Endspurt! Lions wollen tolle Saison krönen

Markus Jocher bleibt ein "Löwe"Markus Jocher bleibt ein "Löwe"
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Vor dem letzten Wochenende der regulären Saison ging es bei den Frankfurt Lions auf dem Eis noch einmal hart zur Sache. Trainer Rich Chernomaz scheuchte die Jungs mit anstrengenden Einheiten über die Eisfläche und ordnete danach noch Krafttraining an. „Es ist normal, dass zwei Wochen vor den Play-offs noch einmal so intensiv trainiert wird. Wenn die Play-offs begonnen haben, geht das nicht mehr. Dann muss die Kraft stimmen“, erklärte Manager Norris. Nachdem die Hessen zuletzt einwenig schwächelten und nur vier von fünfzehn möglichen Punkten gewannen, kritisierten Norris und Trainer Chernomaz den Weg, den die Mannschaft in den Spielen ging. Zu individuell und ohne Disziplin waren die Vorwürfe. Wenn man aber die gesamte Saison betrachtet gebührt den Spieler, Trainern und dem Manager ein großes Kompliment. Vor der Saison hieß es, oh je, wie wollen die Lions nur die Abgänge der Stars Lebeau, Hackert, Kelly, Norris und Podhradsky ersetzen. Heute antwortet Manager Norris darauf: „Die Mannschaft hat die Lücke geschlossen, kein einzelner, und darauf bin ich stolz“.

Aus der Mannschaft ragen dennoch einzelne heraus, auch wenn Norris dies nicht so gern hört. Einer wurde gar jetzt zum Mittelstürmer des Jahres gewählt: Chris Taylor. In seiner zweiten Saison ist er zum erhofften Leader geworden, der auf und neben dem Eis Verantwortung übernimmt. Zudem ist er der punkbeste Spieler der gesamten Mannschaft. „Ich finde die Entscheidung richtig. Taylor ist ein Musterprofi, der immer gleichgut spielt und viel Charakter hat“, kommentierte Norris. Wie stark die Mannschaft in der nun entscheidenden Phase sein wird ist eine spannende Frage. In den letzten Spielen machten einige Akteure ungewohnt leichtsinnige Fehler, die Trainer Chernomaz mit dem steigenden Druck begründete. Da die Lions aber eine erfahrene Mannschaft haben, ist davon auszugehen, dass sie in den nächsten sechs Wochen, in denen der Meister ausgespielt wird, ihr bestes Eishockey spielen werden. Manager Norris ist davon jedenfalls überzeugt: „Ich vertraue meiner Mannschaft. Sie haben in 40 Spielen tolles Eishockey gezeigt. Dass sie jetzt mal ein wenig vom Weg abgekommen sind, ist normal. Aber ich bin sicher, jeder weiß, was ab sofort zu unternehmen ist, um Erfolg zu haben“.

Am Freitag gastieren die Sinupret Ice Tigers in Frankfurt. Für Norris ein guter Test: „Nürnberg ist für mich der erste Titelfavorit. Sie waren über die gesamte Saison die beste Mannschaft. Es ist eine gute Möglichkeit für unsere Spieler, sich mit dieser Topmannschaft zu messen. Wenn wir zusammen spielen und diszipliniert sind, haben wir eine gute Chance zu gewinnen“, glaubt Norris. Über einen möglichen ersten Gegner im Play-off-Viertelfinale macht sich der Manager noch nicht so viele Gedanken. „Für die Fans wäre vielleicht Mannheim emotionaler und daher der Favorit. Mir ist das aber egal. Wir müssen zu alter Stärke zurückfinden und dann können wir gegen jede Mannschaft bestehen“.

Marshall vor Comeback

Die Lions hoffen, bis zum ersten Play-off Spiel alle Mann an Bord zu haben. Peter Smrek plagt sich noch mit einem Muskelfaseriss herum, der einen Einsatz am kommenden Wochenende unmöglich macht. Besser sieht es bei Jason Marshall aus. Er konnte das komplette Trainingsprogramm absolvieren und brennt auf sein Comeback. Gut möglich, dass er bereits gegen Nürnberg oder am Sonntag in Ingolstadt ein wenig Eiszeit erhält. Spätestens aber zu den Play-offs ist Marshall wieder zurück. An den personellen Spekulationen möchte sich Norris bis zum Saisonende nicht mehr beteiligen. „Kein Kommentar zu allen personellen Angelegenheiten“, lautete das unmissverständliche Statement des Managers. (Frank Meinhardt)