Er will doch nur spielenHeatley darf gegen Wolfsburg ran

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„Hier ist was los heut’!“ Kapitän Patrick Reimer sprach aus, was wohl die meisten seiner Teamkollegen dachten. Sicherlich, so ein Training erleben die Thomas Sabo Ice Tigers nicht alle Tage. Der Grund für den Presserummel: Daniel James Heatley. Kaum hatte der ehemalige NHL-Profi am Dienstag um 10.15 Uhr das fränkische Eis zum ersten Mal betreten, liefen die Kameras und Mikrofone heiß. Fotografen knipsten um die Wette, die schreibende Zunft verfolgte den Neuzugang neugierig. Und dieser enttäuschte nicht – weder auf noch neben dem Eis. „Wir haben heute schon gesehen, dass er ordentlich was kann“, lobt Yasin Ehliz den neuen Teamkameraden. Und auch der Journalisten-Horde stellte er sich tapfer auf Deutsch.

Es ist wahrlich ein Hype um den 1,92 Meter großen Deutsch-Kanadier. Doch ein Superstar möchte er nicht sein. Sympathisch wirkt er, dieser Dany Heatley, der einfach nur spielen will. Trotz leichter Nachwehen der langen Flugreise, ist er motiviert: „Ich bin gekommen, um hart zu arbeiten und ein paar Tore zu schießen“, erklärt der 34-Jährige, der am Vormittag als erster in der Kabine erschienen war. Martin Jiranek weiß: „Er ist heiß und will so früh wie möglich spielen.“ Der Nürnberger Sportdirektor und Cheftrainer Rob Wilson lassen den Stürmer allerdings erst am Sonntag von der Leine. Dann darf er sich gegen Wolfsburg endlich austoben. Und das vor Heimpublikum.

„Bombenschuss“, aber kein Wayne Gretzky

Die Fans wird es freuen, doch Jiranek bremst die Euphorie. Zwar sei Heatley im Sommer vier Mal pro Woche auf dem Eis gewesen, „aber wir trainieren sehr hart und sind auf einem hohen Niveau. Es wird ein paar Wochen dauern, bis er dort ist, wo unsere Jungs sind. Doch das wird kommen.“ Schließlich kennt der Sportdirektor Heatleys Vorzüge: „Er hat eine Nase für Tore.“ Und natürlich einen „Bombenschuss“. Mit dem Schläger einhändig durch die Gegend tanzen und ein Tor schießen werde er laut Jiranek allerdings nicht. „Heatley ist kein Wayne Gretzky. Um Tore zu schießen und Spiele zu gewinnen, braucht er die Unterstützung der Jungs.“

Von der Playstation aufs heimische Eis        

Und dass diese auch ohne den Olympiasieger von 2010 treffen und punkten können, haben sie vergangenes Wochenende bewiesen. Yasin Ehliz möchte dennoch nicht auf ihn verzichten. „So einen Spieler könnte jede Mannschaft gebrauchen. Ich glaube, er verstärkt uns richtig gut.“ Außerdem habe Ehliz ja schon auf der Playstation mit Heatley im Trikot der Minnesota Wild gespielt. „Da war er schon richtig gut“, scherzt Ehliz, „doch jetzt neben ihm auf dem Eis zu stehen, ist schon was Cooles.“ Auch Alexander Oblinger freute sich auf den etwas anderen Neuzugang, unterscheidet aber nicht allzu sehr zwischen ihm und anderen Verpflichtungen. „Respekt muss man vor jedem Spieler haben.“

So hat eben jeder seine Meinung zu einem Mann, der nach wie vor für Furore in der Frankenmetropole sorgt. Einen Teil Nürnbergs konnte Heatley auch schon bewundern. In der Altstadt sei er ein wenig unterwegs gewesen. Und obwohl er sich nicht als Superstar fühlt, von zwei Passanten scheint er doch erkannt worden zu sein.