Eisbären: Sieg gegen Lions – Knoten geplatzt?

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Es dauerte geschlagene zwei Drittel, dann endlich fanden die

Berliner vor 4695 Zuschauern im heimischen Wellblechpalast den Weg zum 4:2-Sieg

über die Frankfurt Lions, einen ihrer schärfsten Konkurrenten um den direkten

Einzug in die Play-off. 

Dabei gab es nach den ersten beiden Abschnitten wirklich

wenig, was auf ein Happy End für die einmal mehr unkonzentriert zu Werke

gehenden Hauptstädter hätte schließen lassen können. Sah auch Chefcoach Pierre

Pagé so: „Frankfurt war hier sehr kompakt und organisierte sein Spiel besser

als wir“. Folge war die 2:0 Führung der Gäste, die Jeff Ulmer mit seinen beiden

Treffern Ende des ersten (19.) und Mitte des zweiten Abschnitts (29.)

herstellte. Und die Lions hätten ihren Vorsprung sogar noch weiter ausbauen

können, ja eigentlich müssen, doch stellte sich ihnen hier der wieder von

Beginn an aufgebotene Berliner Goalie Daniar Dshunussow mehrfach erfolgreich in

den Weg. Der Anschluss zum 1:2 (38.) gelang dann etwas überraschend

Eisbären-Neuzugang Jeff Jillson bei einem Mann mehr auf dem Eis. Von Powerplay

konnte aus Berliner Sicht bis dahin kaum die 

Rede sein, denn bei einigen Überzahlgelegenheiten zuvor kamen die

Hausherren selten in aussichtsreiche Position.

Es ist nicht überliefert, ob und wenn ja wer in der zweiten

Pause die richtigen Worte in der Eisbärenkabine gefunden hat, jedenfalls konnte

man den Eindruck gewinnen, dass nun eine völlig andere Heimmannschaft das Eis

betreten hatte. Plötzlich wurde um jeden Puck gekämpft, sich in Schüsse

geworfen und Zweikämpfe in weit größerer Zahl gewonnen als noch wenige

Augenblicke zuvor, Pässe fanden den gewünschten Empfänger und auch das Tempo

stimmte. Sie mag abgedroschen klingen die Floskel „vom Kampf ins Spiel zu

finden“, doch am Freitagabend wurde ihre Gültigkeit von den Eisbären bestätigt.

Es war ausgerechnet Denis Pederson, der den 2:2-Ausgleich schon nach 32

Sekunden nach Wiederbeginn erzielte und Kelly Fairchild drehte die Partie mit

seinem viertem Tor im vierten Spiel auf 3:2 (44.) für die Hauptstädter. Dann

aber bestand höchste Gefahr, dass das Spiel erneut kippen könnte, da

Hauptschiedsrichter Deubert Eisbär Patrick Jarrett per Spieldauer wegen Hohen

Stocks mit Verletzungsfolge vorzeitig zum Duschen schickte. Lions-Defender

Chris Armstrong war zum Glück für die Berliner unclever genug, sich wenig

später eine kleine Strafe einzufangen, so dass geraume Zeit dennoch ein

ausgeglichenes Kräfteverhältnis auf dem Eis herrschte. Die restliche Zeit

überstanden die Hausherren schadlos. Nicht zuletzt deshalb, weil sich die Gäste

vom plötzlichen Einsatz der Hausherren überrascht zeigten und sichtlich ihre

Linie verloren. In der 47. Spielminute band Denis Pederson den Sack dann

endgültig zu, als er einem durchwachsen haltenden Ian Gordon den Puck zum

vielumjubelten 4:2 Endstand für die Eisbären in die Maschen setzte.

Lions-Coach Rich Chernomaz bedauerte es, dass sein Team den

Plan nicht bis zum Schluss befolgte: „Wir waren vierzig Minuten die bessere

Mannschaft, haben dann aber zu unkonzentriert agiert und Berlin konnte das

ausnutzen“.
Sein Gegenüber Pierre Pagé lobte den Auftritt seiner

Mannschaft im Schlussabschnitt: „Endlich haben wir mal gekämpft bis zum

Schluss. Oftmals zuvor haben wir genau das nicht getan. Wir brauchen Überraschungen.

Pederson war heute eine, er hat den Unterschied gemacht“. 

Nationalstürmer Sven Felski verfiel in Anbetracht des Sieges

nicht gleich in Euphorie, als er einschätzte: „Wir mussten hart arbeiten für

diesen Sieg. Man kann nach einem Spiel noch nicht sagen ob der Knoten nun

geplatzt ist, aber ich hoffe es“. (mac/ ovk - foto by city-press)

 

EHC Eisbären Berlin – Frankfurt Lions 4:2 (0:1; 1:1; 3:0)

Tore:
0:1 (18:50) Ulmer – Kelly/ Podhradsky
0:2 (29:00) Ulmer – Taylor/ Podhradsky PP1
1:2 (37:59) Jillson – Beaufait/ C. Jarrett PP1
2:2 (40:32) Pederson – Quint/ Roach
3:2 (43:40) Fairchild – Felski/ Beaufait
4:2 (46:08) Pederson - 

Ustorf/ Walker

Schiedsrichter: Deubert

Strafen: 15 (+Spieldauer P.Jarrett)/ 12 (+ 10 Smrek – Check

gg. Kopf/ Nacken)

Zuschauer: 4695 (ausverkauft)

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