Eishockey nonstop zur SaisoneröffnungFreezers Day

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Die Fans der Hamburg Freezers konnten am Sonntag ihre Eishockey-Entzugserscheinungen, ausgelöst durch die alle Jahre wieder kehrende und von eingefleischten Fans viel gefürchtete Sommerpause, ausreichend befriedigen. Denn zur Saisoneröffnung im heimischen Freezers-Wohnzimmer, seit neuesten unter dem Namen Barclaycard-Arena bekannt, gab es Eishockey satt - für Klein und Groß mit Klein und Groß. Die DEL-Profis der Hamburg Freezers, die Young Freezers aus der DNL und die Bambini sorgen für reichlich Eishockey-Spaß.

Auf geht´s in eine neue Saison. „Wir werden das Schiff rocken“, so Freezers-Kapitän Christoph Schubert. Aber bevor er mit seiner Crew in See stechen konnte beziehungsweise auf dem Eis zum letzten Vorbereitungsspiel gegen die Herning Blue Fox auflief, machte der DNL-Nachwuchs ernst.

Für die Young Freezers hatte die Saison bereits am Samstag mit einem Auswärtsspiel gegen die Eisbären Juniors Berlin begonnen, wobei die Berliner zu Hause mit 3:1 gewannen. Dennoch war das sonntägliche Heimspiel etwas ganz besonderes für die Hamburger Youngsters, denn sie empfingen ihre Berliner Gäste nicht wie sonst in der kleineren Volksbank Arena, sondern traten die Revanche zum ersten Mal in der großen Arena und vor großem Publikum an. Eine ungewohnte Situation auch für den neuen DNL-Coach Boris Rousson, der ehemals für die Freezers mit der Rückennummer 1 im Tor stand: „Ich war jetzt nervöser hier hinter der Bande zu stehen, als damals als Profispieler auf dem Eis zu sein. Es juckte in den Beinen und am liebsten hätte ich mit gespielt. Bei den Jungs hingegen war nicht viel von Nervosität zu spüren.“

Zu Spielbeginn um 11 Uhr hatten sich 1024 Nachwuchshockey-Begeisterte eingefunden und sorgten für die richtige Stimmung, obgleich das erste Drittel torlos vorüber ging. Das zweite Drittel war gerade mal eine Minute alt, da gingen die Berliner auch schon in Führung. Kurz vor Ende des Mittelabschnittes schaffte Chris Rapprich dann noch den Ausgleich für die Hamburger und es ging mit 1:1 in die Pause. Im Schlussdrittel waren es dann erneut die Eisbären Juniors, die in Führung gingen. Doch die Hamburger Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Nur 50 Sekunden später, nach einer Vorlage von Joe Timm und Gianluca Balla, glich diesmal Constantin Koopmann für die Young Freezers aus. Sechs Minuten vor Spielende gelang es dann den Berliner Gästen, den Puck das dritte Mal an Maximilian Franzreb vorbei ins Netz der Hamburger zu bringen. Die Hamburger Gastgeber versuchten noch mal alles, nahmen ihren Goalie zu Gunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis. Doch alles Drängen war nicht von Erfolg gekrönt und so blieb es beim 2:3 - die Berliner fuhren mit einem Sieg nach Hause und für den Hamburger Nachwuchs geht es nächstes Wochenende Samstag und Sonntag wie gewohnt in der heimischen Volksbank-Arena weiter gegen den Meister, die Jungadler Mannheim.

Fazit vom Nachwuchs-Headcoach: „Das Ergebnis ist ein wenig enttäuschend, aber von der Spielweise her bin ich zufrieden – der Einsatz war da und eine Steigerung zu gestern. Am Ende haben wir dann etwas Pech gehabt.“ Das Hauptziel für die Saison steht bei den DNL-Frischlingen auch schon fest: die Play-offs erreichen und dann weitersehen.

