Eisbären vor Vorrundentitel - Jonas oder Parent: Wer hütet das Playoff-Tor?

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Die Berliner Eisbären können sich bereits am Freitag, drei Spieltage vor dem Abschluss der DEL-Hauptrunde, mit einem Sieg bei den Frankfurt Lions endgültig zum Vorrundenmeister machen. Die Frage nach dem ersten Platz ist für den unangefochtenen Ligaprimus allerdings nur noch von theoretischer Natur. Kaum einer hegt mehr einen Zweifel daran, dass die Hohenschönhauser aus den letzten vier Punktspielen die benötigten drei Zähler ergattern werden, die rechnerisch zur Hauptrundenmeisterschaft noch nötig sind. Würde dies am Freitag schon am Frankfurter Ratsweg gelingen, so wäre dies ein angenehmer Nebeneffekt, diesen inoffiziellen Titel beim lange Zeit direkten Rivalen perfekt zu machen. Die Chancen für den EHC Eisbären stehen dafür nicht schlecht. Zum einen konnte der Hauptstadtclub die bisherigen drei Vergleiche mit den Hessen für sich entscheiden. In Berlin siegten die Eisbären mit 3:1 und 4:1, bei den Lions gelang ein knapper 3:2-Erfolg. Auf der anderen Seite kann Trainer Pierre Pagé in der Mainmetropole wieder auf seinen zuletzt angeschlagenen Topstürmer Kelly Fairchild zurückgreifen, dem zuletzt etwas die Leiste zwickte. Und auch Förderlizenzspieler Florian Busch, der aus disziplinarischen Gründen ein Denkpause erhalten hatte, wird die Reise zu den Südhessen mit antreten. So fehlt lediglich noch Denis Pederson den Berlinern, der aufgrund einer leichten Adduktorenzerrung geschont wird. Im Berliner Lager geht man jedoch davon aus, dass der Angreifer ab Montag auf das Eis zurückkehren wird. Ebenfalls zuhause bleiben wird Torhüter Rich Parent, den ein leichte Blessur an der Hüfte plagt. Aber schon am Sonntag zum Heimspiel gegen die DEG Metro Stars soll der Kanadier wieder das Eisbären-Gehäuse hüten. Die Rolle des Backups in Frankfurt wird übrigens der erst 17-Jährige Lukas Lang übernehmen. Vater und gleichzeitig Vorbild des talentierten Nachwuchsgoalies ist kein geringer als KEV-Legende Karel Lang.



Womit man bei den Eisbären schon beim derzeit heikelsten Thema wäre. Die Playoffs werfen ihre Schatten voraus und hitzig diskutiert man im Hohenschönhauser Sportforum die Torhütersituation zur Endrunde. Die Eisbären besitzen zweifellos das Luxusproblem, in dieser Saison mit Oliver Jonas und Rich Parent über zwei absolut gleichwertige Schlussmänner zu verfügen. Keine leichte Aufgabe also für Trainer Pierre Pagé, eine Entscheidung zu fällen. Wird Jonas die Nummer eins sein? Oder doch Parent? Während das Umfeld die Pros und Contras für oder gegen einen der beiden Torsteher abwägt, trägt sich Pagé immer mehr mit dem Gedanken, auf beide Keeper zu bauen. Im Vorjahr war das noch ganz anders, als der Kanadier in den Playoffs auf seinen Landsmann Shulmistra setzte – und überraschend im Halbfinale scheiterte. Der heutige Schlussmann der Adler Mannheim hinterließ dabei nicht immer den sichersten Eindruck, doch Pagé hielt an ihm fest. „Man kann seine Frau oder Freundin wechseln, nicht aber in den Playoffs seinen Torhüter“, lautete damals sein ein wenig missverständliches Statement. Ein Jahr später folgt die Rolle Rückwärts. „Wir sind heute in einer völlig anderen Position als damals. Oliver Jonas hat sich weiter entwickelt. Damals hatte er gerade einmal 30 DEL-Spiel absolviert. Jetzt hat er die doppelte Anzahl an Spielen, dazu kommen die Länderspieleinsätze. Er hat sich dadurch verbessert und kann nun mit dem Druck umgehen.“ Aber auch für Parent hat lobende Worte übrig. „Rich arbeitet immer sehr hart. Selbst wenn er nicht gespielt hat, fährt er im Anschluss in der Kabine noch Bike. Er hat seit Saisonbeginn 3,5 Kilogramm Gewicht verloren und befindet sich in einer ausgezeichneten konditionellen Verfassung.“

Auch wenn sich Pagé in der Torhüterfrage endgültig erst nächste Woche entscheiden will, so läuft nach derzeitigem Stand der Dinge alles auf eine Arbeitsteilung zwischen Jonas und Parent hinaus. Zweiflern, die dafür plädieren, mit einer klaren Nummer eins in die Playoffs zu gehen, begegnet Pagé entschieden. „Die Edmonten Oilers sind ein gutes Beispiel dafür, dass man auch mit zwei Goalies in den Playoffs Erfolg haben kann. Sie haben einst mit den Gespannen Fuhr/Moog bzw. Fuhr/Ranford den Stanley Cup gewonnen.“ Die Berliner Eisbären würden im Falle des Titelgewinns mit zwei Schlussleuten in die DEL-Annalen eingehen. Denn bisher war es noch immer so, dass die Meistertrainer einem Torsteher ihr Vertrauen schenkten. Es wird sich also zeigen müssen, ob die Zeit reif ist, Geschichte zu schreiben. (ml - Foto: hockey-press)

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