Eisbären verunsichert – Scorpions clever Berlin – Hannover 2:4

Nicht von Erfolg gekrönt: 500. DEL-Spiel für Berlins Jens Baxmann. (Foto: Jay)Nicht von Erfolg gekrönt: 500. DEL-Spiel für Berlins Jens Baxmann. (Foto: Jay)
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Der Spieltag begann eigentlich erfreulich aus Berliner Sicht. Gefeiert wurde Verteidiger Jens Baxmann. Der 27-Jährige bestritt am Sonntag sein 500. DEL-Spiel, alle im Trikot der Eisbären. Standesgemäß wurde der Jubilar vor dem Spiel geehrt. Aus Baxmanns Heimat, Schierke im Harz, war extra eine Abordnung um seinen Förderer aus Kinder- und Jugendtagen, Bernd Riemenschneider, in die Hauptstadt gereist. 2003 bestritt Jens Baxmann sein erstes DEL-Spiel, das mit einem 8:2-Sieg über den EHC Freiburg endete. Vor diesem Wochenende hatte Baxmann gefordert: „Wir müssen endlich mal sechs Punkte einfahren, um den Anschluss nach oben zu wahren.“ Dieses Ziel verfehlten die Eisbären. Die Niedersachsen verhagelten Baxmann das  Jubiläum gehörig. „Das war ein Sieg fürs Selbstbewusstsein“, freute sich Scorpions-Chefcoach Igor Pavlov über die drei Punkte beim Meister.

Der Spielplan meint es nicht gut mit den Scorpions. Während alle anderen Teams mindestens vier Spiele absolvierten, bestritt Pavlovs Mannschaft in Berlin erst ihre dritte Partie. Nach der Auftaktpleite in Ingolstadt waren die Scorpions beinahe zwei Wochen nur Zuschauer, wohingegen sie im Oktober über mangelnde Beschäftigung nicht zu klagen haben. „So sind die Fakten. Wir können es nicht ändern. Also was soll 's? Wir müssen das Beste draus machen“, demonstriert Pavlov Gelassenheit. Der Trainer zeigte ein Plus auf: „Wir haben dadurch Zeit gewonnen, um Informationen zu sammeln. Da ist einiges an Videomaterial zusammengekommen, das wir analysieren konnten.“ Pavlov hatte seiner Mannschaft offenbar einen schlüssigen Plan mitgegeben. Die Scorpions wirkten sehr gut eingestellt, setzten den Hebel exakt an den Schwachpunkten der Eisbären an. „Wir mussten viel in unserem Drittel spielen“, erklärte Jens Baxmann das unbequeme Spiel des Gegners, „die haben uns gut hinten drin gehalten. Umgekehrt ist es uns nicht so gut gelungen, kontinuierlich Druck zu entwickeln.“ Zusätzlich machten es sich die Eisbären selbst schwer, leisteten sich haarsträubende Fehler, wirkten unsortiert und nachlässig. Nicht zuletzt in der Defensive, der auch Jimmy Sharrow nach verbüßter Strafe nicht mehr Stabilität verleihen konnte. 

Die Führung der Eisbären durch Tyson Mulock (17. Spielminute) kam so etwas überraschend. Hannovers Martin Hlinka besorgte jedoch kurz vor der ersten Pause den Ausgleich. Die Gäste kamen davon beflügelt zurück aufs Eis: Ivan Ciernik (21.) erzielte die Führung, Scott King (31.) baute sie zehn Minuten später auf 3:1 aus. Dann krachte nach einem Zusammenstoß mit einem Hannoveraner Berlins Julian Talbot unsanft in die Bande. Der verließ zwar auf eigenen Füßen das Eis, kehrte jedoch nicht dorthin zurück. Erstdiagnose: Rückenprellung. Es droht ein weiterer langwieriger Ausfall. Igor Pavlov bedauerte nach dem Match die Folgen für Talbot ausdrücklich. Betonte aber, dass sie nicht Ergebnis einer „schmutzigen Aktion“ seines Spielers war.

Im Schlussabschnitt gelang es den Berlinern endlich, Druck auf den von Dimitri Pätzold wohlbehütete Scorpions-Kasten aufzubauen. Mehr als der zwischenzeitliche Anschluss durch Florian Busch (50.) sprang für die Berliner trotz aller Bemühungen nicht heraus. Martin Hlinka traf zum 2:4-Endstand ins verwaiste Eisbären-Tor. „Unsere Probleme haben nichts mit der Einstellung der Mannschaft zu tun“, erklärte Eisbären-Chefcoach Don Jackson, „wir müssen Geduld wahren und das Vertrauen in unser System wiederfinden. Wir haben viel Arbeit vor uns.“ 

Eisbären Berlin – Hannover Scorpions 2:4 (1:1; 0:2; 1:1)

Tore: 1:0 (17.) Mulock, Tyson – Hördler/Schlenker; 1:1 (20.) Hlinka – King/Morczinietz; 1:2 (21.) Ciernik – Green; 1:3 (31.) King – Hlinka/Morczinietz; 2:3 (50.) Busch – Tallackson/Sharrow; 2:4 (59.) Hlinka EN

Schiedsrichter: Brüggemann/Yazdi
Strafen: 2/6
Zuschauer: 13.800


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