„Es ist schon schön, oben zu stehen“Tigers-Torhüter Dustin Strahlmeier

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In Straubing herrscht zurzeit eine Mischung aus Überraschung, Erstaunen, Verblüffung und einer glücklichen nicht enden wollenden Party. Je nachdem, wen man fragt. Die Fans feiern jeden Sieg ausgiebig und laut und manches Mal hat man das Gefühl, dass keiner nach Hause will. Die Mannschaft freut sich natürlich auch, doch wie Goalie Dustin Strahlmeier berichtet, hebt niemand ab.

Der Goalie, der am Wochenende in beiden Spielen als „Starter“ auf dem Eis stand und dabei zwei weit überdurchschnittliche Spiele ablieferte, bedankte sich am Montag beim Anhang auf seiner Facebook-Fanseite: „Danke für den Support in den letzten Wochen, ihr seid der Hammer.“

Fast könnte man meinen, dass die Spiele eine Kampfansage auf den Posten des Nummer-eins-Goalies waren. Der gut gelaunte Dustin Strahlmeier lacht und sagt: „Was heißt Kampfansage? Es ist ja kein Geheimnis, dass ich Starter werden möchte und mich in der DEL etablieren will. Es war auch letztes Jahr schon so, wie es gesagt wurde, dass ich an die DEL herangeführt werde. Dass ich momentan so viel Vertrauen bekomme,  ist für natürlich umso schöner.“

Dabei gab es nicht nur Lob von seinem Trainer Larry Mitchell, der über die Situation, zwei gute Goalies zu haben, natürlich sehr froh ist, und den Mitspielern, sondern am Sonntag gab es dazu auch noch einen Rat von DEG-Coach Christof Kreutzer an die Tigers-Verantwortlichen: „Straubing hat heute einen Top-Goalie gehabt. Wenn ich an Straubings Stelle wäre und der hält weiter so, verpflichtet ihn und gebt keine Ausländerlizenz für den Torwart ab.“ Dazu meint Strahlmeier: „Das hört sich natürlich super an. Mein Vertrag läuft nach dieser Saison aus, da müssen wir mal schau‘n.“ Verhandelt wird aber noch nicht. Strahlmeier meint schmunzelnd: „Ich glaube, dafür ist es nach sechs Spieltagen noch zu früh.“ Dem Straubinger Anhang wäre es aber wohl lieber, man regelt die Angelegenheit zügig. Strahlmeier ist, natürlich auch wegen seiner überzeugenden Leistungen, ein äußerst beliebter Tiger.

Ganze 76 Schüsse kamen am Wochenende auf ihn zugeflogen, wobei er nur zweimal überwunden wurde. Am Sonntag waren es 41 Schüsse. Über die Zahl zeigt sich der Goalie sehr verwundert und fragt sicherheitshalber noch mal nach: „41?“ Dann meint er entspannt: „Also wie 41 Schüsse kam mir das heute nicht vor.“ Zudem sagen die reinen Zahlen nicht alles aus: „Es waren auch nicht so viele gefährlich, im letzten Drittel haben wir ein paar Chancen hergegeben. Vor dem Torraum war es ein bisschen gefährlicher, aber ansonsten hatten wir das gut im Griff. Wenn die mal von außen oder von der Blauen geschossen haben, haben wir die Sicht frei gegeben.“ Mit seinen Vorderleuten ist er demnach zufrieden, dabei fehlen aktuell mit Danny Urban und Sebastian Osterloh zwei erfahrene Fachkräfte. Doch sowohl für Aushilfsverteidiger René Röthke als auch für Förderlizenzspieler Max Renner hat Strahlmeier lobende Worte: „Beide haben das sehr gut gemacht. René hat die Scheiben raus gebracht, war ruhig hinten und nicht hektisch. René ist ein erfahrener Spieler, der ja schon vor ein paar Jahren Verteidigung gespielt hat. Max, heute in seinem ersten Spiel. Dass er kein schlechter Spieler ist, wissen wir alle. Mich freut es für ihn, dass er in seinem ersten DEL-Spiel mit einem Sieg rausgehen konnte. Auch im Powerplay hat er oben ganz ruhig die Scheibe von Rückhand auf Vorhand gelegt – er hat seinen Job sehr gut gemacht. Er hat auf jeden Fall einiges Potential.“

