Eishockey muss bezahlbar bleiben!Eisbärenfans wehren sich gegen neues Preissystem

Blick aus der Fankurve der Eisbären Berlin - Foto: Oliver Schwarz www.stock4press.deBlick aus der Fankurve der Eisbären Berlin - Foto: Oliver Schwarz www.stock4press.de
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Je mehr Details auf dieser Veranstaltung offengelegt wurden, desto mehr stellten sich den ca. 200 anwesenden Fans die Nackenhaare auf. Schlussendlich stimmte die große Masse mit den Füßen ab und verließ demonstrativ den Veranstaltungsort. Unter dem Motto „Eishockey muss bezahlbar bleiben!“, organisieren die Anhänger seitdem den Widerstand gegen diese Preispolitik, die als zynisch, da auf gezielte Verdrängung setzend, empfunden wird. Durch erhebliche Preisanhebungen vor allem in den Sitzplatzbereichen nahe der Fankurve (von 400 auf 480 Euro), sollen Dauerkarten-Inhaber von dort in die rechts und links vom Gästeblock gelegenen Blöcke im Oberrang „umgelenkt“ werden. Begründung des Managements: Die Bereiche in unmittelbarer Nähe der Stehplätze haben sich als besonders attraktiv erwiesen. Unter anderem deshalb, weil die Eisbären bei ihren Heimspielen zweimal in eben diese Richtung spielen und sich die Sitzplätze dort gewinnbringender über Tagestickets veräußern ließen, anstatt sie durch Dauerkarten-Inhaber zu „blockieren“. Dass die Play-off-Spiele ab kommender Spielzeit lediglich noch bis zum Viertelfinale Bestandteil des Dauerkarten-Pakets sein sollen und ab dem Halbfinale ein saftiger Zuschlag fällig würde, gab es als bitteren Drops noch oben drauf. Auch die Spiele der European Trophy sind nicht mehr Bestandteil der Dauerkarte. Dagegen stehen Billigticket-Aktionen unter anderem über einen Lebensmittel-Discounter sowie einem Online-Shop auch zukünftig weiter auf dem Programm.

Quer durch alle Bereiche bewegen sich die Preiserhöhungen je nach Kategorie in zum Teil schwindelerregenden Größenordnungen. Der Gipfel: Abgesehen davon, dass ausgerechnet die Preise für Kinder und Jugendliche kräftig nach oben geschraubt würden (je nach Kategorie bis zu 140 %), träfe es die Rollstuhlfahrer, welche den Eisbärenspielen bislang kostenlos beiwohnen durften, besonders hart. Sie sollen für das Saisonticket satte 270 Euro (252 mit Frühbucherrabatt) berappen. In den Ohren der Fans klang das wie der Vorwurf, an den zwei Millionen „Miesen“, welche die Eisbären GmbH jährlich einfahre, schuld zu sein.

Entgegen Verlautbarungen von Eisbären-Verantwortlichen in der Berliner Presse findet derzeit kein Dialog zwischen Klub und Fanvertretern statt. „Vor nächsten Mittwoch rühren wir uns nicht. Wir müssen schon klar machen, dass es so nicht geht“, zitiert die Berliner Zeitung Susanne Wegener vom Fanbeirat der Eisbären. Unter den Anhängern bestand durchaus das Bewusstsein,dass die bisherigen Preise nicht auf alle Ewigkeit in Stein gemeißelt stehen würden. Die gesamte Vorgehensweise der Geschäftsführung empfindet der Anhang in Art und Form als massiven Vertrauensbruch. Als Grundlage jeglicher Gesprächsaufnahme wird von Seiten der Fans daher eine Entschuldigung von den Verantwortlichen erwartet.

Zu vergangenen Mittwoch beriefen die Fans ihrerseits ein Treffen ein, auf dem sich zwischen 450 und 500 Anhänger darüber austauschten, welche Reaktion ihrerseits angemessen sei. „Der Ideen gab es viele“, so der Fanbeirat auf seiner Facebook-Seite, „die in den Maßnahmenkatalog aufgenommen wurden.“ Teile davon fanden sich wenige Minuten nach Ende der Veranstaltung jedoch in einem Online-Artikel des „Tagesspiegel“ wieder. Aufhalten werde diese Indiskretion die Aktionen nicht, wird vom Fanbeirat ausdrücklich bekräftigt. Boykott des ersten Play-off-Spiels gegen die Hamburg Freezers am nächsten Mittwoch ist eine davon. Dort in großer Geschlossenheit auf- und für seine Belange einzutreten, unabhängig davon ob nun mit Tagesticket oder Dauerkarte ausgestattet, ist erstes Ziel der Fans für diesen Tag, an dem es gilt, unmissverständlich ihre Hauptforderung deutlich zu machen: Eishockey muss bezahlbar bleiben!  


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