Eisbären: Schweigen, Spekulationen, Sport und Wahlen

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Aus den Geschäftsräumen des EHC Eisbären dringen, wie schon fast gewohnt in der Sommerpause, nur spärliche Informationen an die Außenwelt. „Still ruht der Orankesee“, schrieben wir vor einigen Wochen zutreffend. Was die Transferaktivitäten des Vizemeisters angeht, hat sich daran seit der Bekanntgabe der Verpflichtung von Verteidiger Derrick Walser Mitte Mai auch nichts geändert. Die Verantwortlichen um Manager Peter John Lee und Coach Pierre Pagé beobachten weiter den Markt und warten ab. Währenddessen geht die Konkurrenz doch recht umtriebig zu Werke, was neues Personal für die anstehende Saison angeht.

Gelegentlich staunte manch EHC-Fan schon über die Qualität der mehrheitlich aus Übersee in die DEL strömenden Spieler, deren Unterschriften nun die Verträge bei der Konkurrenz zieren. Spieler wie z.B. Laflamme (Kassel), Storr, Morgan, Tripp, Kelly (alle Mannheim), Nolan Baumgartner und Sean Pronger (Frankfurt) hätte man sich durchaus auch im Eisbären-Trikot vorstellen können, entsprach der ein oder andere doch durchaus dem Anforderungsprofil der Ostberliner. Der wohl kaum noch zu verhindernde NHL-Lockout und eben der Fakt, dass die Eisbären bisher keine weiteren Cracks der Marke „NHL-Minor League-Schwellenspieler“ verpflichteten, lässt vermuten, der Vizemeister spekuliere auf noch anspruchsvolleres Personal.

Dabei ist es mangels Konkretem nicht einmal verwerflich sich mit solchen Gedanken zu beschäftigen, wiesen die Eisbären in der Vergangenheit mit den Verpflichtungen von Ricard Persson, Micki DuPont und Denis Pederson die für solcherlei Transaktionen notwendige Zugkraft eindrucksvoll nach. Zudem stießen seinerzeit gerade die beiden Hochkaräter Persson und Pederson recht spät zu den Eisbären. Grund zu Panik scheint also in der Tat nicht zu bestehen. Mit vier zu vergebenden Kontingentplätzen verfügt der EHC auch noch über genügend Handlungsspielraum.

Die in Aussicht gestellte Neuorientierung auf den osteuropäischen Spielermarkt erfüllten die Eisbären bisher nicht mit Leben. Dabei wurde schon in der Presse darüber fabuliert, dass Peter John Lee bereits ein oder zwei Topleute aus der tschechischen Extra Liga unter Vertrag genommen hätte. Dahingehende Vollzugsmeldungen blieben jedoch aus; in Frage kommende Kandidaten zog es angeblich woanders hin.

Nach wie vor offen ist auch, welcher junge Puckfänger die Backup-Position hinter Nationaltorhüter Oliver Jonas einnehmen soll. Die EHC-interne Lösung mit Lukas Lang zerschlug sich bekanntlich mit dessen Rückkehr nach Nürnberg frühzeitig. Daniar Dshunussow, der sich in der vergangenen Saison mit Lang den Goalie-Job bei den Juniors teilte, stagnierte zuletzt etwas in seiner Entwicklung weshalb diese wichtige Aufgabe für ihn wohl etwas zu früh käme. Andere brauchbare Alternativen waren zwar am Markt vorhanden, doch landeten die paar kurzzeitig verfügbaren und perspektivreichen Talente ebenfalls bei der Konkurrenz (z.B. Rohde in Krefeld bzw. Duisburg, Boris Ackers in Frankfurt, Leonard Wild in Hamburg). Hin und wieder tauchte bei den Spekulationen unter den Fans der Name von Patrick Ehelechner auf, der in der abgelaufenen Spielzeit in Übersee für die Sudbury Wolves die Hartgummischeibe fing. Aber es bleibt dabei - alles nur Gerüchte, nichts Konkretes. Der EHC bleibt hartnäckig bei seiner Linie keine Wasserstandsmeldungen abzugeben. Gerade letztere Personalie birgt jedoch einiges an Spannung.



Auf der Homepage der Hohenschönhausener wird derweil von der Merchandising-Abteilung zum Kreativ-Wettbewerb „Mal dir deinen eigenen Schal“ aufgerufen. Der beste Entwurf geht mit dem obligatorischen Saison- und dem Jubiläumsschal „50 Jahre Eishockey in Hohenschönhausen“ in die Produktion und wird dann käuflich zu erwerben sein. Die Mitstreiter von Fanartikel-Chef Detlef Müller freuen sich auf die einfallsreichen Einsendungen der Fans!

Die Fans selbst nutzen die eishockeylose Zeit unter anderem zur eigenen sportlichen Betätigung. Am 5.Juni fand ein Fußballturnier des EHC-Anhangs statt, das sich einer regen Teilnahme erfreute. Sieger wurde das Team der „Kuschelbären“ vor der Truppe vom Fanclub „Eiszeit“ und dem Fanklub-Ex-Europameister „Supporters“.

Weiter geht’s mit dem Fansport am 19.Juni in Form des alljährlich durchgeführten Sommer-Bowling-Cups. In diesem Jahr findet eben jener im Bowling-Center „Große Freizeit“ im Fürstenwalder Freizeitbad „Schwapp“ statt. Anmeldungen sind noch möglich, heißt es von den Verantwortlichen (Kontakt siehe: www.eisbaeren.de).



Am Abend des 5.Juni wurde in der Sportsbar Overtime der neue Fanbeirat für die kommende Saison gewählt. Selbst hier hielten sich die Veränderungen in engen Grenzen, wurden doch vier der bisherigen Mitglieder (Jutta Ewald, Maik Taubitz, Daniel Kluge und Michael Leinhoß) in ihrem Amt bestätigt. Neu im fünfköpfigen Gremium ist Björn Kreusel vom Fanklub der Bärentatzen. Er tritt die Nachfolge von Robert Papke an, der nach erfolgreichen Jahren der Mitarbeit aus beruflichen Gründen seine Funktion abgibt.

Die Fangemeinde hat ihre Personalplanungen für die neue Spielzeit also erfolgreich umgesetzt und ist wie in den Jahren zuvor entsprechend gut aufgestellt. Ähnliches erwartet der Anhang nun auch von seinen Eisbären und harrt weiter zugleich interessiert wie entspannt auf entsprechende Vollzugsmeldungen vom Duo Lee/ Pagé. (mac)

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