Trotzdem haben die Tigers in sechs Partien 221 Schüsse gefressen, was einen Schnitt von 36,8 Schüssen pro Spiel macht und damit Ligahöchstwert ist. Doch aus der Sicht des Torwartes ist das eigentlich kein großes Problem: „Schüsse kann man hergeben, wenn sie nicht gefährlich sind. Wenn man sie von außen bekommt, hat der Torwart sie, und wenn man daraufhin dann einen Konter laufen kann, ist es natürlich besser für uns.“ An so einem Kontern hat Strahlmeier auch am Sonntag seine Freude. Steven Zalewski und Mike Hedden führten das gegen die DEG vor und dann auch noch in Unterzahl. Strahlmeier grinst: „Ja, sah gut aus.“

Die Gesamtlage in Straubing verleitet die ersten Fans bereits zum Witzeln: „Mir egal, wer nach uns Zweiter wird.“ Oder: „Wer soll uns heuer noch schlagen?“ Dabei kann man in viele lachende Gesichter schauen. Den Fans sei dieser Spaß nach dem schwer zu ertragenden letzten Jahr vergönnt. Die Spieler hingegen bleiben gelassen und auf dem Boden. Am Durchdrehen ist keiner: „Nein, gar nicht“, sagt Strahlmeier. „Jedes Spiel ist neu und jeder Gegner ist stark. Ich glaube, die Liga ist dieses Jahr noch ausgeglichener als letztes Jahr.“ Dabei ist der Coach offenbar ein wichtiger Faktor: „Larry hält uns am Boden.“ Die Frage ist nur wie? „Wir trainieren hart, es gibt nicht zu viel über das letzte Spiel zu reden, nur was man vielleicht ändern kann. Da gibt’s gar nichts zurückzuschauen, sondern immer nach vorne.“ Trotzdem freut man sich natürlich im Team: „Es ist schon schön, oben zu stehen. Es ist für mich auch das erste Mal, dass ich mit einer Mannschaft über einen längeren Zeitraum ganz oben stehe. Gerade für Straubing freut es mich im Jubiläumsjahr.“

Doch das alleine reicht sicher nicht, um Spiele zu gewinnen. Ein Schlüssel ist auch die neue mentale Stärke der Niederbayern. Doch woher kommt die? Strahlmeier meint dazu: „Erstmal sind viele neue Spieler hier, die bringen frischen Wind rein. Aber es ist natürlich eine ganz andere Situation, als wenn man von Anfang an schon keine Punkte mitnehmen kann und immer knapp verliert. Wir haben letztes Jahr einen Haufen Spiele in Overtime oder mit einem Tor verloren. Nicht so wie jetzt 2:1 gewonnen, da haben wir 1:2 verloren. Man arbeitet hart und verliert trotzdem, aber momentan schießen wir einfach die Tore. Man kann ein bisschen ruhiger sein, sollte es aber nicht allzu locker nehmen.“ Außerdem weiß der Goalie: „Jedes Spiel ist neu und wir versuchen jedes Spiel, alles zu machen, was der Coach uns sagt. Er schaut sich die Gegner vorher an und weiß, wie die spielen. Wir schauen, dass wir unsere Strategie etwas anpassen und das Beste daraus machen. Und dann ist jeder für jeden auf dem Eis, jeder blockt die Schüsse.“

Insgesamt könnte man aber schon von der Situation überrascht sein. Doch die Saison ist noch viel zu jung, um sich beeindrucken zu lassen: „Das ist definitiv noch viel zu früh. Es liegt ja alles noch so nah zusammen. Wir erarbeiten uns die Spiele und schauen von Spiel zu Spiel. Das nächste Spiel kommt und da gehen wir wieder rein, dass wir die Punkte holen wollen. Wir versuchen, die meisten Tore zu schießen und am besten zu verteidigen und hoffen, dass wir dann wieder drei Punkte mitnehmen. Wir fahren nirgendwo hin und sagen `ach heute verlieren wir mal´.“

Am Wochenende stehen die Partien gegen die Grizzlys Wolfsburg (Freitag 19.30 Uhr) und beim ERC Ingolstadt (Sonntag 16.30 Uhr) an. Man darf gespannt sein, wer in diesen Spielen als Starter auf dem Eis steht.

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Straubing Tigers Straubing
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Sonntag 24.11.2019
Thomas Sabo Ice Tigers Nürnberg
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Düsseldorfer EG Düsseldorf
Schwenninger Wild Wings Schwenningen
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Straubing Tigers Straubing
Kölner Haie Köln
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Krefeld Pinguine Krefeld
Iserlohn Roosters Iserlohn
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