Erich Kühnhackl setzt auf Tiefe im Kader

Straubing: Trew bleibt ein TigerStraubing: Trew bleibt ein Tiger
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Die Zeit unter der Zugspitze ist für die Straubing Tigers vorbei. Ende Juli rückte das DEL-Team in Garmisch zum Trainingslager ein, mit dem vergangenen Wochenende ist die Mannschaft wieder frisch im heimischen Eisstadion am Pulverturm eingezogen. Zwar setzte Erich Kühnhackl im Camp harte Einheiten auf das Tagesprogramm, die Spieler hatten aber durchaus Spaß und gute Laune.

Die Rahmenbedingungen stimmten nämlich. Davon, dass er in seinen ersten Tagen in Deutschland gleich am Fuße der Alpen gelandet war, zeigt sich Neuzugang Wade Skolney hellauf begeistert. „Das ist ein wunderschönes Land. Ich bin froh, dass ich mit den Straubing Tigers die Gelegenheit hatte, gleich einmal nach Garmisch zu kommen“, sagt der Verteidiger dankbar.

Tag für Tag wurden die DEL-Profis von der Sonne wachgeküsst. „Da stimmt die innere Uhr, das ist alleine schon eine Riesenmotivation“, gewinnt Tigers-Coach Erich Kühnhackl rückblickend dem guten Wetter eine Menge Positives ab.

Doch bei aller Sommerlaune stand vor allem die Arbeit mit Blick auf die neue Eishockeysaison an. Andy Canzanello, aus der AHL von Syracus Crunch gekommener Verteidiger, sagt: „Es war hart, aber wir haben in den ersten Tagen bisher viel Spaß gehabt.“

Für die entsprechende körperliche Verfassung hat der Trainer seine Truppe eine Woche früher als im letzten Jahr auf das Eis geholt. Der Ablauf an sich sei genauso, Änderungen habe es im Vorbereitungstraining keine entscheidenden gegeben: „Man ist ja auch ein wenig abergläubisch.“

Allerdings legt Erich Kühnhackl jetzt noch mehr und einen ganz besonderen Wert auf die Fitness, die Mitte der vergangenen Saison zwischenzeitlich für Diskussionsstoff gesorgt hatte: „Man will jetzt die Grundlage legen. Dazu haben wir Tests gemacht, die wir in der nächsten Woche unter den Trainern und mit den Spielern besprechen werden.“ Dann könnte es für den ein oder anderen noch zusätzliche Hausaufgaben geben.

Mit dem kommenden Wochenende, an dem ein Turnier in Bremerhaven ansteht, beginnen für die Gäubodenstädter die Testpartien. Am nächsten Dienstag (14. August) spielen die Tigers dann zum ersten Mal zuhause, die Eisbären aus Regensburg sind der Gegner.

„Wir haben zehn Vorbereitungsspiele, in den ersten fünf werden wir mit acht Verteidigern und zwölf Stürmern spielen. Jeder hat dann Zeit, Gelegenheit und Muse, sich den Trainern zu präsentieren“, erklärt Erich Kühnhackl, der in den ersten vier Partien im Tor Mike Bales und Neuzugang Markus Janka im Wechsel zum Einsatz bringen möchte.

Der deutschen Stürmerlegende steht für die neue Saison ein großer Kader zur Verfügung. Mit 24 oder gar 25 Lizenzspielern plant er nach eigener Aussage, dazu kommen noch die Förderlizenzspieler Daniel Möhle und Stephan Daschner vom Kooperationspartner, dem Zweitligisten Landshut. Dorthin ist nun aus gutem Grund auch der 18-jährige Dominik Quinlan (bisher Klostersee), den die Tigers ebenfalls ins Blickfeld genommen haben, gewechselt.

„Die Spieler sind jünger, die Mannschaft ist größer und ausgeglichener. Viele können auch im ersten Block spielen“, zieht Erich Kühnhackl einen Vergleich mit seinem letztjährigen Team und hebt damit vor allem die von ihm auch in der Tiefe ausgemachte Qualität heraus. „Die Gesamtsituation ist sehr, sehr positiv.“

Etwas höher als im letzten Jahr, als in der Rolle des Aufsteigers und vermeintlichen Underdogs mit einem respektablen zwölften Platz die Erwartungen übertroffen wurden, liegt dementsprechend auch jetzt die Meßlatte für den Coach und seine Tigers, die nun kein Liganeuling mehr sind und in ihre zweite DEL-Saison gehen.

„Wir wollen die Punktdifferenz immer in einem Bereich halten, mit dem der zehnte Platz noch machbar ist“, umschreibt Erich Kühnhackl seine Vorstellung von einem optimalen Saisonverlauf. „Wir haben das Attribut, uns in der Liga etablieren zu wollen. Das wird aber schwierig genug. Es gibt genug Mannschaften, die stärker sind als wir.“


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