Und während die Youngsters in der Kabine zum Duschen verschwanden und sich die Profis schon mal warm liefen, stürmten die Unter-Zehnjährigen der Young Freezers Bambini die freie Eisfläche. Die Kleinsten durften ihr Können in einem kurzen Testspiel mit anschließendem Penaltyschießen vor der breiten Öffentlichkeit unter Beweis stellen. Sowohl die Kids wie das Publikum hatten ihren Spaß dabei.

Als um 15 Uhr dann die Hamburger DEL-Profis das heimische Eis zum letzten Vorbereitungsspiel gegen die Herning Blue Fox betraten, füllten 6040 Zuschauer die Arena. Trotz guter Chancen fiel auch bei den Profis kein Tor im ersten Abschnitt, doch dafür ging es im zweiten Drittel Knall auf Fall. Den Anfang machte Freezers-Stürmer Phil Dupuis als er den Puck – dank guter Vorarbeit der beiden Saisonneuzugänge Sean Sullivan und Marcel Müller – im Netz der Dänen versenkte. 15 Minuten später ließen die Hamburger dann richtig Dampf ab und nahmen das Tor der Herninger unter Dauerbeschuss. Mit Erfolg: es fielen drei weitere Treffer in nur 91 Sekunden. Erst nutzte Morten Madsen ein Überzahlspiel, dann traf wenige Sekunden später Marcel Müller und weil alle guten Dinge bekanntlich drei sind, hielt David Wolf auch noch mal auf den Kasten der Herninger Gäste und versenkte den Puck darauf zum 4:0 vor der Pause.

Von diesen Einschlägen erholte sich das Gästeteam um Kapitän und Ex-Freezer Daniel Nielsen auch im Schlussdrittel nicht mehr. Obwohl die Hamburger Gastgeber es nun etwas ruhiger angingen, konnten die Dänen keinen Treffer landen. Hingegen legten die Hanseaten zum Ende hin mit einem Unterzahltreffer von Phil Dupuis noch einen drauf und beendeten damit die Partie mit 5:0.

„Das war eines unserer besseren Vorbereitungsspiele heute.“ Freezers-Headcoach Serge Aubin nach dem Spiel und stellte weiter fest „Ich hab viel Positives gesehen – wie die Art, wie mit dem Puck umgegangen wurde. Die Vorbereitung mit einem 5:0-Sieg abzuschließen, ist natürlich für die Spieler auch ein gutes Gefühl und gibt Selbstvertrauen für den Start in die neue Saison.“

Kapitän Christoph Schubert, der das Schiff rocken will auf die Frage, ob der erste Meistertitel für Hamburg auch ein möglicher Ankerplatz wäre: „Wir müssen erstmal in den Hafen kommen – also in die Playoffs – und dann Anker legen, aber natürlich haben wir ein Ziel, wo die Reise hingehen soll. Wenn wir es dann in die Play-offs geschafft haben, dann ist es wieder ein neues Spiel und dann schauen wir von da aus weiter.“

Marcel Müller, einer der Neuen lachend: „Noch darf ich das Deck schrubben. Nein, ich fühle mich wohl, die Jungs haben mich gut aufgenommen und ich denke, ich habe mich auch gut integriert und wenn man wie heute noch ein Tor macht, dann hat doch alles gut geklappt.“

Am Freitag 11. September, wird es dann auch ernst für die DEL-Profis – die Hamburg Freezers empfangen dann den ERC Ingolstadt zum ersten Spiel der neuen Saison. Na dann, Schiff ahoi und alle Mann an Deck, es geht auf große Fahrt.

Tore: 1:0 (20:43) Dupuis (Sullivan, Müller), 2:0 (35:45) Madsen (Sertich, Oppenheimer/5-4), 3:0 (36:37) Müller (Oppenheimer), 4:0 (37:16) Wolf (Klassen, Mitchell), 5:0 (50:49) Dupuis (Wolf/4-5). Strafen: Hamburg 8, Herning 12 + 10 (Molgaard). Zuschauer: 6040.