Endlich traf Verwey!

Trikotversteigerung bei den PinguinenTrikotversteigerung bei den Pinguinen
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Die

Krefeld Pinguine sind im Gegensatz zur letzten Saison besser aus der

Länderspielpause gekommen. In einem spannenden, aber streckenweise

niveauarmen Match gewannen die Rheinländer gegen die insgesamt

enttäuschenden und zum Schluss disziplinlosen Ingolstädter verdient mit

3:1.

 

Wer

weiß, wie die Begegnung geendet hätte, wenn zu Anfang des

Schlussabschnitts Panther-Stürmer Michael Waginger mit seinem Schuss

nicht beinahe das Hallendach getroffen hätte. Denn direkt im Gegenzug

zeigte Pinguin-Verteidiger Richard Pavlikovsky wieder einmal seine

Vollstreckerqualitäten und zeichnete für das wichtige 2:0 aus Krefelder

Sicht verantwortlich. Die Freude währte nicht lange, denn einige

Sekunden später kamen die Oberbayern, als Tormaschine ligaweit bekannt,

endlich zu ihrem Erfolgserlebnis. Rick Girard und Bob Wren spielten

ihre Gegner aus, und Thomas Greilinger brauchte nur noch den Schläger

hinzuhalten. Doch dann war erneut „König Richard“ Pavlikovsky zur

Stelle. Ein kurzer Blick auf den langen Philip Riefers, ein Pass, und

der Jungspund spurtete los. Irgendwie ging die Scheibe über die Linie;

es war Riefers´ erster Treffer in dieser Spielzeit. Die Proteste der

Gäste (Schlittschuh) nutzten nichts, denn eine Kickbewegung fand

zweifellos nicht statt. Zurecht wurde der Treffer gegeben. Zwar

versuchten gegen Ende der Partie die Oberbayern alles, nahmen ihren

Torwart Dimitrij Pätzold vom Eis, doch mit Glück, Langkow und Routine

sicherten die Pinguine den dringend benötigten „Dreier“.

 

Endlich

traf er mal wieder, der lange und selbstkritische Pinguin-Außenstürmer

Roland Verwey. Die Zweifel an seinem eigenen Können sah man ihm

mitunter an. Der gebürtige Duisburger verlor sogar Zweikämpfe, die er

sonst mit einer Hand gewonnen hätte. Und als hätte er nie anders

gespielt, verwertete er ein wunderschönes Zuspiel seines Busenfreundes

Daniel Pietta im Stil eines Torjägers zur verdienten Führung. Rund

sieben Minuten später das gleiche Bild, nur umgekehrt. In Unterzahl

spielte Jim Fahey auf Verwey, der sofort Pietta in Szene setzte. Doch

der dienstälteste Pinguin fand in Ingolstadts Nationalkeeper Dmitrij

Pätzold seinen Meister. Krefeld beherrschte das Anfangsdrittel, hatte

nur bei diversen Schlagschüssen (Matt Hussey in der 16. und kurze Zeit

später Bruno St. Jacques) Schrecksekunden zu überstehen. Und als Thomas

Greilinger einen Schuss abfälschte, war „Scotty“ mit einer

Blitzreaktion zur Stelle.

 

Aufstellungssorgen

hatten die Oberbayern nicht. Deren Cheftrainer Bob Manno hatte sogar

die Qual der Wahl, denn für die Namen zweier Akteure fand sich aus

Gründen der DEL-Vorschriften auf dem Spielberichtsbogen kein Platz

mehr. Verteidiger Stefan Daschner hingegen machte die Reise ins

Rheinland zwar mit, doch wegen eines grippalen Infekts blieb der

21-Jährige im Hotelzimmer. Er hatte soeben die Gültigkeit seines

Vertrags für zwei weitere Jahre verlängert. Mannos Krefelder Kollege

Martin Jiranek konnte nach wochenlanger Pause wieder auf Verteidiger

Benedikt Schopper zurückgreifen. Dafür fehlte wegen einer

Gehirnerschütterung Nationalstürmer Patrick Hager. Der heißblütige

Oberbayer hatte sich beim letzten Spiel gegen die Schweiz eine

Gehirnerschütterung zugezogen und wird auch am Sonntag in Mannheim

fehlen.

 

Im

Mitteldrittel nahm das Tempo ab. Ingolstadt kam besser ins Spiel und

hatte durch den quirligen Außenstürmer Tyler Bouck bei einer

3:1-Situation direkt nach Wiederbeginn eine Riesenchance, die jedoch

durch Eigensinn vergeben wurde. Ein paar Sekunden später zeigte Pietta,

dass er heute nicht gerade das Schussglück gepachtet hatte. Michael

Endraß´ wunderschöner Pass erreichte zwar seinen Center, doch dieser

zielte Pätzold mitten auf die Figur. Anschließend prüften erneut Bouck,

Greilinger, der nicht wie gewohnt zum Zuge kam, und St. Jacques mit

einem verdeckten Schuss Pinguin-Schlussmann Langkow. Kurz vor Ertönen

der zweiten Sirene hatte Joe Motzko nach einer erneuten

Leichtsinnsvorstellung der Pinguine eine vielversprechende Möglichkeit,

doch der US-Nationalstürmer vergab das 1:1. Zwischendurch kamen auch

die Hausherren zu ihren Chancen. Serge Payer, von Youngster Marcel

Noebels vorbildlich eingesetzt, versagte, und auch ein beherztes Solo

von Sinan Akdag führte nicht zum Erfolg.

 

Drei

Fakten sind zum Ende noch zu erwähnen. Der Schiedsrichter pfiff

zuweilen das Resultat eines fairen Checks und nicht die Tat, und der

junge DNL-Crack Marcel Noebels, der für den an der Schulter verletzten

Lynn Loyns eingesetzt wurde, lieferte eine beherzte und selbstbewusste

Partie. Und last but not least zeigte der stämmige Benedikt Schopper,

dass er nach seiner langen Verletzungspause wieder (fast) ganz der alte

ist. Über mangelnden Körpereinsatz konnten sich seine Gegenspieler

sicherlich nicht beklagen.

 

 

 

Tore:

1:0 (11;28) Verwey (Pietta, Langkow), 2:0 (41;17) Pavlikovsky

(Vasiljevs, Blank), 2:1 (41;34) Greilinger (Wren, Girard), 3:1 (44;48)

Riefers (Pavlikovsky, Driendl). – Zuschauer: 2.671. – Schiedsrichter:

Dahle (OSC Berlin). - Strafminuten: Krefeld 12, Ingolstadt 24.