Erich Kühnhackl fordert bessere Defensivarbeit

Straubing: Trew bleibt ein TigerStraubing: Trew bleibt ein Tiger
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Die Defensive ist derzeit die Achillesferse der Straubing Tigers. Torhüter Mike Bales stand zuletzt unter Dauerbeschuss. Mit 132 Saves bei 14 Gegentoren in vier Punktspielen ist der Kanadier bislang der mit Abstand meistbeschäftigste Goalie der DEL und droht mit dem Blick auf die nächsten Wochen schneller mit seinen Kräften am Ende zu sein, als den Gäubodenstädtern lieb sein kann.

Vor dem anstehenden Wochenende mit Spielen gegen den Klassenprimus aus Nürnberg und in Hannover schwört Trainer Erich Kühnhackl seine Truppe deshalb vor allem auf ein besseres Abwehrverhalten ein: „Wir sind in der Defensive sehr ausbaufähig. Wir haben eine gute Mannschaft mit offensiver Qualität. Aber es wird schwer, wenn man fünf Tore schießen muss, um zu gewinnen oder einen Punkt zu holen. Wir sind in die DEL relativ gut gestartet, haben sieben Punkte. Uns als Trainer stören aber die 14 Gegentore.“

Dass es in der Hintermannschaft noch nicht nach den Vorstellungen des Stabs an der Bande läuft, scheint nicht zuletzt auch an den fünf neuen Verteidigern, die für diese Saison geholt worden sind, zu liegen. Diese müssen die Vorstellungen von Chefcoach Erich Kühnhackl sowie den Co-Trainern Jürgen Rumrich und Georg Franz erst noch verinnerlichen.

Der Schwede Andreas Moborg und Stefan Wilhelm kamen dabei aus der zweiten Liga und sind nun mit einem neuen Niveau konfrontiert. Bei Andy Canzanello und Wade Skolney, denen eine zentrale Rolle zugedacht ist, spielt die Umstellung vom nordamerikanischen auf die mitteleuropäische Spielweise eine Rolle. „Das Eishockey drüben ist etwas ganz anderes. Die beiden haben hier mehr Verantwortung, mehr Druck und mehr Eiszeit. Man muss den Spielern aber Zeit geben. Ich glaube, es ist für sie eine große Umstellung“, erklärt Erich Kühnhackl.

Dem stimmt auch Verteidigerkollege Calvin Elfring zu, der schon seit sechs Jahren in Deutschland spielt, und sich erinnert: „Ich habe damals in der Oberliga in meinem ersten Jahr in Deutschland als Offensivverteidiger nach zwölf Spielen gerade einmal drei Punkte gehabt. Die Eisfläche hier ist groß, es ist im Zweikampf schwieriger, es kommt sehr auf das Läuferische und Technische an. Sich daran zu gewöhnen, braucht einfach Zeit.“

Erich Kühnhackl betont allerdings auch, dass für die Defensivarbeit alle Spieler auf dem Eis und nicht nur die Verteidiger gefordert sind: „Ich war früher selbst ein Stürmer, der nicht gerne zurückgefahren ist, aber die Zeiten haben sich geändert. Jetzt ist für mich als Trainer die Defensive von Bedeutung. Sich in den Schuss zu werfen, ist genauso wichtig wie ein Tor zu schießen.“

Vom Defensivverhalten hängt nun am Freitag gegen die Ice Tigers von der Noris, die ungeschlagen die DEL-Tabelle anführen, einiges ab. „Es kommt auf die Umsetzung an. Ob man über sechzig Minuten die Geduld hat, um auf seine Chance zu warten und dann das Tor zu machen“, meint Erich Kühnhackl, der die Nürnberger als „ausgebuffte Mannschaft mit einem sehr, sehr starken Kader“ umschreibt.

Auch am Sonntag in Hannover erwartet er eine „Top-Mannschaft, die schnell spielt und wenig Fehler macht“ als Gegner, vor dem man allen Respekt haben muss: „Sie werden es uns nicht so leicht erlauben, Tore zu schießen.“ Deshalb gilt für die Tigers derzeit nur das Motto: „Defense first.“

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