Eisbären-Sportdirektor Stephane Richer: "Bin geschockt, dass Uwe Krupp geht!"Der scheidende Trainer wird von den Fans des Vizemeisters gefeiert

Gehen künftig getrennte Wege: Uwe Krupp und Stephane Richer.   (picture alliance/City-Press GbR)Gehen künftig getrennte Wege: Uwe Krupp und Stephane Richer. (picture alliance/City-Press GbR)
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Die Sonne strahlte über der Mercedes-Benz-Arena. Die Fans der Eisbären auch. Sie hatten nicht vergessen, aber akzeptiert, dass ihre Helden die Finalserie um die Meisterschaft verloren haben. Weit über 2500 Anhänger waren zur großen Saisonabschlussfeier gekommen, um das Team für eine Klasse-Saison zu feiern. Und Abschied zu nehmen. Von Trainer Uwe Krupp, der den Klub genauso verlässt wie Torwart Petri Vehanen. Letzterer beendet seine Karriere. Krupp jedoch ließ seine Zukunft noch offen.

Stephane Richer überrascht

Unten in den Katakomben sammelte sich die Mannschaft ein letztes Mal in der Kabine. Am Rande stand Stephane Richer. Angeblich soll es atmosphärische Störungen zwischen dem Sportchef und seinem Chefcoach gegeben haben. „Ich wollte, dass er hierbleibt“, sagte der 52-Jährige, „ich bin überrascht, geschockt. Ich wünsche ihm für seine Zukunft viel Glück und das sich seine Pläne erfüllen.“ Sparta Prag buhlt um die Gunst des ehemaligen NHL-Profis und Stanley-Cup-Siegers. Der Kanadier nimmt es hin wie ein Profi. Richer: „Er möchte einen neuen Weg gehen. So ist das Business. Jetzt werden wir erstmal mit den Fans feiern. Ab Montag denken wir über neue Optionen nach.“ Der ein oder andere Nachfolge-Kandidat geistert schon durch Hohenschönhausen. „Für Gerüchte ist es noch zu früh. Wie gesagt, es war eine Überraschung.“

Uwe Krupp von Fans gefeiert 

Krupp selbst war entspannt. Fast so, als sei eine Last von ihm abgefallen. „Es ist keine leichtherzige Entscheidung von mir. Ich hatte hier in Berlin eine super Zeit. Persönlich. Und auch als Trainer der Eisbären. Ich glaube, es war an der Zeit, die Entscheidung zu treffen. Es tut mir leid, dass wir es nicht geschafft haben, die Meisterschaft zu holen. Insgesamt stimmt die Richtung. Und die Gruppe passt auch. Für die Zukunft sind die Eisbären gut aufgestellt.“ Warum er die Hauptstadt verlässt, wollte der 52-Jährige nicht sagen: „Ich will nicht aus dem Nähkästchen plaudern. Der Zeitpunkt war richtig. Und die Anzeichen dafür da. Der Play-off-Run hat die ganze Sache nochmal interessant gemacht. Aber insgesamt, glaube ich, ist es die richtige Entscheidung.“ Dann ging es auf die Bühne. Als Krupp vor das Mikro trat, empfing ihn der Anhang mit großen Applaus und „Uwe“-Sprechchören. „Ich habe schon viele Aktionen von Fans gesehen. Aber was ihr nach einem 1:4-Rückstand in München abgezogen habt, dass ….“ Der Rest ging im tosenden Jubel unter. „Okay, jetzt müsst ihr mich noch ein letztes persönliches Wort sagen lassen. Die Entscheidung der letzten Tage war keine einfache Entscheidung für mich. Meine Tochter ist hier in Berlin geboren. Aber der Trainer-Zyklus ist eine Drehtür. Ich bin davon überzeugt, dass das der richtige Zeitpunkt ist. Jetzt sollte ein Anderer den Ton angeben.“

Jonas Müller Eisbären-Spieler des Jahres

Kurz darauf wurde der von den Fans gewählte Spieler des Jahres ausgezeichnet – Olympiaheld Jonas Müller. „Das ist ein geiler Preis“, sagte er. „Das war so eine Wahnsinn-Saison. Erst Olympia, dann das DEL-Finale, ich denke, ich kann zufrieden sein. Nach so einer Spielzeit kann das Ziel nur Meister sein.“ Jetzt steht noch die WM an. Bundestrainer Marco Sturm hat schon angerufen. Müller: „Er hat gefragt, ob ich fit bin. Ja, habe ich gesagt.“

Torwart Petri Vehanen wird Fan 

Das Ende wurde gehörte Publikumsliebling und Torwart-Hexer Petri Vehanen, der mit 40 Jahren seine Karriere beendet. „Ich habe nie bereut, nach Berlin gewechselt zu sein. Wir waren eine geschlossene, starke Gemeinschaft. Keine Sorge, ich komme wieder. Diesmal als Fan“, sagte der Finne.   


Bleibt das Saisonfazit Uwe Krupp überlassen: „Das ist eine Top-Mannschaft, mit der man viel Freude haben wird.“ Petri geil. Das wird dem Finnen-Fan Vehanen bestimmt gefallen.  

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