Eisbären: Zäher Kampf - Penaltysieg über Frankfurt

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Ziemlich verbissen ging es am Freitagabend im ausverkauften Wellblechpalast zwischen den Eisbären und den Lions aus Frankfurt zu. Am Ende stellten die Berliner im Penaltyschießen den 2:1-Sieg sicher und blieben damit zum sechsten Mal am Stück erfolgreich.

Zwar feierten die Berliner Anhänger ihren tschechischen Torhüter Tomas Pöpperle nach erneut überzeugender Leistung geradezu frenetisch, der eigentliche Held des Abends war jedoch Derrick Walser. Der Verteidiger erzielte im zweiten Drittel (36. Spielminute) nicht nur den verdienten 1:1 Ausgleich für sein Team, sondern sorgte dann auch noch für den spielentscheidenden Treffer im Shootout. Mit nun schon 26 Punkten (10 Tore/ 16 Assists) belegt Walser Platz 2 in der Statistik der besten DEL-Verteidiger. Bis zum Ausgleich vergaben die Pagé-Schützlinge allerdings Einschusschancen zuhauf, so dass unter den Eisbären-Anhängern schon die Befürchtung aufkam, auch nach sechzig Minuten könnte die 1:0 Führung der Frankfurt Lions (Bouchard in 5-3 Überzahl - 5.) noch Bestand haben und die Siegesserie des Vorjahresmeisters ausgerechnet im heimischen Wellblechpalast abreißen. Die Gäste aus Mainhattan verteidigten ihren knappen Vorsprung mit allen Mitteln lange erfolgreich, woran nicht zuletzt ein sehr stark haltender Ian Gordon im Lions-Gehäuse einen gehörigen Anteil hatte. Und konnte Gordon einen Schuss mal nicht abwehren, stand ihm bei Versuchen von Pederson (14.) und Walser (53.) das Glück des Tüchtigen in Form des Pfostens hilfreich zur Seite.

Das Team von Rich Chernomaz, das auf seinen Stürmer-Star Patrick Lebeau verzichten musste, sah sich zudem vielen Unterzahlsituationen ausgesetzt. DEL-Profischiedsrichter Rick Looker verfolgte eine ziemlich kleinliche Regelauslegung und gab damit schon einen Vorgeschmack darauf, wenn es in der DEL ebenfalls zur Übernahme der so genannten „Null Toleranz“-Philosophie aus der NHL kommt. Obwohl die Eisbären in der Powerplay-Statistik den ersten Platz einnehmen, taten sie sich ausgerechnet dort ausgesprochen schwer und agierten viel zu kompliziert. So langte es bei elf Gelegenheiten eben nur zu der bescheidenen Ausbeute von einem Treffer in Überzahl.

Da die Lions bei ihren Kontergelegenheiten nicht viel effektiver waren, musste der Shootout die Entscheidung bringen. Wider sonstiger „Gewohnheit“ präsentierten sich die Berliner recht treffsicher. Walser und Steve Walker trafen, wohingegen alle Frankfurter Penaltyschützen mit ihren Versuchen am starken Eisbären-Goalie Pöpperle scheiterten. Verdient errangen die Eisbären am Ende den Zusatzpunkt, der sich weiter im Spitzenquartett der DEL-Tabelle verweilen lässt.

Während des Spiels ging den Gästen Jason Young mit einer Leistenverletzung und den Eisbären Rob Leask verloren, der sich sein in der Vorsaison durch einen Kreuzbandriss lädiertes Knie verdrehte. Ersten Aussagen zufolge wird Young seiner Mannschaft 2-3 Wochen fehlen, Leask dagegen den Eisbären vermutlich bald wieder zur Verfügung stehen. (mac/ ovk)

Stimmen zum Spiel:

Rich Chernomaz: Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung meiner Mannschaft. Wir hatten nur ein Gegentor gegen die beste offensive Mannschaft der Liga. Unsere Unterzahl war sehr gut, und wir waren kompakt in der neutralen Zone. Die Eisbären haben eine sehr gute, junge Deutsche. Busch, Hördler oder die anderen. Das ist eine gute Arbeit hier in Berlin, und ich glaube sie haben wieder eine gute Chance auf die Meisterschaft.

Pierre Pagé: Wir haben gut trainiert und spielen konstant. Die Mannschaft hat Vertrauen und Intensität. Wir spielten heute auch gut genug in der Abwehr, ausser bei 3-5. Wir könnten aber besser Überzahl spielen. Pöpperle war heute unglaublich im Penalty- Schiessen. Ich glaube der beste Spieler im Penalty-Schiessen oder in Unterzahl ist immer der Torwart.

Eisbären Berlin – Frankfurt Lions 2:1 (0:1,1:0,0:0/1:0)

Tore:

0:1 Bouchard 4:32 (Kelly,Young) 5-3

1:1 Walser 35:10 (Ustorf,Quint) PP

2:1 Walser (Penalty)

Schiedsrichter: Rick Looker

Strafminuten:

Berlin – 12 (4,4,4)

Frankfurt – 24 (10,10,4)

Foto (City-Press) : Der doppelte Torschütze, Derrick Walser.