Eisbären wollen aus der harten Phase lernen - Keeperfrage immer noch offen

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Nein, man kann wahrlich nicht behaupten, dass es gerade beim EHC Eisbären rund läuft. Zwar betrachtet man in der Hauptstadt den Verlust der Tabellenspitze nicht als Beinbruch, doch einiges Kopfzerbrechen bereitet die derzeitige Verfassung des Teams den Verantwortlichen wie auch den Fans schon. „Wir befinden uns zurzeit in einer harten Phase“, analysierte Trainer Pierre Pagé am Donnerstag nach dem Training des DEL-Teams aus der Hauptstadt. „Aus dieser müssen wir unsere Lehren ziehen, damit wir in den Play-offs nicht böse überrascht werden. Deshalb ist es irgendwie auch jetzt auch eine gute Phase.“ Pagé hadert vor allem mit der Disziplin und der Torausbeute seiner Mannschaft. „Wir haben die sechst meisten Zweiminutenstrafen der Liga kassiert, dass ist eindeutig zuviel. Auch wenn wir in den letzten 18 Überzahlspielen nur zwei Treffer kassiert haben; wir müssen wieder disziplinierter werden.“ Auf der anderen Seite lief es beim sonst so gewohnt sicheren Powerplay der Eisbären (Ligaspitzenwert mit knapp 25 Prozent Ligaspitze) ebenfalls nicht gut. „Aus 17 Gelegenheiten machten wir nur ein Tor, das ist schlecht. Ebenso die nur zehn erzielten Tore in fünf Spielen.“

Doch die Zeichen stehen nicht schlecht, dass im Angriffsspiel der Berliner wieder etwas Besserung einkehrt. Im Spitzenspiel am Freitag gegen den DEL-Primus Frankfurt Lions rechnen die Eisbären mit der Rückkehr von Stürmer Florian Keller, der zuletzt am 30. Dezember 2003 gegen Ingolstadt zum Einsatz kam. Auch Rob Shearer, der am Dientag in Hamburg wegen eines Magen-Darm-Virus pausieren musste, wird gegen die Hessen auflaufen. Ein Fragezeichen steht hingegen noch hinter dem Einsatz von Topscorer Kelly Fairchild. Der US-Boy trainierte die letzten beiden Tage zusammen mit der Mannschaft, doch ob es schon gegen Frankfurt zum Comeback kommen wird, entscheiden die Ärzte erst am Freitag.

Klar ist hingegen, wer beim Heimspiel am Freitag das Tor der Eisbären hüten wird. Nachdem der Kanadier Rich Parent in den beiden letzten Auswärtspartien in Krefeld und Hamburg ran durfte, setzt Pagé gegen den Tabellenführer auf Nationaltorsteher Oliver Jonas. Somit findet das Wechselspiel im Gehäuse seine Fortsetzung. Doch spätestens bis Ende Februar will sich Pagé auf eine Nummer Eins festlegen. „Wer auswärts besser hält, steht in den Play-offs im Tor“, gibt sich der EHC-Trainer noch recht geheimnisvoll. Demnach wird wohl Jonas auch am Sonntag bei den DEG Metro Stars starten, denn die letzten Spiele vor fremder Kulisse bestritt fast ausnahmslos Parent. Und wenn sich Pagé ein gerechtes Bild von der Leistungsstärke beider Goalies machen will, dann wäre der Einsatz von Jonas in Düsseldorf die logische Konsequenz. Doch wie schon erwähnt, Pagé lässt sich in der Torhüterfrage nicht in die Karten schauen. Immer wieder betont er, dass die Eisbären über zwei gleichwertige Keeper verfügen. Wer sich am Ende durchsetzen wird, liegt in deren eigenen Händen. Wohl feststeht, dass derjenige Goalie, der die Play-offs beginnen wird, aller Wahrscheinlichkeit nach diese auch durchspielen wird. Denn in der Endrunde der vergangenen Saison hielt Pagé trotz durchwachsener Leistung an Shulmistra als Nummer Eins fest. „Man tauscht ja auch nicht seine Ehefrau einfach so aus“, lautete damals seine Begründung. Bleibt nun abzuwarten, wie er sich dieses Mal verhalten wird. Weil nämlich augenscheinlich ist, dass zwar die Eisbären ein gutes Torsteherduo besitzen, aber weder Jonas noch Parent über einen längeren Zeitraum konstante Leistungen an den Tag legen konnten. Oder liegt es etwa daran, dass beide im bisherigen Saisonverlauf noch nicht die Gelegenheit hatten, konstant über eine längere Phase das Tor der Eisbären zu hüten? (ml) (Foto: hockey-press)