Eishockey Manager 2020Wir haben ihn ausführlich für euch getestet

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Bis jetzt gab es vier Eishockeymanager-Spiele, der EHM 2020 ist somit der fünfte seiner Reihe. Allerdings nicht vom gleichen Hersteller. Die ersten drei stammten von der deutschen, mittlerweile nicht mehr existierenden, Softwareschmiede Greencode. Diese brachten 1993, 2005 und 2007 ein Spiel auf dem Markt, danach kam die Fa. Netmin ins Spiel, die auch schon beim Vorgänger des EHM 2020 im Jahr 2009 aktiv war.

Die Frage lautet daher: Der alte Manager von Greencode stammt zwar aus dem Jahr 2007, ist aber das aktuelle Referenzprodukt, denn das erste Produkt von Netmin kam am Konkurrenten nicht vorbei. Kann der EHM 2020 Platz 1 in dieser Kategorie erobern?  

Zum Spiel:

Über die Internet-Vertriebsplattform Steam kann man das Spiel nach Kauf problemlos installieren. Auch das spätere speichern und wieder neu laden funktioniert perfekt.

Das Programm ist zweisprachig aufgebaut. Dies verrät die erste Frage, ob man es in Deutsch oder Englisch spielen möchte. Keine schlechte Idee, ich entscheide mich natürlich auf Deutsch.

Als erstes erwartet mich eine Infobox mit vielen Einstellungsmöglichkeiten. Gut dabei, dass man die jeweiligen Geschwindigkeiten gut anpassen kann. Warum man allerdings die 3D-Optionen verändern kann, obwohl man die 3D-Darstellung abgeschaltet ist, ist rätselhaft. Sei es drum: Die Einstellungen kann man abspeichern und somit ist für später alles sofort wieder richtig eingestellt.

Zum Spielanfang kann man ein Portraitbild anwählen. Schade, dass dies nur in s/w möglich ist. Sehr positiv: ein eigenes Bild, in Farbe, ist möglich. Natürlich kann man seinen Verein, den man managen möchte eingeben. Nur sehr schade, dass man alleine ist. Gerade ein Spiel mit mehreren Managern macht viel mehr Spaß, besonders in den Play-Offs. Hier hat der EHM 2007 mit bis zu vier Mitspielern deutlich die Nase vorn.  

Ein bisschen irritierend und gewöhnungsbedürftig ist es auch, dass man zwar auf der zweiten Seite unter Spielmodus eingibt, dass man einen Verein von Beginn an auswählen möchte, dies aber nur unter der Rubrik Lieblingsvereine möglich ist. Hier sucht man sich erst den Kontinent aus, dann den Verein. So kann man z.B. sogar Eishockey in Australien theoretisch spielen, aber mangels echten Namens sind nur die Städte Sydney und Melbourne anwählbar. Wer wirklich ins echte Geschehen eingreifen will, sollte nach Europa oder Nordamerika Ausschau halten. In Kanada fehlen zwar auch Original-Namen, aber immerhin tauchen die Original-Namen der OHL-Städte (Ontario Hockey League) auf. Unter den USA kann man dann alle NHL-Städte aufrufen. Mangels Lizenz gibt es dann einige besondere Namen zu bewundern wie Edmonton Barrels, New York Chiefs oder Carolina Storms.

Toll und besser als beim EHM 2007. In den jeweiligen europäischen Ländern sind die Eishockeystädte alle mit im Spiel. Nur bei den Zusatznamen hapert es mangels Lizenz. Entweder hat man keinen Zusatznamen oder einen Fantasienamen, wobei diese den Originalen recht nahekommen und auch witzig sind. In der DEL spielen z.b. die Iserlohner Hennen (Roosters), Straubinger Hyänen (Tigers) und Mannheimer Spatzen (Adler), in der DEL2 die Dresdner Pumas (Eislöwen) und in der Oberliga Nord die Hannover Apachen (Indians) und die Hannover Hornissen (Scorpions).

Etwas peinlich: Der Zusatz Luchse (Lausitz; Leipzig) steht korrekt im Wappen aber in der Tabelle steht Luxe. Wenn man sich entschieden hat, kann es losgehen. Um die Geschwindigkeit zu steigern, kann man Länder inaktiv werden lassen. Hier lässt die alte Fussball-Manager-Serie von Ascarion grüßen, wobei es auffällt, dass die Macher sich scheinbar beim Programm-Layout an diese Serie gehalten haben. Vieles kommt einem bekannt vor.

