Eitel Sonnenschein im AdlernestMannheim - Berlin 5:2

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Spiele der Adler gegen Berlin sind immer elektrisierend, für alle zuschauenden und spielenden Beteiligten. Vor diesem Spiel war es allerdings nicht zu erwarten, wie sonst immer eine hochklassige Partie zu sehen. Man hätte eher vermuten können, dass die Eisbären aufgrund der 2:6 Niederlage gegen Nürnberg vom Freitag und der Erkenntnis, dass sieben verletzte Stammkräfte nicht zu ersetzen sind, ihren aggressiven und offensiven Spielstil vorerst zugunsten einer defensiveren Einstellung ändern. Mindestens so lange, bis die „Ersatzkräfte“ den Eisbären Stil nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch verinnerlicht haben.

Weit gefehlt, im bekannten Vorwärtsgang begannen die Berliner das Spiel, checkten mit drei Spielern vor, die Verteidiger rückten ebenfalls ins gegnerische Drittel um die Passwege entlang der Bande zu kontrollieren. Um das zu spielen, bedarf es einer perfekten Raumaufteilung und einer schnellen und sicheren Defensivbewegung bei Puckverlust und das klappte eben im ersten Drittel nicht wie beabsichtigt. Der puckführende Mannheimer wurde von einem Berliner Spieler direkt attackiert, ein Zweiter versuchte den möglichen Passweg abzudecken, die verbleibenden Spieler aber hielten ihre Position nicht. Oft bemühten sich drei Berliner um den Puck, zerstörten damit die Raumaufteilung und schafften so Platz für Konter. Diese Spielweise kam den Adlern, die im Moment keine Meister im Spielaufbau sind, entgegen. Sie agierten im Stile einer Auswärtsmannschaft, sie überließen den Eisbären die neutrale Zone und die Spielgestaltung und konzentrierten sich auf die Defensive und lauerten auf Konter und das machten sie gut.

In der zweiten Minute leitete Steven Wagner einen Konter ein, passte zu Yannic Seidenberg, der mit dem Puck ins gegnerische Drittel skatete und überlegt den Puck in die Mitte zum nachrückenden Niko Dimitrakos beförderte , der der Verletzung von Christoph Ullmann geschuldet Center zwischen Yannic Seidenberg und Ronny Arendt spielte. Es war für den nachverpflichteten Niko Dimitrakos kein Problem, das 1:0 zu erzielen. Das 2:0 für die Adler - gleiches Strickmuster. Schneller Vorstoß der Adler, Chris Lee zog ab und die sich nicht in Position befindliche Defensive der Eisbären konnte den Nachschuss von Yanick Lehoux nicht verhindern.

Drittel Zwei fing für die gefühlt jetzt etwas defensiver auftretenden Berliner gut an. Darin Olver erzielte in der 26. Minute den Anschlusstreffer, die Freude darüber währte nicht lange. Eine Minute später stellte Yanick Lehoux, „Neucenter“ wegen der Verletzung von Craig MacDonald zwischen Frank Mauer und Markus Kink, den alten Abstand wieder her. Mit seinem zweiten Tor des Abends erzielte er nicht nur das spielentscheidende Tor, aufgrund der Art und Weise sicherer Kandidat fürs Highlight Band (toller Move, tolle Schusstechnik), sondern er bescherte den Spielern der Eisbären auch reichlich Frust. Sie stellten den Rest des Drittels das Spielen ein, sie zeigten keinen Biss und Willen, den man braucht, um ein Spiel zu drehen, zumal gegen Adler, die jetzt mehr liefen, dadurch gut kombinierten und das Spiel jetzt beherrschten. In der 32. Minute konnte Matthias Plachta nur noch unfair an einem Alleingang zum Berliner Tor gehindert werden. Den fälligen Penalty verwandelte er reichlich abgezockt zur beruhigenden 4:1 Führung.

Es ist davon auszugehen, dass Berlins Trainer Don Jackson eindringlich mit seiner Mannschaft während der letzten Drittelpause kommunizierte, denn die Eisbären knüpften an ihre Leistungen in Durchgang Eins an, ohne jedoch die Fehler zu begehen, die sie im ersten Drittel ins Hintertreffen brachten. Das wurde auch in der 43. Minute gleich belohnt, Barry Tallackson konnte auf 2:4 verkürzen. Damit begannen für die Adler bange 15 Minuten und eine durchgängige Abwehrschlacht. Don Jackson wollte den Druck noch erhöhen und nahm in der 58. Minute seinen Torhüter Rob Zepp zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Diese Maßnahme ging jedoch in der 59. Minute daneben. Ken Magowan erzielt auf Zuspiel von Mike Glumac das 5:2. Aufgeben wollte der Berliner Trainer trotzdem nicht. Trotz dieses Rückstands nahm er Rob Zepp erneut vom Eis, die Adler fingen den Berliner Angriff jedoch ab und der „Neunhunderter“ Sven Felski war plötzlich letzter Mann in der 60. Minute, zwischen Yannic Seidenberg, der nach dem Puck sprintete, den Kopf etwas tief, weil er die Gummischeibe erreichen wollte und dem verwaisten Berliner Tor. Zu seinem Versuch, ein zweites Empty Net Tor mittels eines Checks zu verhindern, kam er einfach zu spät, seinen Rettungsversuch ging gründlich daneben, das Resultat ahndete der ausgezeichnet leitende Schiedsrichter Piechazcek als Check gegen Hals und Kopf und schickte Felski mit Match- und Shawn Belle, nachdem dieser dem Jubilar tätlich klar machte, was er von dieser Aktion hielt, mit Spieldauerdisziplinarstrafe vom Eis. Nachbetrachtet eine absolut sinnfreie Aktion vom Berliner Urgestein, bei diesem Spielstand und Sekunden vor Schluss. Verletzungsabsicht war es sicherlich keine, verantwortlich ist er allemal für seine schlechte Entscheidung, den Check unbedingt zu Ende fahren zu wollen.

Über das ganze Spiel betrachtet ein verdienter Erfolg für die Adler und damit Punktgleichstand mit Berlin. Spannende Fortsetzungen weiterer Begegnungen sind sicher garantiert.



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