Eishockey-Krimi mit fränkischem Happy-EndNürnberg – Mannheim 4:3 n.P.

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Was für ein Eishockey-Abend! Die viertplatzierten Kölner Haie schnappten sich in Augsburg nach Penalty-Schießen zwei Punkte, Verfolger München verlor selbige in Berlin. Auch die Ice Tigers (5) und Adler (6), die mit jeweils 83 Zählern in das Freitagsspiel starteten, kämpften um die letzten wichtigen Zähler – und begeisterten dabei das Publikum in Nürnberg mit hochklassigem Play-Off-Eishockey.

„Mannheim hätte leicht gewinnen können“

Zwei Punkte fehlen den Franken nach ihrem Triumph über Mannheim noch zur sicheren Viertelfinalteilnahme. Mit ihrem Auftritt gegen die Kurpfälzer zeigten sie aber, dass sie auf dem besten Weg sind. „Wir waren heute spielbestimmend und hatten viele Chancen“, erklärte Tray Tuomie, der zugleich zugab, dass es ein schwieriges Spiel war. Dreimal gingen die Nürnberger in Führung, dreimal glichen die Gäste aus. „Das ist schon irgendwie frustrierend“, ärgerte sich der Ice-Tigers-Coach vor allem über das 3:3 durch Adler-Stürmer Jon Rheault (52.). Als die Franken nämlich in der 55. Minute ihre erste Strafe nahmen, „hätte Mannheim leicht gewinnen können.“ Doch das Team von Trainer Hans Zach nutzte sein Powerplay ebenso wenig wie die „Tiger“ ihre Überzahlchancen zuvor. Alle Tore fielen regulär – das 1:0 (7.) durch Jame Pollock, der nach seiner Gehirnerschütterung und Rückkehr in Schwenningen sein Heim-Comeback feierte.

Wechselbad der Gefühle

Die Ice-Tigers und ihre Fans jubelten über die Führung, mit der die Gastgeber in die erste Drittelpause gingen. Und kaum waren die Teams auf das Eis zurückgekehrt, hatte Patrick Reimer die Möglichkeit zum 2:0. Der Nürnberger Kapitän lief nach einem Konter frei auf Adler-Keeper Felix Brückmann zu, wurde aber gestoppt. Die Unparteiischen entschieden auf Penalty, den der 31-Jährige allerdings nicht verwandeln konnte. Der offene Schlagabtausch ging daraufhin weiter, bis schließlich Nikolai Goc von der Blauen Linie abzog und die Scheibe unter die Latte knallte (33.).

Das Wechselbad der Gefühle hatte begonnen: Denn kaum war der Ausgleich gefallen, holte Yasin Ehliz die Nürnberger Führung zurück (34.) – und nur zwei Minuten später feierten auch schon wieder die Mannheimer. Jochen Hecht hatte sich von Ice Tiger Steven Regier den Puck gekrallt, den der ehemalige NHL-Star an Andreas Jenike vorbeischob (36.). 2:2, Pause!

Welches der beiden Teams und Fanlager würde wohl als nächstes jubeln? Die Franken waren es. Patrick Reimer zog ab und netzte zum 3:2 ein (42.). Dass das Heimteam seine dritte Führung jedoch nicht über den Schlussabschnitt retten konnte, vermuteten bereits einige Ice-Tigers-Anhänger. Und die Befürchtung sollte sich bewahrheiten. Zehn Minuten später machte nämlich Jon Rheault den Franken erneut einen Strich durch die Rechnung (52.). Es war kein Spiel für schwache Nerven. Mit einer Mischungs aus Anspannung und Hoffnung feuerten die Nürnberger und Mannheimer Fans ihre Mannschaften in den letzten acht Minuten der regulären Spielzeit und in der Verlängerung an. Die Schlusssirene ertönte, Jochen Hecht und seine Teamkollegen freuten sich – vergebens. Ja, die Scheibe war im Tor der Franken gelandet, jedoch zu spät. Somit ging es nach 65 gespielten Minuten ins Shoot-Out, in dem Yasin Ehliz als einziger den gegnerischen Goalie linkte und überwinden konnte.

„Wir sind bereit"

Die Eishockey-„Schlacht“ am Freitag gewann Nürnberg. Der Kampf ums Viertelfinale geht jedoch weiter. „Es stehen noch drei Spiele an, dann kommen die Play-offs“, blickt Hans Zach in die nahe Zukunft und sagt an: „Wir sind bereit. Und wie ich sehe: Nürnberg auch!“

Auf die Adler wartet am Sonntag vor Heimpublikum Ingolstadt. Die Ice Tigers, die nur noch zweimal in der Hauptrunde ran müssen, empfangen die Haie zum nächsten Spitzenspiel, wenn es ab 14:30 Uhr heißt: Fasching on ice!

Die Tore im Überblick:

1:0 (7.) Jame Pollock (David Elsner)
1:1 (33.) Nikolai Goc (Jochen Hecht)
2:1 (34.) Yasin Ehliz (Steven Reinprecht, Fredrik Eriksson)
2:2 (36.) Jochen Hecht
3:2 (42.) Patrick Reimer (Yasin Ehliz, Fredrik Eriksson)
3:3 (52.) Jon Rheault (Ronny Ahrendt, Denis Reul)

Strafminuten: Nürnberg 2, Mannheim: 10

Schiedsrichter: Roland Aumüller, Georg Jablukov

Zuschauer: 6.568