Die wichtigste Seite, nämlich diejenige von der der Spieler das Spiel steuert, präsentiert sich aufgeräumt. Über die Reiter Mannschaft, Management, Verein, Statistik, Person und National kann man alle wichtigen Details aufrufen. Auf der rechten Seite stehen sämtliche personellen Daten, wie neben dem Namen und dem Portraitbild natürlich einige persönliche Daten wie Alter, Level, Fanbeliebtheit usw. Gerade auch der private Sektor ist nicht zu unterschätzen. Der nächste Gegner darf selbstverständlich nicht fehlen. Und noch etwas zum Schmunzeln: Die Spieler scheinen alle miteinander verwandt, da die Gesichter sich sehr ähneln.  

Fahren wir fort mit dem eigenen Team, in diesem Fall den Hannover Apachen in der Oberliga Nord. Hier hat der EHM 20 die Nase vorn, gibt es doch, wie in der Realität zwei Oberligen. Das hier einen nicht die originalen Namen anlächeln war zu erwarten, sollte mit dem Editor lösbar sein. Im Team befinden sich 24 Spieler, darunter gleich vier Torhüter und sechs Ausländer. Man sieht die Position des Spielers, den Namen, sieben Informationen und woher er kommt.

In der Oberliga dürfen nur zwei Ausländer spielen aber wo sieht man das? Antwort: Gar nicht, denn die Info fehlt. Ein böser Fehler, zumal es auch keine Fehlermeldung gibt, wenn man mit zu vielen Ausländern antreten möchte. Bei den eingesetzten Spielern fehlt außerdem die Länderflagge. Auf der rechten Bildschirmseite darf man sich an dem Taktikcheck versuchen. Man kann den Block einstellen, die Taktik bestimmen und natürlich Spiele auswechseln. Wie gut dieser Block eingespielt ist, wird ebenfalls prozentuell angezeigt.  

In Eiszeit-Menü werden die Daten der eigenen Mannschaft mit der des nächsten Gegners verglichen. So geht es weiter über dem Training wo man alles Mögliche einstellen kann bis zum Ausbau der Halle. Ein besonders witziges Detail das für Druck sorgt: Das Präsidium verlangt z.B., dass bis zum Saisonende mindestens 2.000 Besucher/Spiel kommen, ansonsten muss man evtl. in eine kleinere Halle umziehen.  

Bevor wir jedoch ein Spiel unserer neuen Mannschaft beginnen, fällt noch etwas Besonderes auf. Man kann hier die Weltmeisterschaft 2020 bestreiten und weil durch die aktuelle Pandemie dieses Turnier im Mai ausfällt, hat der Spieler die einzigartige Möglichkeit, selbst den Weltmeister zu küren. Alle 16 Teilnehmer sind dabei, mit Original-Teamnamen und Länderfahnen. Es gibt sogar eine zweitklassige B-WM, aber was dort Länder wie Thailand oder Nordkorea zu suchen haben, erschließt sich mir nicht. Auch ein Länderranking ist vorhanden aber das führt jetzt vielleicht etwas zu weit.  

Zurück in die Oberliga. Erstaunlich wie früh bei Netmin die Saison beginnt aber das Problem gab es auch schon beim EHM 2007.  Bereits am 31. Juli treffen meine hannoverschen Apachen auf den Lokalrivalen, den Hornissen.  

Jetzt muss sich der Simulationsfan praktisch zweiteilen. Erst muss alles eingestellt werden. Vor zwanzig Jahren, in den Hochzeiten der Sportsimulationen war die Grundsatzfrage: Muss die Detailverliebtheit so weit gehen, dann man sogar die Bratwurstpreise einstellen kann? Die Antwort für den EHM 2020 lautet: Hier kann man auch noch wählen ob Ketchup oder Senf. Alleine der Detailreichtum erschlägt und fordert den Hobbymanager richtig.

Für den Anfang ist es daher wichtig, dass man einen virtuellen Assistenten mit ins Spiel nimmt, wobei dieser erste engagiert werden muss. In der DEL kein Problem aber in der Oberliga schon und somit ist dieser Faktor nicht zu unterschätzen.  Kein Wunder, dass eine einstellbare Zeit für eine Runde fehlt. Echte Fans werden wahrscheinlich schon bei dem reinen Managerposten weit über zehn Minuten brauchen und dann beginnt noch der Job als Bandengeneral.  

Der Spieler kann automatisch aber auch manuell einstellen, wen er in welchen Block stellt. Das gilt auch für die Spezialisten, das heißt Powerplay oder Penaltykilling. Bei doppeltem Unterzahlspiel fällt auf, dass man vier Feldspieler einstellen kann, obwohl ja nur drei eingesetzt werden dürfen. Eine Panne, die ausgemerzt werden sollte.  

Hat man alles eingestellt und das Spiel beginnt, wird man, und das muss so festgestellt werden, von den Spielszenen schockiert sein. Der einzige echte Kritikpunkt, der mir unangenehm aufstößt. Laut Eigenwerbung ein echter Pluspunkt: Die actionreiche 3D-Darstellung mit voller Spielkontrolle. Davon kann leider keine Rede sein kann.

