Erich Kühnhackl: „Frankfurt wird der Liga als Standort fehlen“

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Herr Kühnhackl, die Frankfurt Lions sind seit Montag Eishockeygeschichte. Sie waren vergangene Saison der Sportdirektor der Hessen. Wie haben Sie das Aus der Lions aufgenommen?

Für die Region ist das sehr bitter. Ich habe erlebt, dass Siggi Schneider sehr viel versucht hat. Leider hatten er und seine Mitstreiter am Ende nicht den gewünschten Erfolg.

Sind Sie noch Sportdirektor der Lions oder ist der Vertrag bereits aufgelöst?

Siggi Schneider kam nach der Saison auf mich zu und hat mir von den finanziellen Problemen erzählt. Daraufhin haben wir den Vertrag stillgelegt, um den Etat so niedrig wie möglich zu halten.

Welche Einblicke hat Sie in einem Jahr Frankfurt Lions?

Na ja, es ist immer schwer, wenn man neu irgendwo dazukommt. Die Situation mit den Sponsoren war sehr schwierig. Auch die Nachwuchsarbeit war noch sehr ausbaufähig. Dies war meine Hauptaufgabe, die Nachwuchsarbeit zu verbessern. Heute kann ich sagen, dass dort viel bewegt wurde. Das war aber nur möglich, weil Siggi Schneider einen sechsstelligen Betrag gegeben hat. Es wurden zwei hauptamtliche Trainer eingestellt und sportlich war es eine sehr erfolgreiche Saison. Bei aller Trauer um die Lions muss jetzt geschaut werden, dass es mit den Young Lions weitergeht. Das ist die Basis.

Kann es sein, dass Siggi Schneider zu schnell zu viel wollte? Sie wurden eingestellt, ein neuer Vip-Bereich wurde installiert, Altschulden wurden getilgt.

Siggi ist mit viel Euphorie an die Lions herangegangen. Er wollte wirklich was bewegen. Vielleicht kann es sein, dass man sich bei dem ein oder anderen Projekt etwas mehr Zeit hätte lassen sollen, aber dies würde ich Siggi nicht vorwerfen. Wenn er nicht gewesen wäre, wären die Lions vielleicht schon vor einem Jahr pleite gewesen. Fragen Sie ihn mal, wie viel privates Geld er eingezahlt hat. Niemand hat gedacht, dass nach einem Jahr alles vorbei ist. Alle Projekte waren langfristig ausgelegt. Auch die Zusammenarbeit mit mir. Wir hatten Ziele und ich bin sicher, wir hätten diese auch erreichen können. Aber in der Kürze der Zeit war nicht mehr möglich.

Wie geht es für Sie weiter? Geplant waren ja einige Jahre Frankfurt.

Ich hatte ein sehr anstrengendes Jahr, in dem ich mit der U18 und der U20 Nationalmannschaft unterwegs war. Zudem die Tätigkeit bei den Lions. Hinzu kam die Eishockey WM im eigenen Lande. Diese Woche werde ich erst einmal Urlaub machen und anschließend meine Aufgabe als Präsidiumsmitglied im Deutschen Eishockey Bund wahrnehmen.

Werden Sie weiterhin den Young Lions als Ansprechpartner zur Verfügung stehen?

So intensiv, wie in den letzten Monaten geht das aufgrund meiner Tätigkeit beim Deutschen Eishockey Bund nicht. Aber selbstverständlich helfe ich auch den Young Lions bei Fragen. Dies gilt aber auch für alle anderen Vereine.

Siggi Schneider hat zweifelsohne viel für die Lions investiert. Dennoch ist er auch die hauptverantwortliche Person, dass es die Lions nicht mehr gibt.

Aus meiner Sich tut man Siggi Schneider unrecht, wenn man ihn nun an den Pranger stellt. Er hat brutal viel gearbeitet für den Verein und auch für die Young Lions. Eine endgültige Schuldfrage ist sicher nicht zu beantworten und man sollte mit solchen Zuweisungen sehr vorsichtig sein. Frankfurt wird der Liga als Standort sehr fehlen. Es ist ein Traditionsverein. Umso wichtiger ist es jetzt, dass es mit den Young Lions vernünftig weitergeht.

(Frank Gantert – Foto by City Press)


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