am kommenden Donnerstag. Bei ihrem Tripp nach Schweden heißen die Gegner zuerst Frölunda Göteborg und zwei Tage später Färjestads BK – Schwedens frisch gebackener Meister. Und auch in der Folge bleiben die Gegner prominent: In ihrer West-Division bekommen es die Berliner neben den beiden Eliteserien-Klubs noch mit den finnischen Traditionsteams TPS Turku (25.8. in Dresden, 20.00 Uhr) und Tappara Tampere (27.8. in Crimmitschau, 20.00 Uhr) zu tun. Für besonderen Reiz dürfte das Aufeinandertreffen mit Österreichs Meister Red Bull Salzburg (19.8. in Berlin, um 19.30 Uhr) sorgen, bei dem Pierre Pagé als Chefcoach mit Erfolg sein bekannt straffes Regiment führt. Gruppenübergreifend warten auf die Eisbären der erstmals an der Trophy teilnehmende slowakische Vertreter Slovan Bratislava (21.8. in Berlin, 17.30 Uhr), sowie jeweils auswärts die beiden tschechischen Klubs HC Sparta Prag (3.9.) und HC Bili Tygri Liberec (4.9.). An Qualität ist dieses Vorbereitungsprogramm wohl kaum zu überbieten.

Eisbären-Manager Peter John Lee weiß um die Schwere der bevorstehenden Aufgaben, denn „unsere Spiele werden in diesem Jahr noch spannender werden, was den Fans noch besseres Eishockey bescheren könnte. Jeder unserer Gegner weiß, dass wir der European-Trophy-Sieger 2010 waren und wird uns besiegen wollen. Ich hoffe, unsere Fans werden stolz auf unsere Jungs sein. Wir wollen den Titel verteidigen.“ Dass die Mannschaft der Eisbären Spaß hatte bei den ersten Trainingseinheiten, war nicht zu übersehen. Allerdings sind die personellen Veränderungen im Kader nicht zu unterschätzen. Leistungsträger sind abgewandert (Derrick Walser) oder momentan verletzt (wie Sven Felski und Denis Pederson). Die Neu-Eisbären, die deren Rollen übernehmen sollen, müssen bereits in der Vorbereitung zeigen, dass sie in der Lage sind in recht große Fußstapfen zu treten. Der Fokus liegt hier zuerst auf den beiden Ex-Augsburgern Darin Olver und Barry Tallackson. Beide zeigten beim teaminternen „Block House Cup“, bei dem drei gegen drei gespielt wurde, ihre Scorer-Qualitäten mit jeweils vier Treffern und zwei Vorlagen. Die Vorzeichen der zweiten Eisbären-Teilnahme an der European Trophy sind insgesamt etwas andere als im vorigen Jahr: Damals saß der Stachel des frühen Play-off-Aus gegen Augsburg noch tief. Auch wenn es in Berlin niemand offen aussprach, der Gedanke an Wiedergutmachung spielte gewiss eine Rolle. Am Ende stemmten die Eisbären den Siegerpokal der European Trophy in die Höhe.

Die bekannt reise-freudigen Eisbärenfans werden in den nächsten Wochen reichlich Groundhopping-Punkte sammeln können. Und dabei werden sie viele Spieler mit großen Namen in Aktion sehen und auch alte Bekannte wiedertreffen. Bevor Pierre Pagé mit Salzburg seine Visitenkarte in Berlin abgibt, wird es gewiss freundschaftlichen Austausch mit Färjestads Co-Trainer Leif Carlsson geben, dessen Kontakte nach Berlin nie abrissen. Der ehemalige Verteidiger gehörte zur legendären Eisbären-Mannschaft der „Nach-Bosman-Ära“, die als DEL-Vizemeister Dritter beim Finalturnier der European Hockey League in Moskau wurde. Gute Beziehungen gibt es auch zu Sparta Prag: Petr Briza, einst legendärer DEL-Torhüter der Landshut Cannibals und heute in Spartas Klubführung tätig, verbindet ein kurzer Draht nach Berlin. Der machte im Herbst des Jahres 2005 den Wechsel Tomas Pöpperles zu den Eisbären möglich. „Pöppi“, mit den Eisbären Deutscher Meister 2006, ist nun die Nummer eins Spartas.

Aber nicht nur der Pflege alter Freundschaften dient die European Trophy. Peter John Lee stellt die wachsende Bedeutung der European Trophy heraus, wenn sagt: „Am Anfang waren die Teams sehr skeptisch, vor allem auch die aus der DEL. Schon jetzt gibt es aber drei konkrete Anfragen von Mannschaften, ob sie nicht im nächsten Jahr auch teilnehmen könnten. Das zeigt eine Entwicklung in die richtige Richtung. Ebenso ist die Fernsehvermarktung ein großer Schritt nach vorne. Die Verlegung des Finalturniers in einen der besten Eishockeymonate wird ebenfalls positive Auswirkungen haben. Diese kommen alle zu den sportlich guten Voraussetzungen, die die Trophy schafft: vier der Teilnehmer aus dem letzten Jahr gewannen am Ende auch die Meisterschaft in ihrem Land, genau wie wir.“


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