 

Ein paar vorberechnete Szenen, die sich permanent wiederholen und auf dem grafischen Stand von 2010 sind. Damit kann man heute keinen hinter dem Sofa hervorlocken, auch keine Eishockeyfans. Das Spiel kann man schlicht nur im Textmodus spielen, wo es deutlich an den NHL Eastside Hockey Manager von 2004 erinnert.  

Und es gibt noch ein optisches Problem. Bei einem Auswärtsspiel steht in der Screen-Mitte das Logo meiner Mannschaft rechts. Das ist normal und okay aber die Aufstellung, die Mannschaftsinformation links. Das ist sehr gewöhnungsbedürftig. Ein Tipp für alle Fans, die bis hierhergekommen sind. Um den Spielgenuss trotzdem zu bekommen: Die Spielgeschwindigkeit auf 10-20% runterregeln, ansonsten kommt man mit dem Textlesen nicht mehr hinterher. Und noch ein Hinweis: Regelt den Detailreichtum hoch, damit durch verschiedene Textnachrichten die Spielspannung wirklich erhöht wird.  

Während des Spieles kann man sich auch die Ergebnisse der anderen Oberligaspiele ansehen, die Livetabelle und auch per Texttelegramm das ganze verkürzt. Man kann die Linienautomatik ausschalten und manuell die gewünschte Reihe auf das Eis schicken und nach der Begegnung sieht man auf zig Statistiken wie gut das eigene Team war. Wirklich gut: Über den Spielverlauf kann man sich alle Textnachrichten noch einmal ansehen und die eigene Leistung perfekt analysieren. Hier hat Netmin ganze Arbeit geleistet. Der Spieler kann für das Studium dieser Zahlen locker eine Viertelstunde einplanen. Dazu informiert eine deutsche Fachzeitschrift per Headline über das eigene und dem wichtigsten Ergebnis der Liga. Leider nur eine halbherzige Idee, denn ein kleiner Spieltext, siehe Bundesliga Manager Professional von 1991, würde den Spaßfaktor klar erhöhen.

 


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Fazit  

Der Eishockey Manager 2020 lässt sich gut spielen. Das nur ein Manager spielen darf, ist vielleicht in Corona-Zeiten eine gute Idee aber ansonsten nicht sehr passend. Dazu kommen ein paar Fehler die man ausmerzen sollte. Das Spiel präsentiert sich aber farbenfroh, gut gestaltet, der Editor funktioniert und auch im Textmodus sind die Spiele spannend.

Netmin hat wirklich an vieles gedacht und daher sollte man auch die Begrifflichkeit des Referenzproduktes neu definieren. Wer auf 3D verzichten kann, gerne alleine spielt und sich tief in die Materie einarbeiten möchte, der ist mit dem EHM 2020 bestens bedient. Wer es etwas leichter haben will und nach Corona am liebsten mit mehreren Freunden(innen) zocken will, sollte lieber auf den EHM 2007 zurückgreifen.


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Das Gewinnspiel endet am 06.04.2020 um 12.00 Uhr! 

Teilnahmebedingungen: 

  • Das Gewinnspiel steht in keiner Verbindung zu Instagram und wird in keiner Weise von Instagram gesponsert, unterstützt oder organisiert. Der Empfänger der vom Teilnehmer bereitgestellten Informationen ist nicht Instagram.
  • Eine Teilnahme am Gewinnspiel ist ausschließlich zu den hier aufgeführten Bedingungen möglich. Der Veranstalter behält sich vor, das Gewinnspiel zu jedem Zeitpunkt ohne Vorankündigung und ohne Angabe von Gründen abzubrechen oder zu beenden.
  • Das Gewinnspiel beginnt am 01.04.2020 um 14:00 Uhr und endet am 06.04.2020 um 12:00 Uhr.
  • Zu gewinnen gibt es drei Spiele-Codes für den Eishockey Manager 2020.
  • Die Verlosung des Gewinns erfolgt nach Ablauf des Durchführungszeitraumes unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Um an der Verlosung teilzunehmen muss unserer Seite hockeyweb.de gefolgt werden und dieser Beitrag kommentiert und geliked werden.
  • Die Gewinner*innen werden über die Direct Message Funktion von Instagram informiert. Gewinner*innen müssen innerhalb von 2 Werktagen (ab Gewinnbenachrichtigung) ihre Kontakt- und Adressdaten per „Direct Message“ an die Hockweb Instagram-Seite geschickt haben. Sollten Gewinner*innen die Annahme des Gewinns in dieser Zeit nicht bestätigen, verfällt ihr Anspruch auf den Gewinn ersatzlos. Es wird dann nach gleichem Vorgehen ein Ersatzgewinner ermittelt. Eine Verpflichtung zur Annahme des Gewinns besteht nicht.
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