Erich Kühnhackl hadert mit dem Referee

Straubing Tigers verlängern mit Eric ChouinardStraubing Tigers verlängern mit Eric Chouinard
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Die Straubing Tigers verpassten am Sonntag die Chance, sich vorzeitig DEL-Platz zwölf zu sichern. Der Aufsteiger unterlag zuhause den Frankfurt Lions mit 3:5 (0:1, 2:2, 1:2).

 

Als symptomatisch für das Spiel befand Straubings Trainer Erich Kühnhackl nach der Begegnung das fünfte Frankfurter Tor in der letzten Spielminute. Als Tigers-Verteidiger Calvin Elfring in dieser Situation gerade den Puck von der blauen Linie kratzen und in Richtung gegnerisches Tor schlagen wollte, brach sein Schläger entzwei. Frankfurts Michael Hackert ließ sich vom ihm nun ohne vernünftiges Arbeitsgerät hinterher eilenden Gegenspieler dann nicht mehr von seinem Weg abbringen und brauchte nur noch in das in diesem Moment verwaiste Straubinger Tor einzuschieben.

 

In der Tat ließen sich die gesamten sechzig Minuten ähnlich auf den Punkt bringen. Straubing ohne das nötige Quäntchen Glück, wie es Erich Kühnhackl umschrieb, jagte alles in allem 45 Minuten einem Rückstand und damit den Frankfurtern hinterher. Am Ende ohne Erfolg.

 

Dabei hätte es vor über 4.800 Zuschauern, die nach wie vor heiß auf DEL-Eishockey an der Donau sind, ganz anders anfangen können. Sieben der ersten neun Minuten spielte Straubing gleich in Überzahl, ein Treffer wollte dabei nicht fallen. Vielmehr ließen die Hausherren die Feinabstimmung vermissen, viele kleine Fehler reihten sich aneinander. „Die Frische ist nicht mehr so da, deshalb ist es schwierig, gleich in die Gänge zu kommen“, erklärte Erich Kühnhackl nach dem Spiel die Startschwierigkeiten.

 

Solche hatten die Lions nur bedingt. Kaum waren die Unterzahlaufgaben gelöst, überraschte auch schon Simon Danner (11.) den verdutzten Straubinger Torhüter Mike Bales aus spitzem Winkel. 35 Sekunden waren schließlich im Mittelabschnitt erst vorbei, als Peter Podhradsky im Powerplay mit einem Schlagschuss auf 2:0 für die Gäste erhöhte. Über das Zustandekommen sollte später noch zu diskutieren sein.

 

Bei Straubing stellte sich dann erst nach und nach das nötige Feintuning ein, immerhin gelang aber mit zwei Powerplay-Treffern durch Eric Chouinard, der die Scheibe quasi mit Anlauf und Ankündigung in den Winkel jagte (26.), und Cam Severson, der eine Kombination schön abschloss (31.), der 2:2-Ausgleich. Doch die Freude währte gerade einmal zwanzig Sekunden. Das Straubinger Tor war noch nicht einmal angesagt, da zielte Jeff Ulmer erfolgreich zwischen die Schoner von Mike Bales und die Lions hatten wieder die Oberhand.

 

Der Videobeweis musste schließlich herangezogen werden, ehe Straubing in der 47. Minute zum neuerlichen Ausgleich kam. Sepp Lehner hatte abgezogen, sein Schuss war eigentlich in Gedanken schon am Tor vorbei, als der Puck noch einen Schlittschuh traf und er von dort seinen nicht zugedachten Weg hinter die Linie fand. Straubing schien damit einem Punktgewinn zum Greifen nahe gekommen zu sein, doch Frankfurt schlug erneut zu. Peter Podhradsky (51.) schoss die Lions bei einer angezeigten Strafe mit dem 4:3 endgültig auf die Siegerstraße.

 

Straubing rannte danach bei schwindenden Kräften vergeblich an. Selbst ein weiteres Powerplay brachte nicht mehr den neuerlichen Ausgleich in der Schlussphase, der schließlich nur mehr jenes symptomatische Empty-Net-Goal durch Michael Hackert zugeschrieben werden konnte.

 

Für Frankfurt waren es drei wichtige Punkte im Kampf um Platz sechs, wie auch Trainer Rich Chernomaz bekannte. Er unterstrich: „Das war kein einfaches Spiel für uns, eher typisch Play-off.“

 

Spuren hatte die Partie bei Erich Kühnhackl hinterlassen. Der Tiger-Dompteur beklagte Nasenbluten und Kreislaufprobleme. Das hinderte ihn aber nicht daran, Schiedsrichter Richard Schütz in die Kritik zu nehmen: „Das 0:2 ist aus einer Strafe heraus entstanden, bei der der Schiedsrichter nichts sehen konnte, weil er beim Bully mit dem Rücken zu der Aktion gestanden ist. Das ist Betrug an einer Mannschaft, die sechzig Minuten kämpft und durch solche Entscheidungen Spiele verlieren kann. So etwas werde ich nicht akzeptieren, wenn ein Schiedsrichter, der nichts sieht, eine Strafe verhängt.“

 

Durchaus akzeptabel war für ihn dagegen die Leistung seiner Mannschaft, die sich mit einem Sieg gegen Frankfurt vorzeitig den 12. Tabellenplatz in der DEL hätte sichern können: „Wir haben engagiert gespielt und sind mit drei Reihen ein hohes Tempo gegangen.“ Belohnt wurde das an einem Eishockeyabend, an dem Frankfurt mit einem konzentrierten Auftreten nie eine Straubinger Führung zuließ, jedoch nicht.

 

TORE:

0:1 (10:28) Danner (Bresagk, Reichel)

0:2 (20:35) Podhradsky (Taylor, Kelly) 5:4

1:2 (25:21) Chouinard (Kinch, Casparsson) 5:4

2:2 (30:42) Severson (Lundbohm, Casparsson) 5:4

2:3 (31:02) Ulmer (Taylor, Kelly)

3:3 (46:15) Lehner (Trew)

3:4 (50:31) Podhradsky (Taylor, Kelly)

3:5 (59:17) M. Hackert (Kelly, Peacock) 5:6

 

Strafminuten: Straubing 8 - Frankfurt 16 / 5 plus Spieldauer Alanko

Schiedsrichter: Schütz (Moers)

Zuschauer: 4.814

 

Foto: Winterl (hockeymedia.de)


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